Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Untersuchung der Finger- und Handgelenke © JPC-PROD

Rheumatoide Arthritis: Symptome & Diagnose

Erste Symptome sind ein allgemeines Krankheitsgefühl, Appetitlosigkeit, gelegentlich auch nächtliche Schweißausbrüche, Fieber und Müdigkeit. Häufig tritt eine morgendliche Gelenksteife – oft über mehrere Stunden anhaltend – auf. Zunächst sind meistens die Finger betroffen. Dadurch kann es beispielsweise schwierig werden, die Hand zu einer Faust zu ballen. Typischerweise sind symmetrisch mehrere Gelenke beider Körperseiten entzündet, anfangs besonders die kleinen Gelenke an Händen und Füßen. Mit Fortschreiten der Erkrankung sind immer mehr Gelenke beteiligt. Die Entzündung greift oft auch auf größere Gelenke (Ellenbogen, Schulter, Hüfte, Knie, Sprunggelenk) über. Auch die Halswirbelsäule kann betroffen sein . . .

Symptome

Eine Weichteilbeteiligung der RA äußert sich in Entzündungen der Sehnenscheiden,
vor allem im Bereich der Finger, sowie der Schleimbeutel und in Rheumaknoten. Ein mögliches Frühsymptom ist das sogenannte Karpaltunnelsyndrom, das oft beidseitig auftritt und der Entzündung an den Gelenken manchmal sogar vorausgeht. Infolge der Entzündung sammelt sich im Gelenk Flüssigkeit an. Dies führt zu Schwellungen, und die klaren Gelenkkonturen verschwinden. Beispielsweise sind befallene Fingerknöchel bei geballter Faust nicht mehr zu erkennen. Auch Sehnenscheidenentzündungen sind ein häufiges Symptom.

Darüber hinaus kann es zur Erkrankung nahezu aller inneren Organe und Organsysteme kommen, z.B.:

  • Augenentzündungen,
  • Vergrößerung von Leber und Milz,
  • Schwellungen von Lymphknoten,
  • Blutbildveränderungen mit entzündlich bedingter Blutarmut und vermehrter Bildung von Blutplättchen,
  • entzündliche Erkrankungen der Blutgefäße (Vaskulitiden).

Schubförmiger Verlauf

Der Großteil der Patientinnen/Patienten erlebt die Krankheit in sogenannten Schüben. Schmerzarme Phasen und Rheumaschübe wechseln sich ab. Dieser Krankheitsverlauf kann sich über Jahre ziehen, es kann jedoch auch bereits nach wenigen Monaten zu einer Funktionseinschränkung der Gelenke kommen. Meist schreitet die Krankheit in den ersten zwei Jahren am schnellsten voran, deshalb ist eine frühe Diagnose wichtig.

Ohne Behandlung tritt nur sehr selten eine Heilung ein, meist kommt es vielmehr zu einem schubweisen Fortschreiten der Erkrankung, die zu bleibenden Gelenkschädigungen führen kann. Selten können der Herzmuskel, die Lunge oder die Niere miterkranken. Auch Rheumaknoten (Verdickungen im Unterhautfettgewebe und an anderen Stellen, z.B. an inneren Organen) können sich entwickeln. Begleiterkrankungen wie z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Osteoporose oder Komplikationen wie Infekte können entstehen.

Diagnose

Die Diagnose beruht auf einer genauen Anamnese, der körperlichen Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Gelenke sowie Labortests (Blutsenkungsgeschwindigkeit, CRP, Rheumafaktor, Anti-CCP-Antikörper) und Untersuchungen mittels bildgebender Verfahren (Röntgen, Magnetresonanztomographie, Gelenkultraschall).

Typische Zeichen und Hinweise auf eine rheumatoide Arthritis sind:

  • Ausgeprägte Morgensteifigkeit der Gelenke über mindestens eine Stunde (sechs Wochen lang),
  • Entzündung (Arthritis) in mindestens drei Gelenkregionen (sechs Wochen lang),
  • Entzündungen von Fingergrund- und -mittelgelenken und/oder Zehengrundgelenken (sechs Wochen lang),
  • symmetrisches Gelenkbefallmuster (d.h. auf beiden Körperseiten, sechs Wochen lang),
  • Rheumaknoten, 
  • Nachweis von Rheumafaktor im Serum,
  • Nachweis typischer Veränderungen und Deformierungen von Finger- und Handgelenken im Röntgenbild.

Bei unbehandelten Patientinnen/Patienten in fortgeschrittenen Stadien sind die Veränderungen und Deformierungen bereits mit freiem Auge sichtbar. Die Krankheitsaktivität bzw. der Krankheitsverlauf kann mittels verschiedener Scores (Zahlenwerte) ermittelt werden. Als Standardinstrument wird der DAS28 (Disease Activity Score) verwendet. Dabei werden die Anzahl der schmerzhaften und geschwollenen Gelenke, die Blutsenkungsgeschwindigkeit sowie die Gesamtbeurteilung der Krankheitsaktivität durch die Patientin/den Patienten berücksichtigt. DAS28-Werte gehen von 2,0 bis 10,0, wobei höhere Werte eine höhere Krankheitsaktivität widerspiegeln.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei folgenden Beschwerden sollten Sie umgehend eine Ärztin/einen Arzt für Allgemeinmedizin oder eine Fachärztin/einen Facharzt für Innere Medizin (Spezialgebiet Rheumatologie) aufsuchen:

  • Gelenkschmerzen und -schwellungen, die immer wiederkehren;
  • Morgensteifigkeit in den Gelenken, die im Lauf des Tages nachlässt;
  • Rückenschmerzen, die immer wieder in den frühen Morgenstunden auftreten;
  • Fingerknöchel, die bei geballter Faust nicht mehr erkennbar sind;

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für diagnostische Maßnahmen werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Bei bestimmten Leistungen sind Kostenbeteiligungen der Patientinnen/Patienten vorgesehen. Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse