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Zwei Hufeisen und ein vierblättriges Kleeblatt © Creatix
Zwei Hufeisen und ein vierblättriges Kleeblatt © Creatix

Glück & Wohlbefinden

Glück hat für jeden Menschen eine persönliche Bedeutung. Fakt ist zudem: Glücklich zu sein, fördert die Gesundheit, sowohl körperlich als auch seelisch. Dabei geht es nicht um ein andauerndes Ausklammern unangenehmer Gefühle.

Denn das wäre auf Dauer nicht förderlich. Ärger, Traurigkeit & Co. gehören zum Leben dazu. Doch wer lernt, positive Gefühle zu genießen, gewinnt viel an Lebensqualität. 

Glück: Was ist das?

Glück zu definieren, ist eine Herausforderung. Denn für jede/jeden kann es etwas anderes bedeuten. Glück kann auf mehrere Arten erlebt werden, z.B.:

  • als Nähe zu anderen Menschen,
  • als schöpferisches Potenzial (z.B. etwas Kreatives gestalten),
  • als völlige Entspannung,
  • als Verschmelzungsgefühl (z.B. erotischer Natur),
  • als eine Art Trance,
  • als Zustand der Zeitlosigkeit/des Aufgehen in einem Moment („Flow“),
  • als Sinnerfülltheit oder
  • als Freude an Selbstbestimmung.

Die Fähigkeit zum Empfinden positiver Glücksgefühle ist unter anderem genetisch mitbestimmt. Doch Umweltbedingungen (wie etwa Wohlstand, Sicherheit) sowie die persönliche Entwicklung und das eigene Erleben gestalten und formen die „Glückslaufbahn“.  

Glücksforschung ist ein jüngeres Forschungsgebiet, dem sich verschiedene Fachdisziplinen (z.B. Psychologie) widmen. Die positive Psychologie beschäftigt sich beispielsweise mit erfreulichen Gefühlen und Persönlichkeitsstärken. Als menschliches Gefühl ist Glück im Vergleich zu negativen Emotionen, wie etwa Angst und Ärger, allerdings wissenschaftlich noch nicht so umfassend untersucht.

Wohlbefinden: Was ist das?

In der psychologischen Forschung entwickelte sich im Zusammenhang mit Glück bzw. positiven Gefühlen auch das Konzept des subjektiven Wohlbefindens. Dieses setzt sich zusammen aus:

  • länger anhaltender Lebenszufriedenheit,
  • häufigen positiven Emotionen (z.B. Freude) und
  • seltenen negativen Gefühlen (z.B. Ärger) .

Gedanken und Gefühle zum eigenen Leben spielen dabei eine wesentliche Rolle. 

In der Wissenschaft spricht man auch häufig von vier Aspekten des Wohlbefindens:

  • Glück,
  • Lebenszufriedenheit,
  • Sinn/Wert des Lebens,
  • Abwesenheit von Angst.

Welche Rolle spielen Persönlichkeitsfaktoren?

Nach dem Psychologen Lewis Goldberg gibt es die sogenannten „Big Five“ der Persönlichkeitsmerkmale:

  • Extraversion: aus sich herausgehen, gesellig sein.
  • Offenheit: für neue Erfahrungen, flexibel sein, Einsatz von Fantasie.
  • Verträglichkeit: Rücksicht auf andere nehmen, freundlich sein.
  • Gewissenhaftigkeit: z.B. ausdauernd Ziele verfolgen.
  • Neurotizismus: emotionale Instabilität (etwa sich leicht aus der Ruhe bringen lassen bzw. nervös werden).

Diese Persönlichkeitsmerkmale eines Menschen bieten eine wissenschaftliche Grundlage für Forschungen zum Thema Glück. Extrovertierte dürften glücklicher als introvertierte Personen sein. Wer aus sich herausgeht und soziale Kontakte pflegt, kann davon eher profitieren. Allerdings kann auch der Gegenpol Introvertiertheit (Menschen, die eher gerne für sich sind) zu einem glücklichen Leben führen. Das hängt davon ab, was als angenehm oder passend für das eigene Leben oder die jeweilige Situation empfunden wird. Jedoch ist ein gewisser Kontakt zu Menschen für die Lebensqualität wichtig.

Gewissenhaftigkeit dürfte sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Sofern diese mit Maß und Ziel betrieben wird. Offenheit für neue Erfahrungen sowie Verträglichkeit hat in diesen Forschungen ebenfalls einen positiven Effekt auf das Glück ergeben. Emotionale Instabilität macht es einem jedoch schwerer, sich wohl zu fühlen und Glücksmomente zu erleben. Dabei sind diese Persönlichkeitsmerkmale veränderbar. Sie können sich im Laufe des Lebens weiterentwickeln.

Welche Wirkung haben Glücksgefühle?

Glücksempfinden wirkt sich prinzipiell positiv auf das psychische und körperliche Wohlbefinden aus. Glückliche Menschen fühlen sich meist gesünder, empfinden weniger Schmerzen und schütten in Stresssituation weniger Stresshormone aus.

Die Erweiterungs- bzw. Aufbautheorie besagt, dass positive Gefühle – vor allem Freude und Glück – den Handlungs- sowie Gedankenspielraum erweitern. Ressourcen werden aufgebaut, die weitere Glückserlebnisse nach sich ziehen bzw. Stress leichter bewältigen lassen. Glücks- und Lebenskompetenzen aufzubauen, ist für den weiteren Lebensweg sehr hilfreich. Dabei geht es nicht nur um das pure Wohlbefinden. Es geht unter anderem darum, das Selbstvertrauen zu stärken und zu lernen, mit den Herausforderungen des Alltags möglichst gut fertig zu werden.

Welche Rolle spielen Botenstoffe im Gehirn?

Eine Schlüsselrolle nehmen Botenstoffe ein. Der Neurotransmitter Dopamin scheint Menschen zu einem Verhalten zu motivieren, das positive Folgen nach sich zieht. Ein weiterer Botenstoff in Zusammenhang mit guten Gefühlen ist Serotonin. Auch Oxytocin, ein Hormon, das vor allem im Kontext mit Stillen und Bindung in Zusammenhang gebracht wird, wirkt sich auf den „Glückshaushalt“ aus. Genauso wie etwa körpereigene Endorphine.

Im menschlichen Gehirn gibt es zudem ein sogenanntes Belohnungssystem. Bestimmte Hirnregionen reagieren auf Ereignisse, die sich lohnen. Botschaft dieser Abläufe ist: „Das lohnt sich – das möchte ich wiederholen.“ In der Wissenschaft werden sogenannte Belohnungsneuronen definiert, die spezifisch auf diese Reize reagieren. Diese Gehirnregionen sprechen allerdings nicht mehr an, wenn man die Belohnung gar nicht mehr möchte. Motivation und Belohnung sind eng miteinander verknüpft und bilden einen Zyklus aus Motivation, Verhalten und Belohnung: den Motivations-Belohnungs-Kreislauf. Mehrere Gehirnstrukturen sind an diesem Prozess beteiligt (z.B. der Nucleus accumbens, die Lust- und Belohnungszentrale). Bereits die Erwartung einer Belohnung kann als Vorfreude registriert werden. Dem Belohnungssystem kommt auch eine Rolle in der Suchtforschung zu. 

Was macht mich glücklich und zufrieden?

Menschen kehren nach intensiven Glücksgefühlen wieder auf ein emotionales Ausgangslevel zurück. Dauernd glücklich zu sein, funktioniert leider nicht. Es erscheint auch im Lebenszusammenhang und Reifungsweg eines Menschen nicht sinnvoll. Dennoch ist es möglich, das Glücksempfinden bzw. Wohlbefinden zu steigern – etwa durch Änderung des Denkens oder Handelns. Allerdings ist es wichtig, auch größere Lebenszusammenhänge zu betrachten. Im Endeffekt kann nur jede/jeder selbst herausfinden, was sie/ihn individuell glücklich macht. Orientierungspfeiler geben die Glücksforschung und die eigene Erfahrung vor. Glück scheint eher dann erfolgreich zu sein, wenn man eine gewisse entspannte Haltung dazu einnimmt.

Allgemeine Schritte zu mehr Wohlbefinden

Es gibt zudem allgemeine Maßnahmen, die zur Steigerung des Wohlgefühls beitragen können. Zum Beispiel:

Aktivitäten, die vielleicht kurzfristig das Wohlgefühl steigern, danach jedoch zu einem schlechteren Zustand führen, sind nicht zielführend (z.B. zu viel Alkohol trinken, übermäßig Süßigkeiten essen).

Was ist ein Glückstagebuch?

Eine Möglichkeit zur Steigerung von Glück ist es, ein gezieltes Glückstagebuch zu führen. Dieses ist auch wissenschaftlich untermauert und kann folgende wichtige Themen beinhalten:

  • Richten Sie den Fokus auf das Positive: Ereignisse, die schön sind bzw. waren und deren Geschichte. Andere (negative) Aspekte sollten aber nicht ausgeklammert werden.
  • Rufen Sie sich Dankbarkeit in Erinnerung: Wofür sind Sie dankbar?
  • Lernen Sie Ihre Stärken kennen: Ergründen Sie, welche guten und hilfreichen Charaktereigenschaften in Ihnen stecken, und setzen Sie diese immer wieder auf neue Art und Weise ein.

Das Festhalten dieser Erlebnisse und Gedanken kann Ausgangspunkt sein, um neue Wege und Betrachtungsperspektiven im Leben zu finden. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf! Auch eine Collage oder Zeichnung kann in „Ihrem Werk“ Platz finden.

Wenn Sie etwas mehr Orientierung für Ihr Glückstagebuch suchen: Die Technische Hochschule Braunschweig hat gemeinsam mit dem Institut für Pädagogische Psychologie das Übungsheft „Drei gute Dinge“ auf Basis von Studienergebnisse ins Leben gerufen. Dabei können Sie jeden Tag einer Woche lang strukturiert positive Momente festhalten. 

Wenn Sie sich mit Ihren Gefühlen (z.B. im Rahmen einer Selbsterfahrung) genauer auseinandersetzen möchten, helfen Ihnen etwa Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten oder Gesundheitspsychologinnen/Gesundheitspsychologen weiter. Sollten Sie sich psychisch schlecht fühlen, zögern Sie ebenfalls nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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