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Ärztin untersucht das Ohr von Kleinkind © Alexander Raths

Akute Mittelohrentzündung

Die akute Mittelohrentzündung (Otitis media acuta) ist eine bei Kindern – insbesondere im Säuglingsalter – sehr häufig vorkommende viral oder bakteriell bedingte schmerzhafte Entzündung der Schleimhäute des Mittelohrs. Vielfach handelt es sich ursächlich um einen durch Viren ausgelösten Schnupfen, dem dann eine Besiedlung mit Bakterien folgt. Akut bedeutet: plötzlich einsetzend und heftig, aber schnell verlaufend (abheilend) . . .

Die Häufigkeit ist in der Altersgruppe sechs Monate bis zwei Jahre am höchsten. Mit einem Jahr haben 40 Prozent aller Kinder schon mindestens eine AMO-Episode durchgemacht, mit zwei Jahren bereits 70 Prozent. Jedes fünfte Kind hat bereits drei oder mehr Mittelohrentzündungen durchlitten. Die Krankheit tritt vor allem im Winter und nur selten im Sommer auf. Eine akute Mittelohrentzündung ist zwar sehr schmerzhaft, heilt aber – bei richtiger Behandlung und Beobachtung – meistens schnell und komplikationslos ab.

Symptome

Oft kommt es zu Unruhe, Schlafstörungen, heftigem Schreien, Berührungsempfindlichkeit, Kopf- und Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Erbrechen, manchmal auch Fieber. Ohrenschmerzen sind ein relativ typisches Symptom, kommen allerdings nur bei jedem zweiten an einer Otitis erkrankten Kind vor. Ein plötzlicher Hörverlust während einer Atemwegsinfektion ist zwar ein deutlicher Hinweis auf eine Mittelohrentzündung – er ist jedoch bei kleinen Kindern, die sich noch nicht klar ausdrücken können, meist nur schwer zu erkennen. Bei Säuglingen zieht die Mittelohrentzündung mitunter Durchfall als Begleitsymptom nach sich. Gelegentlich kommt es nach relativ geringen Krankheitszeichen zu einer plötzlichen Eitersekretion aus dem Gehörgang („Ohrlaufen“).

Diese Entzündung macht sich durch Schmerzen, Rötung, Erwärmung und Schwellung der Haut oder Schleimhaut bemerkbar. Schwillt der Gang (Eustachische Röhre), der Mittelohr und Rachen miteinander verbindet, zu, können Flüssigkeit und Schleim nicht mehr abfließen und sammeln sich im Mittelohr. Wird der Druck im Mittelohr zu hoch, kann sich ein Riss im Trommelfell bilden und die entzündliche Flüssigkeit nach außen fließen. Ein solcher Riss im Trommelfell wächst normalerweise problemlos zu.

Diagnose & Therapie

Die typischen Beschwerden legen häufig den Verdacht auf eine akute Mittelohrentzündung nahe. Die Diagnose erfolgt durch eine Ohrspiegelung. Dabei wird das Trommelfell mithilfe eines Otoskops untersucht. Häufig ist eine gesicherte Diagnose nur mittels spezieller Geräte wie einem Tympanometer möglich.

Mit der Behandlung einer akuten Mittelohrentzündung werden folgende Ziele verfolgt:

  • Schmerzlinderung in der akuten Phase: Zum Einsatz kommen schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente (Tabletten, Säfte oder Zäpfchen). Schmerzstillende Ohrentropfen haben keine gesicherten Effekt.
  • Abklingen der Beschwerden sowie des Paukenergusses (Ansammlung von Flüssigkeit im Mittelohr),
  • Wiederherstellung des normalen Hörvermögens,
  • Verhinderung der Entwicklung einer chronischen Otitis media mit Erguss.

Hinweis Es besteht keine Notwendigkeit für die sofortige Einleitung einer Antibiotikatherapie.

Üblicherweise lassen die Schmerzen innerhalb einiger Stunden von selbst nach. Dies schließt aber das Bestehen einer Mittelohrentzündung nicht aus. Daher sollte am folgenden Tag in jedem Fall eine ärztliche Untersuchung der Ohren erfolgen. Bei vielen Kindern heilt eine Otitis binnen weniger Wochen ohne jegliche Behandlung aus. Bei stärkeren Allgemeinbeschwerden und diagnostizierter eitriger Mittelohrentzündung muss eine Antibiotikatherapie durchgeführt werden.

Abschwellende Nasentropfen können einige Tage lang verwendet werden, da sie die Nasenatmung eines Kindes mit Schnupfen erleichtern und damit die Schlafqualität verbessern können. Auch die Erhöhung des Kopfteils des Bettes kann vorteilhaft wirken.

Wohin kann ich mich wenden?

In der Regel kann eine Ärztin/ein Arzt für Allgemeinmedizin mithilfe einer Ohrspiegelung (Otoskopie) das Trommelfell untersuchen und die Diagnose stellen. In komplizierteren oder unklaren Fällen sollte das erkrankte Kind zu einer Fachärztin/einem Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde überwiesen werden. Diese/dieser verfügt, in der Regel über eine höhere technische Ausstattung (wie z.B. ein Tympanometer zur Messung der Beweglichkeit des Trommelfells).

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