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© nicoletaionescu
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Wochenbettpsychose

Bei der seltenen Wochenbettpsychose kommt es in einem Zeitraum von ungefähr 14 Tagen nach einer Geburt zu Wahnvorstellungen. Die Fachwelt nennt die Wochenbettpsychose auch postpartale Psychose.

Es handelt sich dabei um einen medizinischen Notfall. Erfahren Sie mehr zu Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten.

Welche Ursachen hat eine Wochenbettpsychose?

Die Ursachen einer Wochenbettpsychose sind noch nicht abschließend von der Fachwelt geklärt. Diese geht davon aus, dass folgende Faktoren zu möglichen Risikofaktoren bzw. Auslösern zählen können:

  • vorherige Phasen einer Psychose,
  • erbliche Veranlagung sowie
  • hormonelle Umstellungen nach der Geburt. 

Auch eine schwere Wochenbettdepression kann sich zu einer Psychose entwickeln.

Welche Symptome können auftreten?

Folgende Symptome können bei einer Wochenbettpsychose auftreten:

  • Halluzinationen und Wahnvorstellungen – zum Beispiel Verfolgungswahn,
  • verworrene Äußerungen,
  • Stimmungswechsel zwischen extremen Hochs und Tiefs.

Zu ersten Anzeichen zählen zudem:

  • Ruhelosigkeit
  • Erregungszustände
  • Stimmungsschwankungen
  • Schlaflosigkeit
  • Verwirrtheit

Wie erfolgen Diagnose & Behandlung?

Die Diagnose und Behandlung der Wochenbettpsychose erfolgt im Krankenhaus. Die Ärztin bzw. der Arzt erhebt die Krankengeschichte sowie die Symptome und schließt andere Erkrankungen aus.

Die Behandlung besteht vor allem aus Medikamenten. Es kommen in erster Linie sogenannte Antipsychotika zur Anwendung. Diese wirken gegen die veränderte Wahrnehmung der Realität. Die Ärztin bzw. der Arzt kann etwa auch Antidepressiva oder Beruhigungsmittel verschreiben, wenn diese notwendig sind. Über die Besonderheiten der Einnahme von Medikamenten in der Stillzeit beraten Sie die behandelnden Ärztinnen oder Ärzte. Psychotherapie hilft zudem unter anderem dabei, mit der Situation umzugehen. Es gibt auch Mutter-Kind-Stationen, auf denen ein gemeinsamer Aufenthalt für Mütter und Babys möglich ist, wenn es der Mutter wieder besser geht.

Die Symptome gehen durch die Behandlung meist zurück. Selten kommt es zu bestehenden Restsymptomen – zum Beispiel zu depressiven Stimmungsschwankungen. Rückfälle sind möglich, vor allem in darauf folgenden Schwangerschaften. Die Ärztin bzw. der Arzt berät über das persönliche Risiko für einen Rückfall und vorbeugende Möglichkeiten. 

Partner:innen können die betroffene Mutter unterstützen. Die Ärztin bzw. der Arzt berät Sie, was an Unterstützung möglich ist. Auch Partner:innen selbst bzw. Familienmitglieder können Hilfe für die Psyche in Anspruch nehmen, wenn diese herausfordernde Situation sehr belastet.

Wohin kann ich mich wenden?

Eine Wochenbettpsychose ist ein psychiatrischer Notfall. Es besteht zudem ein deutliches Risiko für Suizid. Auch eine Gefährdung des Babys ist möglich. Sofortige medizinische Hilfe ist notwendig. Rufen Sie die Rettung unter der Telefonnummer 144.

Nähere Informationen finden Sie unter Notfall: Psychiatrische Krise.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung. 

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