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Frau bei Impfung © miss_mafalda

Nebenwirkungen von Impfungen

Die heutigen Impfstoffe werden vor ihrer Zulassung nach strengen Vorschriften geprüft. Sie haben sich in ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit bewährt. Dennoch lassen sich – wie bei der Verabreichung anderer Arzneispezialitäten – unerwünschte Reaktionen nicht völlig ausschließen. Typische Beschwerden nach einer Impfung sind z.B. Rötung oder Schwellungen an der Impfstelle, auch Allgemeinreaktionen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sind möglich. Schwerwiegende sogenannte unerwünschte Reaktionen nach Impfungen sind sehr selten . . .

Welche Impfreaktionen können auftreten?

Eine Impfreaktion kann durch den im Impfstoff enthaltenen Erreger selbst oder durch die beigefügten Hilfsstoffe ausgelöst werden. Nach einer Impfung kann es bei der geimpften Person (Impfling) zu Rötungen oder leichten Schmerzen im Bereich der Injektionsstelle kommen (Lokalreaktionen). Auch (leichtes) Fieber, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden (z.B. Appetitlosigkeit, Durchfall) können manchmal auftreten (Allgemeinreaktionen). Diese Reaktionen dauern oft nur wenige Tage an und sind Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff.

Ausführliche Informationen zu unerwünschten Reaktionen nach einer Impfung finden Sie unter Reaktionen und Nebenwirkungen nach Impfungen.

Impfkrankheit

Besonders nach Lebendimpfungen können - ein bis drei Wochen nach der Impfung - krankheitsähnliche Symptome auftreten, die als normale Impfreaktion zu betrachten sind. Dazu zählen z.B. :

  • leichte Schwellung der Ohrspeicheldrüse (Parotisschwellung),
  • masern- bzw. varizellenähnliches Exanthem,
  • Gelenksschmerzen (Arthralgien).

Man spricht von Symptomen einer „Impfkrankheit“. Sie kommt bei weniger als einem Prozent der Lebendimpfungen vor. In der Regel sind diese Symptome vorübergehender Natur und heilen grundsätzlich immer ohne bleibende gesundheitliche Folgen aus.

Hinweis Krankheitserscheinungen, die in einem ursächlichen Zusammenhang mit einer Impfung stehen könnten und über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehen (z.B. allergische Reaktionen nach einer Impfung), werden als Impfkomplikation bezeichnet. Dabei ist zu beachten, dass aus einem reinen zeitlichen Zusammenhang nicht automatisch auch eine Ursächlichkeit abzuleiten ist. Viele Krankheiten treten auch unabhängig von Impfungen als „Hintergrundmorbidität“ auf.

Was ist ein Impfschaden?

Als Impfschaden (es handelt sich hierbei um einen rechtlichen und nicht um einen medizinischen Begriff) bezeichnet man eine über das übliche Ausmaß hinausgehende gesundheitliche Schädigung durch eine Schutzimpfung. Dabei handelt es sich meist um neurologische Erkrankungen wie z.B. Lähmungen oder geistige Behinderungen infolge einer Hirnhautentzündung (Meningitis). Solche schweren Komplikationen treten äußerst selten auf. Erkrankungen, gegen die geimpft werden kann, werden weitaus häufiger von schweren Komplikationen und bleibenden Schäden begleitet als die Impfungen selbst.

Meldung von unerwarteten Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen in vermutetem Zusammenhang mit der Anwendung von Impfstoffen müssen laut §75a Arzneimittelgesetz und Pharmakovigilanz-Verordnung an das  Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) (AGES Medizinmarktaufsicht) gemeldet werden. Angehörige der Gesundheitsberufe (z.B. eine Ärztin/ein Arzt), aber auch Patietinnen/Patienten oder deren Angehörige können Meldungen über unerwünschte Wirkungen schriftlich oder auf elektronischem Wege (Meldebogen) an das BASG übermitteln.

Hinweis Nicht meldepflichtig sind kurzzeitige, vorübergehende Impfreaktionen: zum Beispiel einige Tage anhaltende Rötungen, Schwellungen an der Impfstelle oder leichtes Fieber.

Impfschadengesetz

Der Bund unterscheidet zwischen Impfnebenwirkungen und Impfschäden. In Österreich ist für Impfschäden dann eine Entschädigung zu leisten, aufgrund von Impfung die vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen im Interesse der Volksgesundheit empfohlen worden sind. Die gesetzliche Grundlage ist das Impfschadengesetz. Voraussetzung ist, dass die Impfung von Expertinnen und Experten des Nationalen Impfgremiums empfohlen und in Österreich verabreicht wurde. Auch nicht österreichische Staatsbürger haben einen Anspruch auf Entschädigung.

Wann soll nicht geimpft werden?

Gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts in Deutschland sollte eine Impfung nicht durchgeführt werden, wenn:

  • der Impfling erkrankt ist: In diesem Fall sollte frühestens zwei Wochen nach der Genesung geimpft werden.
  • eine bekannte Allergie gegen Impfzusatzstoffe (z.B. Antibiotika, Hühnereiweiß) vorliegt: In diesem Fall muss auf andere Impfstoffe ausgewichen oder auf die Impfung verzichtet werden.
  • ein angeborener oder erworbener Immundefekt besteht: Ob eine Impfung möglich ist, muss von einer immunulogisch spezialisierten Ärztin/einem immunologisch spezialisierten Arzt geklärt werden. Lebendimpfungen sind in solchen Fällen ausgeschlossen.
  • eine Schwangerschaft besteht: Grundsätzlich sollen Impfungen nicht während der Schwangerschaft durchgeführt werden. Das gilt vor allem für Impfungen mit Lebendimpfstoffen.
    Näheres zum Thema können Sie unter „Impfungen vor der Schwangerschaft“ nachlesen.
  • eine Operation geplant ist: Totimpfstoffe sollten mindestens eine Woche, Lebendimpfstoffe mindestens zwei Wochen vor einer geplanten Operation verabreicht werden. Auch nach einer Operation sollte der Impfabstand mindestens zwei Wochen betragen.

  
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