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Zwei Kleinkinder © famveldman

Zweites bis viertes Lebensjahr

Kinder wachsen schnell und lernen rasch Neues. Eltern können ihren Nachwuchs fördernd in seiner Entwicklung begleiten und erleben dabei auch immer wieder neue Herausforderungen. Dabei brauchen Kinder Lob, wenn sie etwas gut gemacht haben, und Verständnis, wenn einmal etwas nicht so gut klappt. Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich schnell – daher sind Entwicklungsschritte immer als Orientierung zu sehen. 

„Wer bin ich und was kann ich?“

Ab dem Alter von ca. 12 bis 16 Monaten können Kinder selbstständig gehen, manche aber auch erst mit 18 Monaten. Entwicklungsschritte sind auch hier individuell verschieden. Ungefähr ab dem 18. Monat entdeckt ein Kind sein eigenes Ich. Es möchte z.B. selbst mit dem Löffel essen. Das Kind erkennt seinen eigenen Willen und lernt, diesen einzusetzen. Diese neue Entdeckung ist oft eine große Herausforderung für Eltern, die viel Geduld fordert. Für die Persönlichkeitsentwicklung sind dieses Ausloten von Grenzen und das selbstständige Erlernen von Tätigkeiten jedoch entscheidend.

Durchschnittlich im Alter von zwei Jahren kann ein Kind auf Papier kritzeln und hat bereits eine fortgeschrittene Sprachentwicklung (50 bis 200 Wörter, Zweiwortsätze, Bilder erkennen und benennen). In diesem Alter kann sich ein Mädchen oder Bub auch schon einige Zeit alleine beschäftigen und sucht gewöhnlich Kontakt zu anderen Kindern.  

Kinderreime und Dreiradfahren

Im Alter von etwa drei Jahren können Kinder meist schon schnell laufen und Hindernissen ausweichen. Zu diesem Zeitpunkt können Sie Ihrer Tochter/Ihrem Sohn beispielsweise das Dreiradfahren beibringen. Aber auch Laufrad oder Tretroller eignen sich gut, um den Bewegungsdrang der Kinder zu stillen und zudem den Gleichgewichtssinn zu fördern.

Bilderbuchseiten werden in diesem Alter schon selbst umgeblättert und dabei Tiere oder Pflanzen erkannt. Die sprachliche Entwicklung ist bereits weiter fortgeschritten – Rollenspiele, z.B. Kaufmannsladen und Kinderreime und -lieder, machen in diesem Alter Kindern viel Spaß. Dreijährige können schon ausdrücken, was sie haben möchten oder wie es ihnen geht. Auch steigt die Wissbegierde, und die Kleinen stellen vermehrt Fragen, z.B. „Warum ist das so?“ oder „Wo ist Papa jetzt?“.

Trotzphase

Im zweiten und dritten Lebensjahr kommen vermehrt Trotzreaktionen vor. Dabei kann der Gefühlsausbruch noch nicht richtig kontrolliert werden. In dieser Phase kommt noch dazu, dass Kinder zwar zunehmend selbstständig sein wollen, aber gleichzeitig noch sehr stark mit ihren Eltern verbunden sind. Sie fühlen sich zwischen dem Drang, Dinge selbst tun zu wollen, und der bisherigen innigen Verbundenheit hin- und hergerissen. In der Trotzreaktion ist es hilfreich, wenn die Bezugsperson das Gefühl vermittelt, auf jeden Fall für das Kind da zu sein. Das heißt aber nicht, dass Eltern den Kindern immer nachgeben sollten. Trotzreaktionen gehören – auch wenn sie manchmal fordernd sind – zur normalen kindlichen Entwicklung.

Ängste – Rückhalt durch Geborgenheit

Ängste sind häufige Begleiter im Kleinkindalter. Dabei wird unterschieden, ob es sich um reale Ängste handelt, die vor Gefahren warnen, oder um Fantasie-Ängste (z.B. vor harmlosen Dingen). Zudem kommen Trennungsängste dazu. Auch dem Schlafengehen sehen die Kleinen oft ängstlich entgegen (z.B. aus Angst vor Dunkelheit). Kinder wollen in jedem Fall mit ihren Ängsten ernst genommen werden. Sie können Ihr Kind dabei unterstützen und ihm helfen, Ängste unterscheiden und mit ihnen umgehen zu lernen. Durch Trost, Verständnis und Geborgenheit erhalten Kinder den Rückhalt, den sie brauchen.

Bewegungsdrang fördern

Kinder bewegen sich gerne und werden nicht müde, immer und immer wieder Bewegungsmuster zu wiederholen, bis sie diese verinnerlicht haben. Es ist daher wichtig, Kindern Raum zu geben, sich in der Natur zu bewegen – das kann schon ein kleiner Park oder eine nahegelegene Wiese sein. Dadurch wird nicht nur die motorische Entwicklung gefördert, sondern auch die der Sinne. Die Kleinen können so erleben, wie sich z.B. Schnee anfühlt und riecht oder wie es ist, durch Laub zu laufen. Der Bewegungsdrang des Nachwuchses bringt allerdings auch Sicherheitsfragen mit sich. Tipps dazu finden Sie unter www.kindergesundheit-info.de.

Spielen – mehr als nur Spaß

Durch Spielen lernen Kinder Neues. Deshalb sind für Kinder nicht nur Spielsachen interessant, sondern auch Alltagsgegenstände – vor allem jene, die Mama und Papa immer verwenden. Im Spielen setzen sich Kinder mit ihrer Umwelt auseinander. Beim Kauf von Spielzeug ist es wichtig, auf das „CE“-Zeichen zu achten. Dieses ist auf ungefährlichem Spielzeug angebracht. Tipps und Ratschläge zum Spielzeugkauf finden Sie in der Broschüre des Gesundheitsministeriums  „Tatsachen über Spielsachen“. Spieltipps und nähere Informationen zur Entwicklung finden Sie in der Broschüre des Familienministeriums „Elternbriefe vom 1. bis zum 3. Geburtstag“ und unter www.kindergesundheit-info.de.

Die Entwicklung des Kindes wird auch im Rahmen des Mutter-Kind-Passes regelmäßig beobachtet. Nähere Informationen dazu finden Sie unter Mutter-Kind-Pass.

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