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Frau mit Atemnot © Dan Kosmayer

Notfall: Atemnot

Atemnot wird in der medizinischen Fachsprache als Dyspnoe bezeichnet. Die möglichen Ursachen sind vielseitig: Neben einer Verlegung der Atemwege durch Fremdkörper können unterschiedliche Erkrankungen dahinter stecken.

Generell unterscheidet man zwischen einer Belastungsatemnot, die nur während körperlichen Betätigungen auftritt, und einer Ruheatemnot, die auch in Ruhesituationen spürbar ist. Die Schwere der Atemnot ist von vielen Faktoren abhängig und wird subjektiv unterschiedlich wahrgenommen. In jedem Fall ist es wichtig, die Anzeichen zu erkennen und entsprechend zu handeln.

Wie äußert sich Atemnot bei Erwachsenen?

Schwere Atemnot ist immer ein Notfall. In dieser Situation müssen Sie als Ersthelferin/Ersthelfer schnell handeln und bei folgenden Symptomen sofort den Notruf 144 wählen:

  • Schnelle Atmung,
  • blasse und/oder bläulich-graue Haut, besonders im Bereich Lippen, Nägel oder Augenlider,
  • Atemgeräusche wie Pfeifen, Rasseln, Keuchen,
  • verstärkte Atmung und Abstützen des Oberkörpers (z.B. Anhalten an Sessellehne oder Tischkante), um die Atemhilfsmuskulatur einzusetzen,
  • plötzlich einsetzender Husten,
  • Unfähigkeit zu sprechen sowie
  • kalter Schweiß, Todesangst.

Wie kann ich Erste Hilfe leisten?

Wichtig bei schwerer Atemnot ist, sofort den Notruf 144 zu wählen. Im Vordergrund steht dann die Stressreduzierung. Alle unterstützenden Maßnahmen, z.B. beruhigende Gespräche, helfen in dieser Notfallsituation.

  • Beruhigen Sie die Person, und versuchen Sie selbst, ruhig zu bleiben.
  • Die/der Betroffene soll sitzen oder mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden.
  • Ein Abstützen mit den Armen erleichtert die Atmung.
  • Sie/er darf sich keinesfalls selbst bewegen.
  • Öffnen Sie beengende Kleidung.
  • Sorgen Sie für Frischluftzufuhr.
  • Überwachen Sie den Zustand der/des Betroffenen.
  • Sehen Sie in den Mund des/der Betroffenen: Ist ein Fremdkörper sichtbar? Falls ja, versuchen Sie, diesen vorsichtig zu entfernen. Mehr zum Thema: Notfall: Verlegung der Atemwege

Bei Bewusstlosigkeit oder plötzlichem Bewusstseinsverlust:

  • Rufen Sie laut um Hilfe, und machen Sie umstehende Personen auf die Notfallsituation aufmerksam!
  • Überprüfen Sie das Bewusstsein (ansprechen und sanft berühren).
  • Überprüfen Sie die Atmung: hören, sehen, fühlen für max. zehn Sekunden:

    • Solange noch eine Eigenatmung vorhanden ist: Bringen Sie die Betroffene/den Betroffenen in die stabile Seitenlage, und wählen Sie den Notruf. Wiederholt die Atmung prüfen!

    • Ist keine normale Atmung vorhanden, dann sofort Notruf 144 wählen. Danach 30x Herzdruckmassage, 2x beatmen, 30x Herzdruckmassage, 2x beatmen, 30x Herzdruckmassage usw., bis professionelle Hilfe eintrifft.

Mehr zum Thema: Erste-Hilfe-Maßnahmen

Was sind häufige Ursachen für Atemnot im Erwachsenenalter?

Die Hauptursachen für eine Atemnot liegen entweder im Bereich der Atemwege (Rachenraum, Luftröhre, Bronchien), des Herzens oder der Lunge. Andere Gründe können Muskelerkrankung, Blutarmut, Verletzungen oder auch Tumore sein.

Asthma bronchiale

Zirka vier bis fünf Prozent der Bevölkerung haben mehr oder weniger schweres Asthma bronchiale. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer zeitlich begrenzten Verengung der unteren Atemwege. Verantwortlich dafür sind eine Verkrampfung der Schleimhautmuskelzellen, eine Schleimhautschwellung und eine vermehrte Schleimproduktion. Eine asthmatische Reaktion kann durch eine Allergie, ein Medikament, körperliche oder psychische Belastung, Umweltschadstoffe oder einen Infekt ausgelöst werden. Die Hauptsymptome sind Atemnot, keuchende Atmung, Husten, Engegefühl im Brustkorb und trockene, pfeifende Ausatmungsgeräusche. Bei bekannter Diagnose sollte immer ein Asthmaspray griffbereit sein.

COPD (chronische obstruktive Lungenerkrankung)

Die Abkürzung COPD (chronic obstructive pulmonary disease) steht für verschiedene Erkrankungen der unteren Atemwege, bei denen sowohl die Bronchien als auch das Lungengewebe geschädigt sind. Umgangssprachlich wird die COPD oft auch als Raucherhusten bezeichnet. Die Symptome sind dem Asthma bronchiale ähnlich. Besonders im Rahmen von Infektionen kann es zu einer schweren Atemnot kommen. 

Herzinsuffizienz

Bei dieser Erkrankung hat das Herz eine verminderte Pumpleistung. Dadurch wird der Körper nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt. Besonders unter körperlicher Belastung wird die Atemnot verstärkt. Auslöser einer Herzinsuffizienz können ein Herzinfarkt, chronischer Bluthochdruck, eine Herzmuskelentzündung oder geschädigte Herzklappen sein. Ausführliche Informationen erhalten Sie unter Herzinsuffizienz.

Lungenentzündung

Eine Lungenentzündung kann ebenfalls Atemnot auslösen. Dies ist abhängig von der Ursache, der Größe des betroffenen Areales und den Begleiterkrankungen des erkrankten Menschen. Auslöser können Bakterien, Viren oder seltene Erreger wie Legionellen oder Chlamydien sein. Die Symptome können sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Bei schweren Lungenentzündungen atmen die Betroffenen meist oberflächlich, angestrengt und schnell. Die Atembewegung kann deutlich eingeschränkt sein. Manchmal ist die Atmung auch schmerzhaft. Die Infektion kann aber auch ganz untypisch mit langsamer Verschlechterung des Allgemeinzustandes verlaufen. 

Lungenembolie

Bei dieser Erkrankung kommt es durch ein Blutgerinnsel zu einem Verschluss eines Lungengefäßes. Der Ursprung dieses Blutgerinnsels liegt häufig in den tiefen Beinvenen. Von dort kann es als Ganzes oder auch nur in Teilen über die Blutstrombahn in die rechte Herzkammer und danach in ein Lungengefäß gelangen. Die Folge des verstopften Gefäßes ist ein nicht durchblutetes Lungenareal. Je nach Größe des betroffenen Lungenteils können die Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Atemnot, erhöhte Atemfrequenz und Brustschmerzen sind häufige Symptome. Mehr zum Thema: Lungenembolie

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