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Patient wird mit Stethoskop abgehört © Monet

Pleuraerguss

Zu einem Pleuraerguss kann es bei verschiedenen Erkrankungen kommen, zum Beispiel bei Herzschwäche, Niereninsuffizienz, diversen entzündlichen oder infektiösen Erkrankungen und vielem mehr. Es kommt es zur Ansammlung von Flüssigkeit im Spalt zwischen Lunge und Brustwand, genauer zwischen Rippen- und Lungenfell, dem sogenannten Pleuraspalt. Normalerweise ist dieser sehr klein und enthält sehr wenig Flüssigkeit. Bemerkbar macht sich ein Pleuraerguss dementsprechend – unter anderem durch erschwerte Atmung . . .

Ursachen

Ein Pleuraerguss kann bei verschiedenen Erkrankungen auftreten. Es wird grundsätzlich unterschieden zwischen Erkrankungen, bei denen Flüssigkeit „passiv“ durch vermehrte Filtration in den Pleuraraum gelangt wie z.B. bei Herzschwäche, Niereninsuffizienz, Hypoalbuminämie, Leberversagen mit Aszites. Hier handelt es sich um eine eiweißarme Flüssigkeit, die als „Transsudat“ bezeichnet wird.

Bei anderen Erkrankungen hingegen kommt es zur vermehrten Produktion von eiweißreicher Flüssigkeit, die dann als „Exsudat“ bezeichnet wird. Zu diesen Erkrankungen zählen einerseits entzündliche Erkrankungen wie Rheuma und andere Bindegewebserkrankungen, infektiöse Erkrankungen wie Lungenentzündung oder Tuberkulose. Aber auch bösartige Tumoren können durch Metastasen am Rippenfell einen Pleuraerguss verursachen.

Ein Pleuraerguss kann also beispielsweise auftreten bei:

  • Bösartigen Tumoren (maligne Prozesse, z.B. bei Bronchial- oder Mammakarzinom),
  • Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche),
  • Niereninsuffizienz,
  • Pneumonie (Lungenentzündung),
  • Pulmonalembolie (Lungenembolie).

Weniger häufig kommt ein Pleuraerguss bei weiteren Erkrankungen vor, beispielsweise bei Hypoalbuminämie, Bauchspeicheldrüsenentzündung, rheumatischen Erkrankungen, Tuberkulose etc.

Symptome 

Ein Pleuraerguss äußert sich durch:

  • Erschwerte Atmung (Dyspnoe)
  • Schmerzen (bei kleineren Pleuraergüssen, teils atemabhängig)

Je nach Grunderkrankung treten verschiedene zusätzliche Symptome auf. Weitere Informationen zu Symptomen finden Sie unter der jeweiligen Erkrankung unter Krankheiten.

Diagnose 

Die Ärztin/der Arzt erhebt die Krankengeschichte (Anamnese), erkundigt sich nach Symptomen wie Fieber oder Husten, Vorerkrankungen etc. Sie/er führt körperliche Untersuchungen durch, z.B. Abklopfen und Abhören. Wesentlich ist das Erkennen der zugrunde liegenden Erkrankung (z.B. Lungenembolie, Infektion, Herzschwäche u.v.m.), sofern diese nicht bereits bekannt ist. Veranlasst werden zudem Röntgen und Ultraschall.

Um festzustellen, ob es sich um ein Transsudat oder ein Exsudat handelt, kann es notwendig sein, eine Probe des Ergusses zu nehmen. Dies geschieht in Form einer Pleurapunktion. Die Probe wird dabei mithilfe einer Nadel und nach lokaler Betäubung entnommen. Sie gibt der Ärztin/dem Arzt erste Hinweise (z.B. über Blutbeimischung, Eiter). Zudem wird die Probe im Labor weitergehend untersucht. Weitere Informationen finden Sie unter Pleurapunktion.

Im Rahmen der Diagnose eines Pleuraergusses können verschiedene Laborwerte bestimmt werden, um die Ursache des Ergusses eingrenzen zu können (insbesondere Protein, aber auch Bakterienkultur, zytologische Untersuchungen, BSG, CRP, Blutbild, Differenzialzellbild, Hämatokrit, pH-Wert, LDH). Weitere Informationen zu den Laborwerten finden Sie unter Laborwerte-Tabelle.

Folgende Untersuchungen können zusätzlich vorgenommen werden:

Therapie 

Die Therapie orientiert sich an der Ursache sowie der Größe des Ergusses und besteht – neben der Behandlung der Grunderkrankung – aus folgenden Maßnahmen:

  • Punktion. Im Zuge der Therapie kann eine Punktion notwendig sein, bei der eine größere Menge Flüssigkeit, die Beschwerden verursacht, entnommen wird.
  • Drainage. Über einen kleinen Hautschnitt und einen Schlauch wird mithilfe von Unterdruck der Erguss laufend „abgesaugt“. Nach Entfernen der Drainage wird die Wunde mit einem Pflaster oder einer Naht verschlossen. Die Behandlung wird in einem Krankenhaus unter örtlicher Betäubung durchgeführt.
  • Pleurodese (Pleuraverklebung). Dabei wird der Raum zwischen Lungen- und Rippenfell „verklebt“, z.B. mit Talkumpuder über die Drainage. Dies kann im Zuge einer Operation erfolgen, bei der zuvor Flüssigkeit abgesaugt werden kann, oder durch sterile Instillation von Talkumlösung („Talkum-Slurry“) über eine bereits angelegte Drainage.

Über die Notwendigkeit und Durchführung der therapeutischen Maßnahmen informiert Sie die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt.

Weitere Informationen zur Therapie bestimmter Erkrankungen finden Sie unter Krankheiten.

Wohin kann ich mich wenden?

Ansprechpartner bei Beschwerden bzw. Erkrankungen der Lunge sind Fachärztinnen/Fachärzte für Lungenkrankheiten. Die Hausärztin/der Hausarzt kann gegebenenfalls Überweisungen in die Wege leiten (z.B. zu weiterführenden Untersuchungen).

Ärztinnen/Ärzte verschiedener weiterer Fachrichtungen können in die Diagnose und Behandlung involviert sein, z.B. für Chirurgie, Innere Medizin etc.

Pleurapunktionen (in den meisten Fällen), Drainage sowie Pleurodese werden im Krankenhaus durchgeführt.

Hinweis Zeigen sich Symptome, wie zum Beispiel Atemnot, plötzlicher Schmerz im Brustbereich (besonders bei tiefer Atmung) bzw. starker Schmerz, muss sofort die Notärztin/der Notarzt (144) verständigt werden!

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für Diagnose und Behandlung eines Pleuraergusses werden im Regelfall vom zuständigen Krankenversicherungsträger übernommen. Nähere Informationen zu Kosten bei einem Spitalsaufenthalt finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Arztbesuch: Kosten und Selbstbehalte.

Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

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