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Ältere Frau mit Schulterbeschwerden © RFBSIP
Ältere Frau mit Schulterbeschwerden © RFBSIP

Frozen Shoulder (Schultersteife)

Bei einer „Frozen Shoulder“ wird die Schulter steif. Das Schultergelenk „friert“ sozusagen ein. Zu Beginn sind es die Schmerzen, die für die Betroffenen sehr unangenehm sind. Später ist die Beweglichkeit der Schulter eingeschränkt. In der Fachsprache nennt man die Schultersteife bzw. Frozen Shoulder auch adhäsive Kapsulitis oder Periarthritis. Meist ist nur eine Seite betroffen. Ursache kann eine Entzündung im Bereich des Schultergelenks sein. Zur Diagnose ist nur selten eine bildgebende Untersuchung notwendig. Neben Schmerzmitteln gibt es verschieden Möglichkeiten der Behandlung. Eine steife Schulter heilt fast immer gut aus, auch ohne operative Behandlung. Allerdings kann dabei viel Geduld erforderlich sein.

Welche Ursachen hat eine Frozen Shoulder?

Eine Schultersteife entsteht meist schleichend und ohne erkennbaren Grund. Die genauen Ursachen sind relativ unbekannt. Man geht davon aus, dass es zu einer Entzündung in der Schulter kommt und in der Folge zu einer Schwellung der Gelenkskapsel und Bänder. Veränderungen in der Gelenkskapsel führen dann zu Verhärtungen und der Bewegungseinschränkung.

Begünstigende Faktoren für das Entstehen einer Schultersteife sind unter anderem langes Ruhigstellen der Schulter, ein Trauma der Schulter durch z.B. einen Unfall oder vorausgegangene Schulteroperationen. Schmerzen in der Schulter können sich auch aus anderen Krankheiten entwickeln, z.B. bei Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Morbus Parkinson, Autoimmunerkrankungen, Fettstoffwechselstörungen oder nach einem Schlaganfall.

Eine schmerzende, steife Schulter tritt eher in fortgeschrittenem Alter zirka ab dem 50. und 60. Lebensjahr auf. Seltener haben jüngere Menschen eine Frozen Shoulder. Von einer Schultersteife sind etwas mehr Frauen als Männer betroffen.

Welche Symptome können auftreten?

Meist ist nur eine Seite betroffen. Öfter ist die Schulter des nicht dominanten Arms betroffen, das bedeutet bei einer Rechtshänderin oder einem Rechtshänder die linke Schulter. Anfangs ist meist ein Schmerz in der Schulter spürbar. Erst später wird das Schultergelenk steif, und die Beweglichkeit der Schulter wird mehr oder weniger stark eingeschränkt. Zu Beginn der Erkrankung ist nur die aktive Bewegung der Schulter vermindert. Bewegungen des Alltags, z.B. Kleidung anziehen, Kochen oder Putzen, schmerzen. Sich am Rücken zu kratzen oder eine Jacke anzuziehen wird zunehmend schwierig.

Später ist unter Umständen auch die passive Beweglichkeit eingeschränkt, wenn z.B. jemand anders wie etwa die Ärztin oder der Arzt die Schulter bewegen möchte. Das liefert der Ärztin oder dem Arzt wichtige Informationen. Typisch für eine Schultersteife ist der Verlauf in Phasen mit fließenden Übergängen: „Schmerzen“, „Einfrieren und Steifsein“ sowie „Lösen der Versteifung“. Eine Frozen Shoulder kann über einen Zeitraum von neun Monaten bis drei Jahren verlaufen oder sogar länger .

Phase „Schmerz“

In der ersten Phase ist der Schmerz vorherrschend. Er ist meist dumpf und tiefliegend. Insbesondere in der Nacht sind die Schmerzen sehr unangenehm, Betroffene können kaum auf der Schulter liegen. In dieser Phase ist die Beweglichkeit im Schultergelenk noch nicht allzu sehr eingeschränkt. Die Schmerzphase mit Entzündung dauert zwischen zwei bis neun Monate.

Phase „Einfrieren und Steifsein“

In der nächsten Phase lassen die Schmerzen etwas nach, das Schultergelenk beginnt jedoch einzusteifen. Nach und nach nimmt die Beweglichkeit ab. Als Folge dieser Bewegungseinschränkung baut sich auch Schultermuskulatur ab. Die Phase der schrittweisen Versteifung und des Steifseins dauert zwischen vier Monaten bis zu einem Jahr. Wie lange die Versteifung anhält, ist individuell sehr unterschiedlich.

Phase „Lösen der Versteifung“

Nach längerem Steifsein „taut“ die Schulter wieder auf: Die Versteifung löst sich. In dieser Phase ist von den Betroffenen allerdings viel Geduld erforderlich, denn dieser Vorgang dauert zwischen fünf Monaten bis zu zwei Jahren.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Ärztin oder der Arzt wird sich ausführlich über Ihre Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Schulter informieren. Sie oder er wird fragen, wie lange die Schmerzen bereits bestehen, wo sie genau zu spüren sind und welche Bewegungen schmerzen. Interessant ist für die Ärztin oder den Arzt auch, ob die Schmerzen in der Nacht besonders stark sind und ob Sie andere Erkrankungen haben. Bei einer körperlichen Untersuchung achtet die Ärztin oder der Arzt vor allem auf die Stellung und das muskuläre Zusammenspiel in der Schulter.

Möglicherweise führt die Ärztin oder der Arzt auch einen Injektionstest durch: Dabei wird ein Betäubungsmittel in die Schulter eingespritzt. Bleibt der Schmerz danach weiter bestehen, ist das für die Ärztin oder den Arzt eine wichtige Information, ob Sie eine Frozen Shoulder haben oder ob eine andere Schultererkrankung vorliegt.

Zur Diagnose einer Schultersteife sind nur selten bildgebende Untersuchungen, z.B. Röntgen, erforderlich. Um mögliche andere Fehlfunktionen oder Verschleißerscheinungen auszuschließen, kann die Ärztin oder der Arzt dennoch ein Röntgenbild und/oder eine Ultraschalluntersuchung der Schulter veranlassen, manchmal eine MR-Untersuchung.

Wie erfolgt die Behandlung einer Frozen Shoulder?

Die Therapie der Frozen Shoulder erfordert viel Geduld: Es kann längere Zeit dauern, bis die Schmerzen vergehen und die Schulter wieder voll beweglich ist. Die Behandlung ist auch abhängig von der Phase der Schultersteife: „Schmerz“, „Versteifung und Steifsein“ oder „Lösen der Versteifung“.

Behandlung mit Medikamenten

Im Frühstadium ist für die Betroffenen meist die Linderung der Schmerzen das Wichtigste. Die Ärztin oder der Arzt verschreibt dazu häufig Glukokortikoide wie z.B. Kortison. Meist wird jedoch das Kortison direkt in das Schultergelenk gespritzt. Es reduziert den Schmerz und erhöht die Beweglichkeit der Schulter. Kortison eignet sich allerdings weniger zur langfristigen Therapie, da es viele Nebenwirkungen hat.

Ebenso kann die Ärztin oder der Arzt Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung der Gruppe der NSAR wie z.B. Ibuprofen, Dicolofenac oder Naproxen zum Einnehmen verordnen. Ob diese bei einer Frozen Shoulder gut wirksam sind, ist wissenschaftlich allerdings nicht eindeutig belegt. Auch Schmerzgels zum Auftragen helfen nur begrenzt.

Anwendung von Temperatur

Manche Betroffene empfinden gegen die Schmerzen auch Kälte durch z.B. Coolpacks oder Wärme als angenehm.

Physiotherapie

Häufig verordnet die Ärztin oder der Arzt begleitend auch eine Physiotherapie, bei der die Betroffenen u.a. Übungen zum Dehnen und Mobilisieren der Schulter sowie Kräftigungstraining erlernen. Die Physiotherapie soll allerdings erst beginnen, wenn wenig bis keine Schmerzen mehr bestehen. Besonders wirksam ist sie, wenn sich die Versteifung zu lösen beginnt.

Ergänzende Methoden 

Dazu zählen u.a. Akupunktur, Laser-, Magnetfeld- oder Kurzwellentherapie. Allerdings ist die Wirkung dieser Methoden bei Schultersteife wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.

Operation

Bei einer Schultersteife ist in der Regel keine Operation erforderlich. Bleiben alle anderen Maßnahmen ohne Erfolg und die Schmerzen bessern sich auch nach langer Zeit nicht, kann die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen über eine mögliche Operation sprechen.

Wohin kann ich mich wenden?

Sie haben Beschwerden mit der Schulter? Zur Abklärung von Schmerzen in der Schulter wenden Sie sich am besten an folgende Stellen:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Orthopädie,
  • Fachärztin/Facharzt für Physikalische Medizin und Allgemeine Rehabilitation,
  • Fachärztin/Facharzt für Unfallchirurgie.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger.
Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über die Online-Ratgeber der Sozialversicherung.

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