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Mutter, Vater und Baby © pololia

Mama, Papa, Kind: Die erste Zeit zu dritt

Endlich ist das Baby da, aber so richtig glauben kann man es noch nicht. Die ersten Wochen nach der Geburt eines Kindes sind für Eltern einzigartig. Manchmal jedoch müssen Geburtserlebnisse erst noch verarbeitet werden . . .

Über die Geburt reden

Bei jeder Geburt kann es Situationen geben, über die man später noch einmal sprechen sollte. Unmittelbar nach der Geburt fehlt den Eltern allerdings oft die Kraft. Wenn die Geburt sehr lang und komplikationsreich war, braucht es meistens einige Zeit, damit die Ereignisse sich erst einmal setzen können. Nach ein paar Tagen aber lohnt es sich, das Gespräch zu suchen – mit der Partnerin bzw. dem Partner oder mit der Hebamme, die bei der Geburt dabei war.

Zu reden ist besonders dann wichtig, wenn einen von beiden oder beide Eltern die Geburt seelisch und körperlich sehr mitgenommen hat. Väter neigen manchmal dazu, ihre eigenen Gefühle im Zusammenhang mit der Geburt und den ersten Stunden und Tagen nicht so wichtig zu nehmen, weil es doch nicht um sie, sondern um Mutter und Kind gehe. Aber alle drei Beteiligten haben ihre eigene Befindlichkeit und ihre eigenen Bedürfnisse. Väter sollten auch die ihren ernstnehmen und ihnen Raum geben.

Mutter-Vater-Kind-Bindung

Nach der Geburt gibt es für die frischgebackenen Eltern viel Neues zu entdecken. Daher lohnt es sich auch für Väter, genügend Zeit dafür zu reservieren. Mutter und Baby haben schon in der Schwangerschaft eine enge Bindung zueinander aufgebaut, die nach der Geburt durch Stillen und engen Körperkontakt intensiviert wird. Man spricht vom sogenannten „Bonding“. Aber auch zum Vater empfindet das Neugeborene von der ersten Sekunde an bedingungslose Nähe. Es gibt keine entscheidenden biologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau, die den Mann daran hindern könnten, sein Kind kompetent zu versorgen.

Laut BZGA kann, einer kleinen Studie zufolge, bei einer aktiven Anteilnahme an Schwangerschaft und Geburt auch bei Männern der Prolaktin- und Östrogenspiegel ansteigen, während der Testosteronspiegel sinkt. Beides gilt als förderlich für ein fürsorgliches Verhalten. Schreit das Baby, können beide Elternteile nach einer Weile ziemlich gleich gut erkennen, was der Grund dafür ist (z.B. Hunger, Angst). Zudem steigen in solchen Situationen bei beiden Elternteilen Herzschlag, Blutdruck und Hauttemperatur. Mehr unter Wenn Männer „schwanger“ sind.

Der Zeitfaktor

Die Geburt des ersten Kindes bringt eine Menge an Veränderungen und neue Herausforderungen mit sich. Es beginnt nun ein neuer Alltag als Familie, und aus der Zweierbeziehung wird eine Dreierbeziehung.

Zweimal pro Woche Fußball, am Wochenende ausgehen . . . Vor der Geburt hatte jeder neben der gemeinsamen auch noch seine eigene Freizeit. Nun ist die Zeit nicht nur für die eigenen Hobbys knapp geworden, oft bleibt auch wenig Zeit für den Partner. Es ist meist nicht so einfach, nicht nur als Eltern zu funktionieren, sondern auch als Liebespaar zu bestehen.

Für Väter ist die neue Situation auch nicht leicht. Wenn die Mutter nach der Geburt die gesamte Aufmerksamkeit auf das Kind richtet, empfinden Männer das häufig so, dass für sie kein Platz mehr da ist. Viele leiden außerdem darunter, dass ihre Partnerin nach der Geburt zunächst einmal keine Lust auf Sex hat. Erfahren Sie mehr unter Sex und Verhütung nach der Geburt.

In dieser neuen Lebenssituation nach der Geburt ist die Kommunikation zwischen den beiden Partnern entscheidend. Sie müssen aussprechen, was sie belastet, stört oder auch womit sie zufrieden sind. Eltern müssen gemeinsam ihre neuen Rollen finden, die Frau als Partnerin und nun auch Mutter bzw. der Mann als Partner und Vater.

Teamarbeit

Ein Team zu werden gehört nach der Geburt eines Kindes zu einer wichtigen Aufgabe des Elterndaseins. Nach der Geburt des ersten Kindes hat ein Paar mit einem Mal viele Aufgaben zu erledigen und muss mit vielen Veränderungen zurechtkommen. Dadurch sind sie in einem hohen Maß aufeinander angewiesen. Hier ist Teamarbeit gefragt. Möglichst viele Aufgaben, Veränderungen etc. sollten gemeinsam angegangen und nach einvernehmlichen Lösungen gesucht werden. Die intensive Zeit gemeinsam zu erleben und Belastungen im Team zu bewältigen, kann zusammenschweißen.

Unterstützung durch die Hebamme

Hebammen sind oft schon während der Schwangerschaft wichtige Ansprechpartnerinnen für die werdenden Eltern. Auch im Wochenbett kann die Hebamme eine wichtige Stütze für die frisch gebackenen Eltern sein.

Jede Frau kann die Hilfe einer Hebamme in Anspruch nehmen. Seit 1. Jänner 2017 ist die Betreuung nach der Geburt eine Kassenleistung, unabhängig davon, wann die Entlassung aus dem Krankenhaus erfolgt:

  • Täglich ein Hausbesuch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus bis zum 5. Tag nach der Geburt, bei Bedarf bis zu sieben weitere Hausbesuche (Ordinationen) vom 6. Tag bis zur 8. Woche nach der Geburt.
  • Täglich ein Hausbesuch nach der Entlassung im Falle einer Frühgeburt, Mehrlingsgeburt oder Kaiserschnittentbindung bis zum 6. Tag, sieben weitere Hausbesuche (Ordinationen) vom 7. Tag bis zur 8. Woche.

Ausführliche Informationen erhalten Sie auf der Website des Hebammengremiums.


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