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Orthopäde untersucht Fuß mit Überbein © Photographee.eu

Hallux valgus (Überbein)

Der Hallux valgus – auch als Frostballen, Ballenzehe, Schiefzehe, Hammerzehe oder Überbein bezeichnet – ist eine Schiefstellung der Großzehe im Grundgelenk nach außen. Dadurch tritt ihr Ballen am Fußinnenrand oft deutlich hervor. Anfänglich stellt diese weit verbreitete Fehlstellung lediglich ein ästhetisches Problem dar. Später ist sie jedoch zunehmend mit Schmerzen verbunden . . .  

Ursachen & Vorbeugung

Für die Entstehung eines Hallux valgus sind meist mehrere Ursachen von Bedeutung, v.a.:

  • erbliche Bänder- und Bindegewebsschwäche,
  • ungesundes Schuhwerk – v.a. spitze, enge und hohe Schuhe,
  • chronische Polyarthritis.

Das Grundgelenk der Großzehe bildet eine Wölbung, die Zehe selbst dreht sich nach innen. Zu Beginn ist die Verschiebung gering und nur mit einer Rötung verbunden. Ohne Behandlung und bei häufigem Tragen von ungeeignetem Schuhwerk verstärkt sich die Fehlstellung jedoch allmählich. Durch den zunehmenden Druck kommt es zu schmerzhaften Entzündungen und Bewegungseinschränkungen, weil der Fuß nicht mehr beschwerdefrei abgerollt werden kann. Durch häufig gleichzeitig bestehende andere Fehlstellungen wie Spreizfuß, Senkfuß oder Plattfuß kommt es zu einer Mehrbelastung der anderen Mittelfußknochen und zu einem Ungleichgewicht der Muskulatur. Der Druck der großen Zehe kann an den benachbarten Zehen zu weiteren Fehlstellungen wie z.B. Hammer- oder Krallenzehen führen.

Zur Vorbeugung eines Hallux valgus sollte auf fußgerechtes Schuhwerk geachtet werden. Bei bereits bestehender Fußfehlstellung können durch Fußgymnastik und Einlagenversorgung eine weitere Verschlechterung gebremst und Beschwerden gelindert werden.

Symptome

Ein Hallux valgus entwickelt sich zunächst ohne spürbare Beschwerden, denn der Bewegungsapparat kann die Fehlstellung eine gewisse Zeit ausgleichen. Erst wenn es durch die Abweichung der Großzehe zu einer verstärkten Ballenbildung kommt, entstehen schmerzhafte Probleme. Folgende Symptome können u.a. auftreten:

  • Deformierung des Fußes,
  • Entzündungen,
  • Schmerzen,
  • Taubheitsgefühle,
  • Bewegungseinschränkungen sowie
  • Schleimbeutelverdickungen und -entzündungen.

Diagnose & Therapie

Zunächst werden die Beschwerden mit der Ärztin/dem Arzt besprochen und der Fuß wird sorgfältig untersucht. Häufig folgt eine Röntgenaufnahme zur Darstellung der Gelenksveränderungen. Ziel der Behandlung sind die Korrektur der Fehlstellung, die Linderung der Schmerzen sowie eine Verbesserung von Beweglichkeit und Ästhetik.

Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Beratung: Aufklärung über Verhaltensweisen, Sportmöglichkeiten und optimale Schuhversorgung (z.B. Hallux-Spezialsandalen) sowie über positive Effekte des Barfußlaufens.
  • Physikalische Therapie: Krankengymnastik, manuelle Therapie.
  • Orthopädische Behelfe: Einlagen, Ballenrollen, Hallux-Nachtschienen etc.
  • Operation: Sie erfolgt meist in örtlicher Betäubung ohne Vollnarkose. Je nach den Gegebenheiten können Eingriffe unter Gelenksschonung oder unter Einbeziehung der Gelenke sowie Korrekturen von Begleitdeformationen durchgeführt werden. Dazu stehen verschiedene Methoden zur Auswahl. Bereits relativ kurz nach der Operation kann die Patientin/der Patient meist mit sogenannten postoperativen Sandalen – leicht eingeschränkt – gehen. Der Fuß bleibt allerdings oft noch für einige Zeit etwas geschwollen. Eine Nachbetreuung über mehrere Wochen ist erforderlich, bis die Knochen geheilt sind.
  • Prognose: Unbehandelt verstärkt sich die Fehlstellung meist im Lauf der Zeit. Sie ist jedoch nicht zwangsläufig mit Schmerzen verbunden. Eine Operation führt nicht immer zu einem befriedigenden Ergebnis.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Beschwerden an den Füßen können Sie sich an eine Fachärztin/einen Facharzt für Orthopädie wenden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Heilbehelfe und Hilfsmittel wie z.B. orthopädische Einlagen müssen von der Ärztin/vom Arzt verordnet und in manchen Fällen vom zuständigen Krankenversicherungsträger bewilligt werden. Von der Versicherten/vom Versicherten ist eine Kostenbeteiligung (Selbstbehalt) vorgesehen. Nähere Informationen finden Sie unter Der Weg zu Heilbehelfen & Hilfsmitteln.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist

Ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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