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Mädchen mit Hautausschlag © NatUlrich

Windpocken

Windpocken (Schafblattern oder Varizellen) werden durch das hochgradig ansteckende Varicella-Zoster-Virus (VZV) verursacht. Sie treten meistens zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr auf, können aber in jedem Alter vorkommen. Kinder, die einmal Windpocken hatten, sind in der Regel lebenslang vor dieser Krankheit geschützt . . .

Übertragung

Die Krankheit wird nur durch Erkrankte übertragen, meist durch Kontakt mit dem Hautausschlag, seltener über Tröpfchen (beim Niesen, Husten oder Sprechen), möglicherweise auch mit der Luft. Die Infektiosität beginnt ein bis zwei Tage vor Auftreten des Hautausschlages und endet rund eine Woche später, noch vor Abfall der letzten Krusten. Nach Abklingen der Varizellen zieht sich das Virus ins Rückenmark zurück und bleibt hier dauerhaft existent.

Hinweis Die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen beträgt zwei bis drei Wochen, in Ausnahmefällen bis zu vier Wochen.

Symptome

Meist tritt plötzlich ein bläschenförmiger Hautausschlag (mit oder ohne Fieberanstieg) auf, der sich über den ganzen Körper ausbreitet. Aus kleinen Knötchen entwickeln sich zwei bis fünf Millimeter große Bläschen, die manchmal heftig jucken. Sie haben einen wasserklaren Inhalt, sind von einem roten Saum umgeben und platzen schon bei leichtem Druck auf. Da sich der Ausschlag schubweise entwickelt, findet man nebeneinander kleine rote Knötchen, frische Bläschen und abtrocknende, mit einer Kruste bedeckte Hautveränderungen.

Neben der Haut können die Mundschleimhaut, die Augenbindehaut und die Genitalschleimhaut befallen sein. Im Mund finden sich oft kleine Geschwüre, die so schmerzhaft sein können, sodass die Kinder nicht essen wollen. Nach einigen Tagen trocknen alle Hautveränderungen ab. Die Krusten haften noch sieben bis zehn Tage, sind aber nicht mehr infektiös. Nach Abfallen der Krusten bestehen oft für längere Zeit unpigmentierte helle Stellen, manchmal bleiben durch Kratzen bedingte weiße Narben zurück.

Diagnose & Therapie

Die Ärztin/der Arzt stellt meist anhand der Hautveränderungen fest, ob das Kind tatsächlich Windpocken hat. Eine Laboruntersuchung sichert die Diagnose. Bei gesunden Kindern werden Windpocken nur lokal mit juckreizlindernden Lotionen behandelt. Bei Patientinnen/Patienten mit geschwächtem Immunsystem oder anderen medizinischen Risiken zieht die Ärztin/der Arzt eine intravenöse antivirale Therapie in Erwägung.

Komplikationen

Durch bakterielle Infektionen der Bläschen können Komplikationen wie Lungen-, Mittelohr- oder Nierenentzündung entstehen. Außerdem kann es zu einer Kleinhirnentzündung kommen, die jedoch meist ohne Folgeschäden abheilt. Schwere Verlaufsformen mit tödlichem Ausgang können bei Immunschwäche auftreten. Kinder, die über einen längeren Zeitraum Kortison erhalten, müssen deshalb gezielt vor einer Windpockeninfektion geschützt werden (mit Immunglobulin oder Impfung).

Windpocken entstehen bei Erstinfektion mit VZV. Bei einer erneuten Infektion mit diesem Virus oder als Sonderform des Wiederauftretens kann sich eine Gürtelrose (Herpes zoster) entwickeln.

Wohin kann ich mich wenden?

Sobald erste Krankheitszeichen auftreten, sollten Sie mit Ihrem Kind eine Ärztin/einen Arzt für Allgemeinmedizin oder Kinder- und Jugendheilkunde aufsuchen.

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