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Raucherin © prudkov

Tiefe Venenthrombose: Ursachen & Symptome

Meist wirken mehrere Faktoren bei der Entstehung eines Blutgerinnsels (Thrombose) zusammen. Diese können erblich sein und/oder von außen einwirken. Thrombosen können sich in allen Körpervenen entwickeln, am häufigsten sind jedoch die Bein- und Beckenvenen betroffen. Sie können ohne Beschwerden ablaufen oder deutliche Symptome verursachen. Mit bestimmten Maßnahmen lässt sich das Risiko für die Entstehung einer Venenthrombose verringern.

Venenthrombose: Was ist das?

Wenn wir uns verletzen, gerinnt das Blut, um die Wunde zu verschließen. Dieser Reparaturmechanismus des Körpers ist lebenswichtig. Wenn er am falschen Ort und zur falschen Zeit eintritt, kann er lebensgefährlich sein. Das entstehende Blutgerinnsel verstopft die Vene, das Blut kann nicht mehr ungehindert fließen. Bei der akuten tiefen Bein- oder Beckenvenenthrombose (Phlebothrombose, TVT) handelt es sich um eine teilweise oder vollständige Verlegung im Hauptvenensystem. Theoretisch können sich Blutgerinnsel (Thrombosen) in allen Körpervenen entwickeln, die bevorzugte Lokalisation sind jedoch die Bein- und Beckenvenen.

Die Blutgerinnung am falschen Ort kann drei verschiedene Entwicklungen nehmen:

  • Das Gerinnsel löst sich rasch auf und bleibt für die betroffene Vene folgenlos.
  • Das Blutgerinnsel löst sich von der Venenwand ab und wird in andere Blutgefäße weitertransportiert. Besonders gefährlich ist es, wenn das Blutgerinnsel in die Lunge geschwemmt wird. Durch den Verschluss einer Lungenarterie droht eine lebensbedrohliche Lungenembolie.
  • Das Blutgerinnsel wird an Ort und Stelle in Bindegewebe umgebaut und führt zu einer bleibenden Abflussbehinderung in der betroffenen Vene. Dadurch kann es zur Zerstörung von Venenklappen und letztendlich – als Spätkomplikation – zu einer chronisch-venösen Insuffizienz kommen, die als postthrombotisches Syndrom (PTS) bezeichnet wird.

Die tiefe Beinvenenthrombose ist die schwerste Venenerkrankung, weil sie immer die Gefahr einer lebensbedrohlichen Lungenembolie in sich birgt und andererseits zum postthrombotischen Syndrom, einem lebenslangen Folgeleiden, führen kann.

Welche Hauptrisikofaktoren gibt es?

  • Veränderung der Blutzusammensetzung: z.B. durch Gerinnungsstörungen (u.a. angeboren oder durch eine Operation bzw. Entbindung), bestimmte Medikamente oder Gifte, Schwangerschaft, Austrocknung des Körpers sowie bestimmte Autoimmunerkrankungen und Tumorkrankheiten.
  • Verlangsamung des Blutflusses: z.B. durch Krampfadern, Immobilität (z.B. Bettlägerigkeit, Tragen von Gips, lange Liegezeit nach Operationen, Unfallverletzungen oder Herzinfarkt, aber auch langes Sitzen mit eingeengter Bewegungsmöglichkeit (z.B. längere Flugreisen).
  • Schäden an den inneren Venenwänden: z.B. durch Verletzungen, Entzündungen sowie v.a. altersbedingte Veränderungen der Venen, Diabetes, durch Kohlenmonoxid (Rauchen) bedingte Gefäßwandschädigungen oder Tumoren.

Das Risiko einer tiefen Venenthrombose steigt bei Raucherinnen, die die Pille  oder eine Hormonersatztherapie nehmen, sowie bei Fettleibigkeit (Adipositas) und mit zunehmendem Lebensalter.

Wie Sie einer tiefen Venenthrombose vorbeugen können

Folgende Maßnahmen können das Risiko für die Entstehung einer Venenthrombose reduzieren:

  • Regelmäßige Bewegung,
  • Beinübungen bei sitzender oder stehender Tätigkeit,
  • Abklärung des Risikos vor einer geplanten Operation,
  • Vermeidung der Pille als Verhütungsmittel.

Welche Symptome können bei tiefen Venenthrombosen auftreten?

Eine Thrombose kann ohne Beschwerden völlig unbemerkt ablaufen oder sich lediglich durch uncharakteristische Zeichen äußern. In vielen Fällen wird anfänglich ein Schwere-, Spannungs- oder Wärmegefühl im betroffenen Bein oder eine relativ plötzlich einsetzende schmerzhafte Schwellung des Beines bemerkt. Häufig treten auch Schmerzen (in Ruhe und bei Belastung) und eine Verhärtung der Wade auf, später kann sich die Haut leicht bläulich oder rötlich verfärben.

Daneben können Atemnot, Fieber, Husten, Brustschmerzen und beschleunigte Herzfrequenz auftreten. Diese Beschwerden deuten auf eine bereits eingetretene Lungenembolie hin.


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