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Untersuchung beim Orthopäden © JPC-PROD

Spreizfuß

Der Begriff Spreizfuß beschreibt eine Verbreiterung des Vorfußes. Dabei weichen die Mittelfußknochen auseinander. Die mittleren Zehengrundgelenke'werden dadurch überlastet. Spreizfüße im Kindesalter sind vorwiegend auf eine vererbte Veranlagung zurückzuführen. Bei Erwachsenen spielen meist Übergewicht und falsches Schuhwerk eine ursächliche Rolle. Auch regelmäßiges Gehen oder Laufen auf harten Böden begünstigen die Entwicklung eines Spreizfußes. Auch bei ausgeprägtem Hallux valgus kann es zu einer Spreizfußsymptomatik kommen . . .

Symptome

Viele im Vorfuß verbreiterte Füße verursachen keine Beschwerden und erfordern daher auch keine Behandlung. In manchen Fällen kommt es jedoch zu Platzproblemen im Schuh. Dadurch können schmerzhafte Veränderungen wie Druckstellen an Groß- und Kleinzehe sowie vielfach auch Verhornungen entstehen.

Die Überlastung der mittleren Zehengrundgelenke kann einen stechenden Schmerz unter dem Vorfuß verursachen, der anfangs nur leicht und später bei jedem Schritt deutlich zu spüren ist. Zehengang und das Tragen hoher Absätze verstärken diese Beschwerden. Manchmal schmerzt der Vorfuß bereits in Ruhe. Weiters können durch eine zunehmende Bänderspannung zwischen den Mittelfußknochen diffuse Schmerzen im Vorfuß auftreten, die insbesondere bei längerem Stehen oder Gehen zunehmen.

Diagnose

Neben der Anamnese ist eine körperliche Untersuchung erforderlich. Dabei sind der verbreiterte Vorfuß und das Auseinanderweichen der Zehen zu erkennen. Durch sorgfältiges Ertasten kann die Ärztin/der Arzt die Problemzonen am Fuß eruieren. Bei anhaltenden Beschwerden – insbesondere bei Verdacht auf Veränderungen an Knochen, Gelenkkapseln oder Sehnen bzw. wenn eine Operation geplant ist – können bildgebende Untersuchungen wie Röntgen, Magnetresonanztomographie oder Computertomographie erforderlich sein.

Therapie

Eine Behandlung ist erst dann sinnvoll, wenn Beschwerden auftreten. Dazu stehen v.a. folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Richtiges Schuhwerk: Der Schuh muss sich nach dem Fuß richten und nicht umgekehrt. Man sollte schon im Kindesalter auf gutes Schuhwerk achten, um die normale Entwicklung des kindlichen Fußes nicht zu stören. Ein Schuh sollte nicht zu eng sein bzw. auf keinen Fall Schmerzen bereiten.
  • Fußgymnastik: stärkt die Muskulatur, z.B. Greifübungen mit den Zehen.
  • Physiotherapie: spezielle Übungen unter Anleitung einer Physiotherapeutin/eines Physiotherapeuten zur Stärkung der Fußmuskulatur.
  • Quergewölbestütze (Pelotte): Eine im Schuh angebrachte Stütze soll die Zehengrundgelenke entlasten und den Druck mehr auf die Mittelfußknochen verteilen. Die Pelotte benötigt nur wenig Platz und kann daher auch in leichteren Schuhen getragen werden. Sie wird von einer orthopädischen Schuhmacherin/einem orthopädischen Schuhmacher in den Schuh eingearbeitet.
  • Einlagen: Sie bieten eine stärkere Stütze und bewirken zusätzlich eine Polsterung der schmerzhaften Mittelfußköpfchen. Sie werden individuell nach den Beschwerden, der Fußform und den Wünschen der Patientin/des Patienten angefertigt.
  • Schmetterlingsrolle: Die Schuhsohle wird an der Stelle der schmerzhaften Belastung ausgeschnitten und mit einem Polstermaterial ausgefüllt. Auf die Unterseite des Schuhs wird eine Sohle aufgeklebt und zu einer sogenannten Schmetterlingsrolle verschliffen, die eine Aussparung unter den schmerzenden Mittelfußknochen aufweist.
  • Schonung: Bei akut schmerzhaftem Spreizfuß ist jede unnötige Belastung zu vermeiden. Der Fuß sollte leicht erhöht gelagert und bei einer schmerzhaften Schwellung regelmäßig gekühlt werden.
  • Medikamente: Für einige Tage können entzündungshemmende Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen, Diclofenac) angewendet werden. In Ausnahmefällen wird ein Kortisonpräparat in die gereizten Zehengrundgelenke injiziert.
  • Fußpflege: Starke, potenziell schmerzhafte Hornbildungen können von den Betroffenen selbst oder von einer Fußpflegerin/einem Fußpfleger entfernt werden.
  • Operative Eingriffe: Sie werden nur in Ausnahmefällen durchgeführt, insbesondere bei starken Fehlstellungen der Zehen.

Der Spreizfuß hat eine gute Prognose. Er kann sich zwar nicht mehr zurückbilden, verschlechtert sich jedoch nicht kontinuierlich und führt nicht immer zu Beschwerden. Den meisten Betroffenen kann mit schuhtechnischen Maßnahmen und Einlagen geholfen werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Beschwerden an den Füßen können Sie sich an eine Fachärztin/einen Facharzt für Orthopädie wenden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Heilbehelfe und Hilfsmittel wie z.B. orthopädische Einlagen müssen von der Ärztin/vom Arzt verordnet und in manchen Fällen vom zuständigen Krankenversicherungsträger bewilligt werden. Von der Versicherten/vom Versicherten ist eine Kostenbeteiligung (Selbstbehalt) vorgesehen. Nähere Informationen finden Sie unter Der Weg zu Heilbehelfen & Hilfsmitteln.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist

Ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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