Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Junges Paar mit Baby © detailblick-foto

Erste Wochen

Die ersten Wochen („Wochenbett“) nach der Geburt sind geprägt vom sich Kennenlernen und Beschnuppern. Für die frische Mutter ist es in dieser Zeit besonders wichtig sich von den Strapazen der Schwangerschaft und Geburt zu erholen. Neben der Hebamme ist der Partner für die Frau in dieser Zeit die wichtigste Bezugsperson . . .

Der weibliche Körper muss sich im Wochenbett von den Veränderungen durch Schwangerschaft und Geburt erholen. Wie lange das Wochenbett dauert, ist von Frau zu Frau unterschiedlich, im Schnitt sind es sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit finden zahlreiche Rückbildungsprozesse und Heilungsvorgänge statt. Die Gebärmutter bildet sich zurück, Geburtswunden heilen ab. 

Hochs und Tiefs sind normal 

In der Zeit des Wochenbettes ist Unterstützung durch den Partner ganz besonders wichtig. Mitunter überwiegt nicht nur die Freunde über den Nachwuchs – Hochs und Tiefs gehören dazu. Die Partnerin macht eine große hormonelle Umstellung durch. Dadurch kann es unerwartet auch zu negativen Gefühlen bis hin zu depressiven Verstimmungen kommen („Baby Blues“). Das ist aber ganz normal – denn die Hochschaubahnfahrt der Hormone ist nun sozusagen auf Talfahrt. Wenn sich alles eingependelt hat, vergehen diese Irritationen meist bald von selbst. Mehr erfahren Sie dazu unter Baby Blues.

Neben der körperlichen Erholung gibt das Wochenbett auch die Möglichkeit, das Geburtserlebnis seelisch zu verarbeiten – für sich selbst als gedanklicher Verarbeitungsprozess oder im Austausch mit der Partnerin/dem Partner. Da die meisten Väter mittlerweile bei der Geburt im Kreißsaal mit dabei sind, haben auch sie ihre eigene Perspektive zur Geburt erlebt. In den ersten Wochen sollte nicht nur die Mutter genügend Zeit und Muße haben, sich an das neue Leben zu gewöhnen und die Alltagspflichten beiseite zu schieben. Auch der frisch gebackene Vater sollte sich in dieser Zeit etwas zurücknehmen, was Beruf bzw. Freizeitaktivitäten betrifft. 

Der neue Hausgeist ist eingezogen

Spätestens wenn Mutter und Kind zuhause sind, beginnt auch für den Vater eine neue Zeitrechnung: das Kind kennenlernen, es anfassen, riechen und im Arm wiegen, den Säugling pflegen, alles über seine Bedürfnisse erfahren und mit einem Mal über diesen neuen und ganz besonderen Menschen zu wachen – all das macht die Zeit des Wochenbetts zu einer unvergleichlichen Lebenserfahrung.

Man(n) kann das Wochenbett als eine besonders beschützte Zeit nutzen, sich langsam als Vater zu entdecken und sich auch zu beobachten, wie man gemeinsam als Eltern mit dem Kind umgeht. Wie ist die Rollenverteilung? Welche Gefühle entstehen, wenn man die Partnerin beim Stillen des Kindes beobachtet? Selten erleben Männer den Unterschied zwischen den Geschlechtern intensiver als in den ersten Wochen nach der Geburt ihres Kindes. Auch die Partnerschaft kann in dieser Zeit mitunter neu definiert werden.

Wie Eltern die Zeit des Wochenbetts gestalten, ist ganz unterschiedlich und es gibt auch keine verbindliche Regel. Manchen ist es lieber – im Familienheim angekommen –, sich etwas von außen abzuschotten und sich zuerst mal aneinander zu gewöhnen. Andere können es nicht mehr erwarten, Freunde und Familie zuhause zu empfangen und den Nachwuchs im großen Kreise zu feiern. 

Hebammen sind auch für Väter da!

Die Hebamme ist in der Zeit nach der Geburt die wichtigste medizinische Ansprechperson für die neuen Eltern. Die Hebamme beobachtet die anfängliche Entwicklung des Babys und schaut, ob bei der Mutter die Heilung gut verläuft. Hebammen helfen auch beim Stillen und bei der Pflege des Säuglings. Sie haben für jede Unsicherheit und Angst zahlreiche Tipps & Tricks auf Lager. 

Väter sollten den Hebammenbesuch nicht als „Gespräch unter Frauen“ sehen, sondern keine Scheu haben und am besten bei jedem der Hausbesuche mit dabei sein. Nützen Sie die Gelegenheit, sich Tipps fürs Wickeln und für die Pflege des Babys, fürs sichere Halten, Tragen und Baden zu holen. Nicht zuletzt kann man mit der Hebamme auch über die Erlebnisse bei der Geburt sprechen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Mütter haben die Möglichkeit, in der Zeit des Wochenbettes eine Hebamme zur Pflege und Betreuung heranzuziehen. Um dies zu erleichtern, haben Mütter von Neugeborenen finanziellen Anspruch auf die Nachsorge durch eine Hebamme. In den ersten fünf Tagen nach der Geburt sind die Kosten für Hausbesuche durch eine Vertragshebamme durch die Krankenversicherungsträger abgedeckt – bei Kaiserschnitt-, Früh- oder Mehrlingsgeburten in den ersten sechs Tagen. Kommt es nach dieser Zeit zu Beschwerden wie z.B. das Stillen funktioniert nicht oder die Gebärmutter bildet sich nicht zurück, übernehmen die Krankenversicherungsträger bis zu acht Wochen nach der Geburt für maximal sieben weitere Hausbesuche die Kosten.

Hebammen, die keinen Vertrag mit dem zuständigen Krankenversicherungsträger haben, sind privat zu bezahlen. Es besteht aber Anspruch auf Erstattung von bis zu 80 Prozent des Vertragstarifs (dies ist in der Regel nicht gleich jener Betrag, der auf der Honorarnote steht) gegenüber dem Krankenversicherungsträger.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Wochenbett: Nachsorge & Pflege.

Downloads & Broschüren

Tools & Quizzes

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse