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Lächelnde Frau mit aufgespanntem Regenschirm © Rubberball
Lächelnde Frau mit aufgespanntem Regenschirm © Rubberball

Krisenkompetent mit Resilienz

Ob Stress, Krankheit oder Krisen: Früher oder später ist niemand davor gefeit. Doch jede/jeder geht anders damit um. Wer psychisch „gewappnet“ ist, gelangt leichter wieder in Balance.

Seelische Widerstandskraft (Resilienz) erleichtert es, negativen Einflüssen standzuhalten und sich im Lauf des Lebens weiterzuentwickeln, ohne dabei seelisch zu erkranken.

Was macht Menschen resilient?

Resilienz und das sogenannte Coping sind zwei wichtige Ressourcen, die helfen, mit belastenden Situationen umzugehen. Forscherinnen/Forscher beschäftigen sich schon seit einiger Zeit mit den Themen Resilienz und Salutogenese. Und stellen dabei die Frage in den Raum: Welche Umstände tragen dazu bei, trotz vieler Widrigkeiten möglichst seelisch gesund zu bleiben? Dabei spielen individuelle Faktoren (z.B. genetische Ausstattung, körperliche Gesundheit/Krankheit, Alter, Lebensgeschichte, Persönlichkeitsmerkmale) sowie das soziale Umfeld (z.B. Familie, Kultur), allgemeine Umweltfaktoren (z.B. Wohlstand, Sicherheit) und relevante Lebensereignisse eine tragende Rolle.

Die Resilienzforschung benennt eine Reihe von Kriterien, die Menschen psychisch stärken, sodass sie auch schlimme Ereignisse oder belastende Lebensumstände gut verarbeiten können. Dazu gehören z.B. Hoffnung, Selbstständigkeit, Unabhängigkeit, Entschlossenheit, Einsicht, Humor und Mut. Resiliente Menschen haben ein starkes Vertrauen in sich selbst. Zudem sehen sie es nicht als Schwäche, Hilfe zu suchen. Resilienz ist ein wichtiger Schutzfaktor, der auch negative Auswirkungen von Kindheitsbelastungen abpuffern kann. Zudem ist sie hilfreich, um körperliche Erkrankungen besser „meistern“ zu können. 

Hinweis Zögern auch Sie nicht, bei seelischen oder auch körperlichen Beschwerden professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Je eher, desto besser. Sie finden zahlreiche Ansprechstellen unter Wenn die Psyche Hilfe braucht sowie unter Gesundheitssuche (Arztsuche und vieles mehr). 

Die Säulen der Resilienz

Wichtige Grundpfeiler der Resilienz sind:

  • Akzeptanz
  • Optimismus
  • Selbstwirksamkeit (Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit)
  • Verantwortung tragen
  • Networking (ein Beziehungsnetz aktiv aufbauen und erweitern)
  • Zukunftsplanung
  • Orientierung an Lösungen

Resilient zu sein heißt allerdings nicht, dem Leben ständig mit einem Lächeln zu begegnen. Der bewusste Umgang mit den unterschiedlichsten Emotionen (ob Freude, Wut oder Trauer) gehört zu einem gesunden Seelenleben.

Kann man seelische Widerstandskräfte stärken?

Jeder Mensch hat resiliente Anteile in sich. Es ist auch möglich, diese zu verbessern oder Fähigkeiten zu erlernen, um leichter mit schwierigen Lebenssituationen umgehen zu können. Qualitativ hochwertiges Coaching, gezieltes Resilienztraining, klinisch-psychologische Beratung, gesundheitspsychologische Beratung oder Psychotherapie können dabei beispielsweise helfen. Studien zeigen, dass nicht so resiliente gegenüber sehr resilienten Menschen besonders von resilienzfördernden Maßnahmen profitieren.

Jede/jeder hat zudem die Möglichkeit, seine eigene psychische Widerstandskraft zu stärken und zu schulen. Tipps zur Resilienz-Steigerung finden Sie unter So stärken Sie Ihre Psyche. Doch niemand hat Resilienz auf Lebenszeit für sich gepachtet. Manchmal muss sie neu „erarbeitet“ werden, z.B. nach schweren Krisen oder seelischen Traumata. Mit der seelischen Gesundheit ist es wie mit der körperlichen: Sie möchte stetig gepflegt und erhalten werden.

EU-Projekt zum Thema Resilienz

Auf Initiative des Vereins Blickpunkt Identität wurde ein EU-Projekt zum Thema Resilienz ins Leben gerufen, gefördert aus Mitteln des Fonds Gesundes Österreich und koordiniert vom Verein Blickpunkt Identität mit Projektpartner Meduni Wien. Einzelne Personen oder Gruppen sollen ihre seelische Widerstandskraft entdecken, ausbauen und nutzen. Vor allem Multiplikatorinnen/Multiplikatoren sollen in ihrer Arbeit unterstützt werden (vorranging in der Erwachsenenbildung oder Organisationsentwicklung, aber auch etwa (Gesundheitspsychologinnen/Gesundheitspsychologen oder Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten). Auf der Internet-Plattform www.resilience-project.eu stehen verschiedene Downloads zur Verfügung. 

Tipp Mittels eines eigens entwickelten Online-Games kann zudem jede/jeder spielerisch Resilienz-Know-how erwerben.

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