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Symbolbild für Nuklearmedizin © Alex Tihonov

Konventionelle nuklearmedizinische Diagnostik

Unter Nuklearmedizin versteht man den Einsatz von Radioaktivität in der Medizin. Dabei werden bestimmte Atomkerne künstlich so verändert, dass sie radioaktive Strahlung abgeben und zu Isotopen werden. Diese Isotope können über den Blutweg, die Atemwege oder den Verdauungstrakt in den menschlichen Körper eingebracht werden und nehmen an Stoffwechselvorgängen teil, ohne diese zu beeinflussen . . .

Mithilfe der Nuklearmedizin können Stoffwechselvorgänge im Körper abgebildet und die Funktionen der verschiedenen Organsysteme überprüft werden. Die nuklearmedizinischen Untersuchungen werden als Szintigraphien bezeichnet. Während die konventionellen Röntgenuntersuchungen – aber auch CT und MRT – Bilder des menschlichen Körpers liefern, kann die Nuklearmedizin die Funktionen der Organe und Stoffwechselvorgänge im Körper abbilden. Somit ergänzen sich diese Methoden in der Diagnostik.

Welche Vorbereitungen sind für die Untersuchung notwendig?

Für bestimmte nuklearmedizinische Untersuchungen – etwa bei Aufnahmen des Verdauungstrakts – ist es erforderlich, dass die Patientin/der Patient nüchtern bleibt bzw. bestimmte Medikamente vorher absetzt. Auch eine Reinigung des Darms, wie sie z.B. bei der Koloskopie erfolgt, kann notwendig sein. Ihre behandelnde Ärztin/Ihr behandelnder Arzt wird Sie über eventuelle Vorbereitungsmaßnahmen informieren.

Vor der Untersuchung sollten Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt unbedingt über folgende Umstände informieren:

  • Schwangerschaft,
  • Schwangerschaft, die nicht sicher auszuschließen ist,
  •  Stillzeit.

Hinweis In diesen Fällen darf keine radioaktive Substanz verabreicht werden (außer es liegen schwerwiegende Gründe vor). In besonders dringenden Fällen muss bei nuklearmedizinischen Untersuchungen während der Stillzeit die Muttermilch für ein bestimmtes Zeitintervall abgepumpt und entsorgt werden.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Zunächst wird je nach dem zu untersuchenden Organ(-system) von der Ärztin/dem Arzt eine radioaktiv markierte Substanz – das sogenannte Radiopharmakon – ausgewählt. Diese Substanz wird kurz vor der Untersuchung von der Radiologietechnologin/dem Radiologietechnologen vorbereitet. Die Strahlendosis wird anhand des Körpergewichts berechnet. In den meisten Fällen wird das Radiopharmakon in die Vene gespritzt. Für bestimmte Untersuchungen sind andere Zugangswege erforderlich, z.B.:

  • Um die Aufnahme von Spurenelementen (wie etwa Jod bei der Schilddrüsenuntersuchung) zu beurteilen, können die radioaktiven Stoffe z.B. in Form einer Kapsel oder als Flüssigkeit eingenommen werden (orale Verabreichung).
  • Bei der Lungenszintigraphie werden zur Beurteilung der Belüftung der Lungen feinste radioaktiv markierte Partikel über eine Maske eingeatmet.
  • Bei Untersuchungen von Lymphbahnen wird das Radiopharmakon direkt in bzw. unter die Haut gespritzt.

Im Körper verteilt sich das Radiopharmakon je nach Beschaffenheit im gewünschten Organ(-system) und nimmt, wie auch körpereigene Substanzen, an den jeweiligen Stoffwechselvorgängen teil. Die von der radioaktiven Substanz abgegebene Strahlung (Gammastrahlung) kann mittels einer speziellen Gammakamera eingefangen werden, die ein computerunterstütztes Funktionsbild des gewünschten Organ(-systems) erzeugt.

Für spezielle Fragestellungen können auch Schnittbilder von den betreffenden Regionen angefertigt werden (Single-Photonen-Emissionscomputertomographie, SPECT). Mithilfe von Kombinationsgeräten (Gammakamera und Computertomograph) können die gewonnenen Daten zusammengeführt und so krankhafte Veränderungen besser lokalisiert werden.

Je nach Radiopharmakon bzw. zu untersuchendem Organ ist zwischen der Verabreichung der radioaktiven Substanz und der Aufnahme ein Zeitintervall von wenigen Sekunden bis zu mehreren Stunden erforderlich. Die Aufnahmen selbst dauern nur wenige Minuten. Während des Aufnahmevorgangs ist es notwendig, ruhig zu liegen oder zu sitzen und gleichmäßig zu atmen. Bei Kindern ist daher oft eine Sedierung oder eine Kurznarkose erforderlich.

Strahlenbelastung, Nebenwirkungen & Komplikationen

In der Nuklearmedizin werden radioaktiv strahlende Substanzen in den menschlichen Körper gebracht. Die benötigten Mengen sind äußerst gering und die Strahlendauer der Substanzen ist kurz, sodass es nur zu einer geringen Strahlenbelastung für den Organismus kommt. Die Strahlendosen sind mit einer Röntgenuntersuchung vergleichbar oder liegen sogar meist deutlich darunter. Deshalb können nuklearmedizinische Untersuchungen auch bei Säuglingen und Kleinkindern durchgeführt werden. Die Häufigkeit der Messungen erhöht die Strahlendosis nicht, da die Gammakamera selbst keine Strahlung aussendet, sondern nur die vom Körper abgegebene Strahlung aufzeichnet.

Hinweis Aus Sicherheitsgründen sollte die Patientin/der Patient einige Stunden nach Verabreichung des Radiopharmakons Abstand zu Schwangeren und Kleinkindern halten.

Da die radioaktiven Substanzen hauptsächlich über die Blase ausgeschieden werden, sollte die Patientin/der Patient nach der Injektion des Radiopharmakons viel trinken und die Blase häufig entleeren, um die Strahlendosis für den Körper gering zu halten. 

Sehr selten kommt es, wie bei jeder anderen Injektion auch, zu Verletzungen von Blutgefäßen oder Nerven sowie zu Infektionen. Nebenwirkungen und allergische Reaktionen (wie sie etwa beim Einsatz von Röntgenkontrastmitteln auftreten können) sind nicht bekannt.

Wohin kann ich mich wenden?

Eine Szintigraphie kann in speziellen Instituten bei niedergelassenen Fachärztinnen/Fachärzten für Nuklearmedizin oder in Krankenhäusern mit nuklearmedizinischer Abteilung durchgeführt werden. Eine Überweisung durch Ihre behandelnde Ärztin/Ihren behandelnden Arzt ist erforderlich.

Die Untersuchung selbst nimmt eine Radiologietechnologin/ein Radiologietechnologe vor. Erfolgt die Verabreichung des Radiopharmakons über die Blutbahn, wird zunächst ein venöser Zugang durch eine Ärztin/einen Arzt gestochen und dann die radioaktive Substanz verabreicht. Nach Erstellung der Bilder folgt die Befundung durch die Fachärztin/den Facharzt für Nuklearmedizin.

  • Fachärztinnen/Fachärzte für Nuklearmedizin in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Arztsuche
  • Krankenhäuser (mit nuklearmedizinischer Abteilung) in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Spitalssuche

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Für eine Szintigraphie benötigen Sie eine ärztliche Zuweisung. Diese ist ab dem Ausstellungstag einen Monat gültig. Die Kosten einer Szintigraphie werden von Ihrem Krankenversicherungsträger übernommen.

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