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Grafik Herz mit Arterien © abhijth3747
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Aneurysma der Aorta

Aneurysmen sind lokale Ausbuchtungen oder Aussackungen eines Blutgefäßes bei einer Schwachstelle der Gefäßwand. Sie entwickeln sich langsam und zunächst ohne Symptome. Meist wird ein Aneurysma durch Zufall erkannt oder wenn es Beschwerden verursacht. Die Diagnose erfolgt über bildgebende Verfahren. Die Therapie hängt von der Größe und Lage der Ausbuchtung ab. Ziel der Behandlung ist, das Risiko eines Risses der Gefäßwand (Ruptur) zu senken. 

Aneurysmen können überall im Körper auftreten. Am häufigsten sind die Aorta, vor allem Bauchaorta, und das Gehirn betroffen, oft auch Schlagadern im Bereich des Beckens oder des Kniegelenks. Selten treten Aneurysmen im Bereich des Herzens bzw. an den Herzkranzgefäßen, sehr selten an der Halsschlagader (Carotis) auf.

Aneurysma: Was ist das?

Ein Aneurysma entsteht durch eine Schädigung oder Schwächung der Gefäßwand oder ist angeboren. Die Gefäßwand besteht aus drei Schichten. Bei einem echten Aneurysma sind alle drei Wandschichten betroffen. Ist nur eine Schicht der Gefäßwand lokal geschädigt, kann an dieser Stelle Blut zwischen die Wandschichten einströmen (Dissektion) und eine Aussackung bilden. Bei einem falschen Aneurysma bildet sich an der Gefäßwand eine Kapsel aus Bindegewebe, z.B. als Folge einer Operation, eines Traumas (Verletzung) oder einer Entzündung. Große Aneurysmen sind selten, aber mit einem hohen Risiko einer Ruptur verbunden, die zu starken inneren Blutungen führt.

Die Aorta (Hauptschlagader) ist die größte Arterie des Körpers. Sie transportiert das Blut vom Herzen durch den Brustbereich in den Körper. Bei Erwachsenen hat die Aorta einen Durchmesser von ca. zwei Zentimeter. Bei sehr großen Aneurysmen kann sich die Gefäßwand auf fünf Zentimeter und mehr ausdehnen. Die meisten Fälle (rund 90 Prozent) aller Aortenaneurysmen treten im Bauch (Abdomen) auf. Die Häufigkeit eines abdominellen Aneurysmas in der Bevölkerung liegt bei ca. vier von 10.000 Personen. 

Welche Ursachen & Risikofaktoren gibt es?

Die genauen Gründe für die fortschreitende Schwächung der Gefäßwand sind unklar. Die bedeutendste Ursache für die Entstehung eines Aneurysmas ist eine Arteriosklerose. Diese Gefäßerkrankung schädigt die Gefäßwand und ihre Stabilität. Zusätzlich begünstigen krankhafte Verengungen der Gefäße, Bluthochdruck und seltener chronische Entzündungserkrankungen (z.B. Pankreatitis, Endokarditis) die Entstehung eines Aneurysmas. Selten sind genetische Ursachen. Auch stumpfe oder scharfe Traumen (Verletzungen) können Aneurysmen auslösen. Sehr selten können bestimmte Infektionserkrankungen (z.B. Lues, Lyme-Borreliose) die Gefäßwände schädigen. 

Starke Risikofaktoren für die Entstehung eines Aneurysmas sind Rauchen und erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin). Sie sind für die Entwicklung einer Arteriosklerose mitverantwortlich. Auch das Alter gilt als Risikofaktor. So steigt das Risiko für ein Aortenaneurysma ab dem 65. Lebensjahr. Männer sind deutlich öfter betroffen als Frauen.

Personen, in deren direkter Verwandtschaft Aneurysmen aufgetreten sind, haben ein erhöhtes, erblich bedingtes Risiko. Nicht rauchen, gesunde, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung senken das Risiko der Entstehung eines Aneurysmas.

Welche Symptome können auftreten?

Aneurysmen verursachen zunächst meist keine Beschwerden. Mit zunehmender Größe können sich jedoch unterschiedliche Symptome entwickeln.

Symptome eines Aneurysmas der Bauchaorta sind:

  • anhaltende Bauch- und Rückenschmerzen, die auch bis in die Beine ausstrahlen,
  • ein pulsierendes Gefühl im Bauchbereich, das meist in der Nähe des Nabels bei Berührung spürbar ist.

Symptome der Ruptur der Bauchaorta sind:

  • plötzliche, starke Schmerzen im Bauch, die bei Männern bis in die Hoden ausstrahlen können,
  • hoher Puls, Herzrasen,
  • kalter Schweiß,
  • Kurzatmigkeit,
  • Bewusstlosigkeit

Hinweis Aufgrund der inneren Blutungen ist die Ruptur der Aorta ein akuter Notfall! Rufen Sie sofort die Rettung (144)!

Wie wird die Diagnose gestellt?

Oft werden Aneurysmen der Aorta bei bildgebenden Untersuchungen als zufälliger Befund entdeckt. Bei Verdacht auf ein Aortenaneurysma klärt die Ärztin/der Arzt die Symptome ab, erhebt die Krankengeschichte und führt eine körperliche Untersuchung durch. Die Diagnose kann durch spezielle bildgebende Untersuchungen, z.B. Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie), CT, MR etc. bestätigt werden. Dabei stellt die Ärztin/der Arzt fest, ob ein Aneurysma vorliegt und wie groß es ist. Danach richtet sich die weitere Behandlung.

Wie erfolgt die Behandlung eines Aortenaneurysmas? 

Die Therapie hängt vom Risiko einer Ruptur (Einriss) ab. Bei kleinen Aneurysmen ist dieses Risiko gering. Auch das Alter der Patientin/des Patienten und der Gesundheitszustand werden bei der Therapiewahl berücksichtigt.

  • Bei einem kleinen Aneurysma schlägt die Ärztin/der Arzt Änderungen des Lebensstils vor, um das Risiko eines Fortschreitens der Gefäßschädigung zu senken, z.B. Rauchstopp, gesunde Ernährung mit Verbesserung der Fettqualität, regelmäßige Bewegung etc. Eventuell werden Medikamente zur Senkung von Blutdruck und Cholesterinspiegel verordnet.
  • Bei einem großen Aneurysma kann ein gefäßchirurgischer Eingriff im Spital notwendig werden. Die behandelnde Chirurgin/der behandelnde Chirurg schlägt der Patientin/dem Patienten eventuell verschiedene Möglichkeiten vor.
  • Eine Ruptur erfordert eine Operation als Notfalleingriff.

Operationsmethode

  • Endovaskulärer Eingriff: Über einen kleinen Schnitt in der Leiste wird ein Stück künstliche Gefäßwand in die Arterie geschoben und an der Schwachstelle fixiert. Dies entlastet die Aorta und senkt das Rupturrisiko. Dieser Eingriff hat ein geringeres Komplikationsrisiko als eine offene Operation, das Einsatzstück („Graft“) kann jedoch weniger stabil fixiert werden.
  • Offene Operation: Die Chirurgin/der Chirurg führt einen Schnitt durch, um die betroffene Stelle an der Aorta freizulegen. Danach wird die Schwachstelle durch ein künstliches Gefäßstück ersetzt. Das Risiko von Komplikationen (z.B. Wundinfektionen) sowie die Regenerationszeit sind etwas höher als bei einem endovaskulären Eingriff.

Nach einer Operation sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig.

Was kann ich selbst tun?

  • Nicht rauchen, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung senken das Risiko der Entstehung eines Aneurysmas.
  • Wurde bereits ein kleines Aneurysma diagnostiziert, kann die Ärztin/der Arzt Änderungen im Lebensstil (gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, nicht rauchen) empfehlen und konkrete Maßnahmen vorschlagen, z.B. Ernährungsberatung, Bewegungsprogramm, Rauchstopp etc.
  • Zur Erzielung eines möglichst guten Therapieerfolges sollten ärztlich verordnete Medikamente vorschriftsmäßig eingenommen werden. 
  • Nehmen Sie die vereinbarten ärztlichen Kontrolluntersuchungen wahr. Dabei wird überprüft, ob die Therapien wirken und sich das Aneurysma verändert.

Wohin kann ich mich wenden?

Für eine Abklärung von Beschwerden im Bauch, in der Brust, im Hals oder in den Beinen, die auf ein Aneurysma hindeuten, können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin und Angiologie.

Bei Bedarf werden Sie zur weiteren Abklärung bzw. Behandlung an eine Spezialambulanz für Gefäßkrankheiten (Angiologie) überwiesen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (z.B. BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Bei bestimmten Untersuchungen (z.B. MRT) kann eine chefärztliche Bewilligung erforderlich sein. Für Medikamente auf „Kassenrezept“ ist die Rezeptgebühr zu entrichten. Bei bestimmten nicht medikamentösen Behandlungen kann – in manchen Fällen erst beim Erreichen eines bestimmten Ausmaßes – eine Bewilligung der Krankenversicherungsträger erforderlich sein. Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Webseite der Sozialversicherung finden.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

Unter Umständen kann zur Behandlung eines Aneurysmas ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Weitere Informationen finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt

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