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Schlaganfall: Anzeichen erkennen

Beim Schlaganfall zählt vor allem die Zeit. Die Folgen eines Schlaganfalls lassen sich begrenzen, wenn die Anzeichen rechtzeitig erkannt werden und die Betroffenen schnelle medizinische Behandlung im Krankenhaus erhalten. In vielen Fällen kündigt sich ein Schlaganfall schon zuvor durch charakteristische Symptome an. Typisch sind plötzlich auftretende Ausfallserscheinungen und einseitige Veränderungen – je nachdem, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist. Die Beschwerden sind oft vorübergehend. Diese vorübergehenden Beschwerden sind oft typische Vorboten eines drohenden Schlaganfalls.

Welche Symptome können bei einem Schlaganfall auftreten?

© hiro

Einseitige Lähmung

Eine plötzlich eintretende Lähmung auf einer Körperseite ist ein charakteristisches Zeichen für einen Schlaganfall. Sie kann am Arm, Bein oder im Gesicht auftreten. Beispiele für Lähmungserscheinungen sind: Ein Arm oder eine Hand hängt schlaff herab. Gegenstände können nicht gehalten werden. Betroffene können ein Bein nicht mehr heben, gehen unsicher oder stolpern. Im Gesicht hängt ein Mundwinkel herab, die Gesichtszüge sind ungleich. In manchen Fällen empfinden die Betroffenen z.B. einen Arm als taub und Berührungen werden nicht gespürt.

© hiro

Sprachstörung

Sprachstörungen bzw. Sprechstörungen können sich durch verschiedene Symptome äußern. Die Betroffenen haben oft Probleme, die richtigen Wörter zu finden, verwenden falsche Buchstaben oder verdrehen Silben (Sprachstörung). Umgekehrt kann es auch sein, dass sie selbst Schwierigkeiten haben, Gesprochenes zu verstehen. Sie können daher einfache Anweisungen oft nicht mehr befolgen (Sprachverständnisstörung). In seltenen Fällen können sie überhaupt nicht mehr sprechen. Weiters kann es auch zu einer verwaschenen bzw. undeutlichen Sprache („Lallen“) führen (=Sprechstörung).

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Sehstörung

Bei einem Schlaganfall kann das Sehvermögen vermindert sein. Manche Betroffene sehen doppelt oder verschwommen. Eine Hälfte des Bildes ist plötzlich verschwunden, z.B. beim Lesen. Selten kann es auch zu einer vorübergehenden Blindheit auf einem Auge kommen.

© hiro

Schwindel und Gleichgewichtsstörung

Bei Betroffenen kann plötzlicher Schwindel auftreten, der meist mit einer Fallneigung zur Seite (Drehschwindel) verbunden ist. Er kommt meist nicht isoliert vor, sondern gemeinsam mit anderen Beschwerden wie Doppelbilder-Sehen, Schluckstörungen, Lähmungs- oder Taubheitserscheinungen.

© hiro

Schlagartig einsetzender, starker Kopfschmerz

Selten können plötzlich extrem starke Kopfschmerzen auftreten. Sie können ein Anzeichen für eine Hirnblutung sein. Meist handelt es sich um eine Subarachnoidalblutung, die bei einem Riss eines Aneurysmas im Gehirn auftritt.


Schlaganfall-Symptome erkennen

Mit dem sogenannten FAST-Test lässt sich schnell und einfach ein Verdacht auf Schlaganfall überprüfen. Das Wort FAST kommt aus dem englischen und bedeutet eigentlich „schnell“. Jeder Buchstabe beim FAST-Test steht für eine Körperregion:

  • Face (Gesicht)
  • Arms (Arme)
  • Speech (Sprache/Sprechen)
  • Time (Zeit)

So prüfen Sie die wichtigsten Anzeichen für einen Schlaganfall:

© sabelskaya

Face: Bitten Sie die Person zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin.

Arms: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, ein Arm sinkt oder dreht sich.

Speech: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen („lallend“), liegt vermutlich eine Sprach/Sprechstörung vor.

Time: Zögern Sie nicht, wählen Sie unverzüglich die Nummer der Rettung und schildern Sie die Symptome. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Heilungschancen.

Hinweis

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall muss sofort die Rettung verständigt werden (Notruf 144).

Schlaganfall – Richtig reagieren!

Lassen sich derartige Beschwerden bei einem Mitmenschen erkennen, verständigen Sie sofort die Rettung (Notruf 144)! Diese Empfehlung gilt unabhängig vom Alter der/des Betroffenen, denn Schlaganfälle können nicht nur bei älteren, sondern – wenn auch seltener – bei jüngeren Menschen auftreten. Durch rasche Diagnose und Behandlung am besten in spezialisierten Abteilungen in Krankenhäusern – so genannten Stroke Units – können Nervenzellen im Gehirn vor dem Absterben gerettet werden. Gerade die ersten Stunden sind bei einem Schlaganfall entscheidend. Beispielsweise kann ein Blutgerinnsel im Gehirn durch eine spezielle Behandlung rasch wieder aufgelöst werden (Thrombolyse). 

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Letzte Aktualisierung: 23. Dezember 2020

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Priv.-Doz.in Dr.in Julia Ferrari, Fachärztin für Neurologie, Zusatzfach Neurologie (Geriatrie)

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