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Füße eines Babys © Kirill Gorlov

Hackenfuß

Der Hackenfuß (Pes calcaneus) kann angeboren sein oder erworben werden. Viele Babys kommen mit einem Hackenfuß auf die Welt, der sich meist in den ersten Tagen nach der Geburt von selbst zurückbildet. Beim Hackenfuß zeigen der Vorfuß und die Zehen Richtung Schienbein und die Wadenmuskulatur ist überdehnt. Die Ausbildung eines Hackenfußes führt oft dazu, dass das Fersenbein (Calcaneus) etwas nach innen knickt. Diese Fehlstellung wird Valgusstellung der Ferse genannt. Es entsteht ein sogenannter Knick-Hacken-Fuß.

Beide Fußfehlstellungen können nicht nur Beschwerden am betroffenen Fuß hervorrufen. Sie führen zu einer Fehlbelastung des Fußes, die sich auf den gesamten Bewegungs- und Stützapparat auswirken kann. Fußfehlstellungen werden orthopädisch behandelt. Eine begleitende Physiotherapie kann den Behandlungserfolg optimieren.

Welche Ursachen hat der Hackenfuß?

Die angeborene Form kann entstehen durch:

  • ein genetisch bedingtes Muskelungleichgewicht der Unterschenkel- und Fußmuskulatur, bei dem die Wadenmuskulatur (Gastrocnemiusmuskulatur) schwächer ausgebildet ist als die Muskulatur von Schienbeinbereich und Fußrücken,
  • eine Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS) – also des Rückenmarks (z.B. Spina bifida) – oder eine Hirnschädigung (z.B. eine Hirnblutung) des ungeborenen Kindes kann zu einer Lähmung der Muskulatur führen, die vom erkrankten Anteil des ZNS „gesteuert“ wird.

Als weitere mögliche Ursache wird eine lagebedingte Zwangshaltung des Kindes in der späten Schwangerschaft diskutiert.

Die erworbene Form kann entstehen durch:

  • Entzündungen (z.B. Poliomyelitis), Verletzungen oder eine andere Schädigung des Nervs, der die Wadenmuskulatur versorgt (Nervus tibialis),
  • eine Verletzung oder eine zu stark ausgeprägte chirurgische Verlängerung der Achillessehne.

Welche Symptome können auftreten?

Fußfehlstellungen können Gelenkschäden des Fußes und Gangschwierigkeiten sowie ein Ungleichgewicht von Muskeln und Gelenken im gesamten Körper verursachen. Als mögliche Folgen kommen Schmerzen, Muskel-, Gelenks- und in weiterer Folge Knochenschäden infrage.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Bei der Diagnostik erfragt die Ärztin/der Arzt die Vorerkrankungen, begutachtet die Füße genau und führt – wenn möglich – eine Ganganalyse durch. Es folgt eine neurologische Basisuntersuchung, um mögliche neurologische Ausfälle zu entdecken. Mittels Röntgen, wenn nötig auch Ultraschall, Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) können mögliche neurologische Ursachen, Fehlstellungen beziehungsweise nachfolgende Gelenk-, Band- und Knochenschäden beurteilt werden.

Wie erfolgt die Behandlung des Hackenfußes?

Nicht operative Maßnahmen:

Bis zum Wachstumsabschluss wird der Hackenfuß nicht operativ behandelt. Der Vorfuß wird mit der Hand in die normale Stellung gebracht und in dieser Stellung mit einer Schiene oder einem Gips fixiert (Redression). Nach dieser Behandlung werden Nachtschienen angepasst, die den Fußrücken in überstreckter Stellung (Spitzfußstellung) fixieren. Zusätzlich zu einer orthopädischen Behandlung kann eine Physiotherapie Beschwerden lindern und Haltungsstörungen entgegenwirken.

Operative Maßnahmen:

Wenn das Knochenwachstum abgeschlossen ist und sich die Fehlbildung nicht zurückgebildet hat, kann die Ärztin/der Arzt die Fehlstellung chirurgisch behandeln. Folgende Operationen kommen dabei infrage:

  • Rückfußosteotomie: Entfernung eines Knochenkeils aus dem Fersenbein (Calcaneus),
  • Arthrorise: Fixierung des Sprunggelenks durch Einschieben einer Schraube oder eines Knochenteilchens zwischen die beiden Knochen des Gelenks (Talus und Calcaneus),
  • Verkürzung oder Verlagerung der Achillessehne an eine andere Knochenstelle des Fersenbeins,
  • Anfügen gesunder Muskelsehnen an die Achillessehne. Dies führt zu einem verstärkten Zug der Ferse Richtung Wade.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Beschwerden an den Füßen können Sie sich an eine Fachärztin/einen Facharzt für Orthopädie wenden. Bei Fußfehlstellungen von Kindern ist die Kinderärztin/der Kinderarzt meist die erste Anlaufstelle. Diese/dieser kann bei Bedarf eine Überweisung zur Fachärztin/zum Facharzt für Kinderorthopädie ausstellen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.  

Heilbehelfe und Hilfsmittel wie z.B. orthopädische Einlagen müssen von der Ärztin/vom Arzt verordnet und in manchen Fällen vom zuständigen Krankenversicherungsträger bewilligt werden. Von der Versicherten/vom Versicherten ist eine Kostenbeteiligung (Selbstbehalt) vorgesehen. Nähere Informationen finden Sie unter Der Weg zu Heilbehelfen & Hilfsmitteln.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist:

Ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?
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