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Frau trainiert mit Hanteln © dglimages

Osteoporose: Prävention & Therapie

Bei Osteoporose sind die Grenzen zwischen Vorbeugung und Therapie fließend: Maßnahmen, die dazu beitragen, die Entwicklung einer Osteoporose zu verhindern, bilden auch bei bereits eingetretener Knochenerkrankung wichtige Bestandteile der Therapie. Dazu zählen in erster Linie knochenfreundliche Ernährung und körperliche Aktivität. Eine bereits vorhandene Osteoporose ist nicht heilbar. Nach einem osteoporotisch bedingten Knochenbruch geht es vor allem darum, weitere Frakturen zu verhindern . . . 

Der weitere Knochenabbau soll gebremst und der Knochenanbau erhöht werden. Dazu ist in der Regel eine medikamentöse Therapie erforderlich. Begleitend ist ein maßgeschneidertes Bewegungsprogramm notwendig, um den Knochen möglichst intensiv zu einer Substanzvermehrung zu stimulieren.

Vorbeugung sollte im Kindesalter beginnen

Als Entscheidungsgrundlage, ob neben allgemeinen Präventivstrategien auch spezifische therapeutische Maßnahmen sinnvoll sind, dienen die Knochendichtemessung sowie verschiedene andere Parameter. Damit kann auch das sogenannte „absolute Zehn-Jahres-Frakturrisiko“ abgeschätzt werden. Laut Konsensus „Osteoporose – Prävention & Therapie“ der Österreichischen Gesellschaft für Knochen- und Mineralstoffwechsel sind folgende Risikofaktoren relevant:
  • vorausgegangene Fragilitätsfrakturen (d.h. Knochenbrüche, die durch eine für gesunde Menschen harmlose Ursache entstehen wie z.B. das Heben einer schweren Tasche oder ein Hustenanfall),
  • Schenkelhalsfraktur bei einem Elternteil,
  • länger dauernde orale Therapie mit Glukokortikoiden,
  • Rauchen,
  • Alkoholmissbrauch,
  • verminderter Body-Mass-Index,
  • rheumatoide Arthritis,
  • andere Ursachen für eine sekundäre Osteoporose.

Die Vorbeugung von Osteoporose ist eine lebenslange Aufgabe. Ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität – bereits von Kindesbeinen an – haben großen Einfluss auf die Knochengesundheit im Alter. Als Grundlage der Prävention von Osteoporose dient eine ausgewogene und vollwertige Ernährung, die sich an der Österreichischen Ernährungspyramide orientiert. Für ein starkes Knochengerüst sind Kalzium und Vitamin D ganz besonders wichtig.

Gesunde Knochen bis ins Alter

Zentrales Ziel der Prävention ist, von Kindheit an starke Knochen aufzubauen. Ein knochengesunder Lebensstil kann die maximal erreichte Knochendichte (PBM) innerhalb der genetisch vorgegebenen Grenzen optimieren. Je höher das Ausgangsniveau, umso besser. Nach Erreichen der Peak Bone Mass (PBM), also zirka ab dem 30. Lebensjahr, ist es wichtig, einen beschleunigten Knochenabbau zu vermindern.

Zu einem knochengesunden Leben trägt auch wesentlich Bewegung bei. Körperliche Aktivität hat eine wichtige schützende und stärkende Wirkung auf das Knochengerüst. Sie aktiviert die knochenaufbauenden Zellen. Ernährung und Bewegung beeinflussen aber nicht nur den Aufbau der Knochensubstanz, sondern auch die Geschwindigkeit und die Intensität der Abbauvorgänge.

So stärken und schützen Sie Ihre Knochen

Ausreichend Kalzium: Kalzium spielt als Hauptbestandteil der Knochen in der präventiven Ernährung eine zentrale Rolle. Da der Knochenaufbau im Kindes- und Jugendalter erfolgt, sollte insbesondere in diesem Lebensabschnitt ausreichend Kalzium über die Nahrung aufgenommen werden. Aber auch im Erwachsenenalter ist eine bedarfsdeckende Zufuhr an Kalzium für ein gesundes Knochengerüst erforderlich.

Ausreichend Vitamin D: Vitamin D ist für die Aufnahme des Kalziums aus dem Darm und dessen Einbau in den Knochen wichtig. Untersuchungen zeigen, dass in Österreich die Versorgung mit Vitamin D unzureichend ist. Der Körper stellt dieses fettlösliche Vitamin zwar zum größten Anteil mithilfe von Sonneneinstrahlung selbst in der Haut her, aber auch eine ausreichende Zufuhr über die Nahrung ist wichtig. Es wird daher empfohlen, pro Woche zwei Fischmahlzeiten zu verzehren. Bevorzugen Sie fetten Fisch wie Hering, Lachs, Makrele, Heilbutt oder Thunfisch. Täglicher Aufenthalt im Freien unterstützt zudem über die körpereigene Synthese von Vitamin D Ihre Knochengesundheit.

Untergewicht vermeiden: Eine geringe Körper- und Muskelmasse begünstigen die Osteoporose-Entstehung. Hiervon sind häufig junge Frauen mit Essstörungen betroffen. Bei starkem Untergewicht (BMI unter 19) kann es über das Ausbleiben der Regelblutung (hormonelle Störungen) zu einer negativen Beeinflussung des Knochenstoffwechsels kommen. Normalgewicht ist ein wichtiger Schutz gegen Osteoporose.

Reichlich körperliche Bewegung: Wer seine Knochen schonen möchte, soll diese nicht ruhigstellen, sondern – im Gegenteil – beanspruchen. Mangelnde mechanische Belastung, also ein Mangel an körperlicher Bewegung, begünstigt die Entstehung von Osteoporose. Sportarten, bei denen das eigene Gewicht eingesetzt wird, zeigen diesbezüglich die beste Wirkung. Sogenannte High-Impact-Sportarten, dazu zählen bewegungsorientiertes Krafttraining, Laufen, Wandern, Walken, aber auch Tanzen werden empfohlen.

Weitere Informationen finden Sie unter Gesund bewegen und trainieren.

Hinweis Die hier angeführten Empfehlungen zur Prävention bestimmter Krankheiten bzw. für die Ernährung bei bestimmten Krankheiten sind als Basis für individuell abgestimmte Maßnahmen zu verstehen. Sie können eine persönliche Beratung oder Diagnose durch eine Ärztin/einen Arzt oder eine Diätologin/einen Diätologen nicht ersetzen.

Breites Spektrum an Therapiemaßnahmen

Neben den Präventionsmaßnahmen sind spezifische Therapien bei diagnostizierter Osteoporose notwendig bzw. können bei erhöhtem individuellen Osteoporoserisiko im Einzelfall sinnvoll sein. Das Behandlungsziel bei bereits vorhandener Osteoporose besteht in der Verhinderung weiterer Frakturen über eine Verbesserung der Knochenqualität. Da durch Knochenbrüche die Mobilität eingeschränkt wird und Schmerzen auftreten, ist es besonders wichtig, diesen durch eine adäquate Schmerztherapie vorzubeugen. Außerdem sollte durch umfassende Rehabilitationsmaßnahmen dafür gesorgt werden, dass die/der Betroffene möglichst rasch wieder mobil ist und seine Alltagsanforderungen selbst bewältigen kann.

Spezifische medikamentöse Therapie

Folgende Substanzklassen kommen vorwiegend zur Anwendung:

  • Antiresorptive Substanzen (hemmen den Knochenabbau): Bisphosphonate (Alendronat, Risedronat, Etidronat, Ibandronat, Zoledronsäure), Denosumab, Raloxifen (selektiver Östrogen-Rezeptor-Modulator, SERM);
  • Osteoanabole Therapie (stimuliert knochenaufbauende Zellen, die sogenannten Osteoblasten): Parathormon (Teriparatid);
  • anders wirkende Substanzen: v.a. Strontiumranelat (hemmt knochenabbauende Zellen (Osteoklasten) und wirkt positiv auf Osteoblasten).

Hormonersatztherapie (HRT)

Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen dem Abfall der Hormonproduktion in den Eierstöcken (Östrogen und Progesteron), der Knochendichte und dem Frakturrisiko. Daher kann bei Frauen mit peri- und postmenopausalen Beschwerden der zeitlich begrenzte Einsatz einer Hormonersatztherapie erwogen werden. Es ist jedoch zu betonten, dass eine Hormonersatztherapie per se keine Osteoporosetherapie ist, auch wenn Patientinnen unter einer Hormonersatztherapie von positiven Effekten auf den Knochenstoffwechsel profitieren können.

Operative Maßnahmen am Bewegungsapparat

Je nach Ausmaß der osteoporotischen Frakturen kommen verschiedene Operationstechniken wie z.B. Zementierung und Implantate bei orthopädischen und unfallchirurgischen Eingriffen zur Anwendung.

Physikalische und rehabilitative Maßnahmen

Physikalische und rehabilitative Maßnahmen

Bewegung und körperliche Aktivität steigern die Knochenstabilität und senken das Sturzrisiko. Ein effektives Trainingsprogramm zur Osteoporoseprävention und zur Osteoporosetherapie muss individuell auf die/den Betroffenen, sein Alter, seine körperliche und geistige Situation etc. abgestimmt werden. Durch körperliches Training lässt sich eine gute und für ein selbstständiges Leben ausreichende Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter erreichen. Die Knochenfestigkeit wird durch die Muskelmasse positiv beeinflusst. Daher sollte die Muskelkraft erhalten bzw. verbessert sowie die Ausdauer und Beweglichkeit gestärkt werden.

Wichtig ist auch die Verminderung des Sturzrisikos. Dies ist einerseits durch Übungen zur Verbesserung des Gleichgewichts möglich, andererseits durch verschiedene Vorsichtsmaßnahmen im Haushalt wie z.B. Haltegriffe im Badezimmer, gute Beleuchtung etc. Nähere Informationen finden Sie unter Tipps für den Alltag mit Osteoporose.

Wohin kann ich mich wenden?

Eine effektive Behandlung der Osteoporose erfordert meist die Zusammenarbeit von Expertinnen/Experten verschiedener Fachrichtungen, z.B.:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Orthopädie,
  • Fachärztin/Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe,
  • Fachärztin/Facharzt für Physikalische Medizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Chirurgie,
  • Physiotherapeutin/Physiotherapeut,
  • Ergotherapeutin/Ergotherapeut,
  • Diätologin/Diätologe.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

Für die Behandlung kann mitunter ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein. Dabei wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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