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Arzt und Patient besprechen Untersuchung © LStockStudio
Arzt und Patient besprechen Untersuchung © LStockStudio

Nuklearmedizinische Diagnostik

Nuklearmedizinische Untersuchungen liefern präzise, zuverlässige Bildinformationen, sind risikoarm und bereiten keine Schmerzen. Im Zuge nuklearmedizinischer Untersuchungen – sie werden auch Szintigraphien genannt – werden radioaktiv markierte Medikamente in den Körper eingebracht. Dadurch können Stoffwechselvorgänge sichtbar gemacht werden. Die Medikamente beeinflussen die Körperfunktionen nicht. 

Wie funktioniert Nuklearmedizin?

Bei nuklearmedizinischen Untersuchungen handelt es sich um Diagnoseverfahren, bei denen radioaktiv markierte Medikamente Verwendung finden. Mit ihnen werden die Funktionen von Organen ausgewertet, und krankes Gewebe wird lokalisiert. Die Nuklearmedizin kooperiert daher eng mit vielen medizinischen Fachrichtungen, z.B. der Onkologie, der Neurologie oder der Kardiologie. Mit nuklearmedizinischen Untersuchungen können Krankheitsherde und Krankheitsursachen oftmals früher aufgespürt werden als mit anderen Diagnoseverfahren.

In der Nuklearmedizin werden die radioaktiv markierten Medikamente – auch Radiopharmaka bezeichnet – meist mittels Spritze „intravenös“ (in die Vene) eingebracht. Sie können aber auch über den Magen-Darm-Trakt oder die Atemluft dorthin gebracht werden, wo sie konkret benötigt werden. Hochempfindliche Messgeräte – Gamma- oder PET-Kameras – zeichnen die Gamma- oder Positronenstrahlung auf und stellen sie in einem Bild, einem sogenannten Szintigramm, dar. Es geht dabei um das Sichtbarmachen von Stoffwechselvorgängen. Auf diese Weise können besonders früh Krankheiten festgestellt werden, die mit anderen Diagnoseverfahren noch nicht sichtbar sind, zum Beispiel die Alzheimer-Demenz.

Welche nuklearmedizinischen Untersuchungen gibt es?

Zu den wichtigsten nuklearmedizinischen Untersuchungen gehören:

  • Mit Gammakameras aufgezeichnete Szintigraphien von Lunge, Skelett, Herz, Nieren, Lymphknoten oder Schilddrüsen mit konventionell markierten Radiopharmaka. Bei Bedarf werden 3-D-Aufnahmen in SPECT-Technik (Single-Photon-Emissionscomputertomographie) am selben Gerät ergänzt.
  • Aufnahmen mit Positronen emittierenden Radiopharmaka (Fluor 18 oder Gallium 68). Sie werden am PET-CT (Positronenemissionstomographie) durchgeführt.
  • Mehrere verschiedene Radiopharmaka ­– auch Tracer bezeichnet – kommen bei der Untersuchung von unterschiedlichen Krebserkrankungen zum Einsatz. Ein weiteres Einsatzgebiete ist die Demenzabklärung.  

Welche Strahlenbelastungen können auftreten?

Die Menge radioaktiver Strahlung bei nuklearmedizinischen Untersuchungen ist sehr gering. Die Strahlungsdauer (Halbwertszeit) der eingesetzten Substanzen ist kurz, sodass es nur zu einer geringen Strahlenbelastung für den Organismus kommt. Beispiele für die Strahlendosis bei nuklearmedizinischen Untersuchungen finden Sie unter Strahlenanwendung in der Medizin.

Die Strahlenexposition bei nuklearmedizinischen Untersuchungen ist in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen. Das liegt an den immer besser werdenden Radiopharmaka, aber auch an besserer Kameratechnik und modernsten Verfahren.

Die Strahlenbelastung ist mit der einer Röntgenuntersuchung vergleichbar und liegt zwischen der einfachen bis zehnfachen Menge der natürlichen jährlichen Strahlenbelastung, der alle Menschen ausgesetzt sind. Von der Untersuchung selbst merken Patientinnen und Patienten in der Regel wenig, auch eine aufwendige Vorbereitung ist nicht notwendig. Die Untersuchungen sind nicht invasiv: Das heißt, Gewebe muss dafür nicht verletzt werden, und sie bereiten keine Schmerzen.

Bei Schwangerschaft sollten nuklearmedizinische Untersuchungen wie auch Röntgenuntersuchungen unterlassen werden, da ungeborenes Leben empfindlicher auf Strahlung reagiert als Kinder oder Erwachsene. Wenn Sie schwanger sind oder es sein könnten, bitten wir Sie, dies Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mitzuteilen. 

Auch Kinder können nuklearmedizinisch untersucht werden. Die Aktivitätsdosierung wird dem Alter und dem Gewicht des Kindes entsprechend angepasst. Bei Kindern ist in Abhängigkeit von der Art der Untersuchung und dem Zustand des Kindes eine Verabreichung von beruhigenden Medikamenten bis hin zu einer Kurznarkose erforderlich. Die Untersuchung ist für Kinder nicht gefährlich und hat keine nachteiligen Effekte.

Mehr Informationen zu Risiken und Nutzen bei Strahlenanwendungen erhalten Sie unter Strahlenanwendung in der Medizin  

Welche Vorbereitungen sind für nuklearmedizinische Untersuchungen nötig?

Meist sind keine speziellen Vorbereitungen notwendig. Nur im Einzelfall sind bestimmte Vorbereitungen wie Nüchternheit oder das Absetzen von Medikamenten erforderlich. Die Patientin oder der Patient wird darüber vor der Untersuchung informiert. Informieren Sie die behandelnde Ärztin bzw. den behandelnden Arzt unbedingt über

Wie läuft die nuklearmedizinische Untersuchung ab?

Für eine nuklearmedizinische Untersuchung wird ein radioaktives Arzneimittel meistens in die Armvene injiziert. Selten wird es getrunken (z.B. bei einer Untersuchung der Schilddrüse oder des Darms), eingeatmet (z.B. bei einer Untersuchung der Lunge) oder direkt unter die Haut gespritzt (z.B. bei einer Untersuchung der Lymphknoten). Die Dosis berechnet die Ärztin oder der Arzt anhand des Körpergewichts. Da die Stoffwechselvorgänge unterschiedlich rasch ablaufen, können zwischen dem Verabreichen des Arzneimittels und der eigentlichen Untersuchung einige Minuten bis einige Stunden vergehen. Auch der Verbleib im nuklearmedizinischen Analysegerät kann unterschiedlich lange dauern. Sie werden in jedem Fall vorab darüber informiert.

Das Radiopharmakon verteilt sich in dem zu untersuchenden Organ, und seine Strahlung kann von speziellen Kameras eingefangen werden. Nach einer festgelegten Wartezeit werden mit dem Untersuchungsgerät – einer Gammakamera oder einem PET-CT-Scanner – Bilder, sogenannte Szintigramme, angefertigt. Diese Aufnahmen dauern einige Minuten, selten bis eine Stunde. Meist müssen Sie während der Untersuchung ruhig liegen, selten sitzen oder stehen. Nach der Untersuchung sind keine bestimmten Verhaltensmaßnahmen erforderlich. Sie können sich bei der Terminvereinbarung nach dem gesamten Zeitaufwand für die Untersuchung erkundigen.



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