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Leber und Gallenblase © abhijith3747

Leber und Gallenblase

Leber und Gallenblase arbeiten eng zusammen, was bei der Fettverdauung, Vitaminresorption und Cholesterinausscheidung ausschlaggebend ist. Die Leber (Hepar) ist ein hochaktives und eines der größten Organe im menschlichen Körper. Die Gallenblase (Vesica biliaris) ist ein kleines sackförmiges Gebilde, das ein Fassungsvermögen von bis zu 70 Millilitern hat. Die Gallenblase liegt in einer Einbuchtung direkt unterhalb der Leber und ist über einen Gallengang (Ductus choledochus) mit ihr verbunden . . .

Die Leber

Die Leber (Hepar) ist ein hochaktives und eines der größten Organe im menschlichen Körper. Beim Menschen macht sie bis zu drei Prozent des Körpergewichts aus – beim Mann sind das bis zu 1,8 Kilogramm, bei der Frau bis zu 1,5 Kilogramm. Die Leber liegt eng benachbart zu anderen Organen wie Magen, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, Zwölffinger- bzw. Dünndarm sowie rechter Niere und Nebenniere. Sie füllt den rechten Oberbauch vollständig aus.

An ihrer Unterseite hat die Leber eine Einbuchtung – hier ist die Gallenblase angewachsen. Die beiden sind über einen großen Gallengang (Ductus choledochus) miteinander verbunden. Die Leber unterteilt sich in Lappen (Lobi).

Das macht die Leber

Die Leber übt verschiedenste Funktionen aus. Neben ihren wichtigen Aufgaben im Blutkreislauf der Bauchorgane, dem Speichern und Bereitstellen diverser Nährstoffe wie z.B. Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten, ist sie zudem für die Abwehr und Entgiftung im Körper verantwortlich.

Die wichtigsten Aufgaben im Überblick:

  • Speicher- und Stoffwechselfunktion: In der Leber werden Energieträger wie Glykogen und Neutralfette gespeichert, die unter körperlicher Belastung oder Hunger rasch bereitgestellt werden. Die Leber ist zudem ein Reservoir für Vitamine und Mineralstoffe (Eisen, Kupfer). Bei Bedarf stellt die Leber aus Aminosäuren und Laktat neue Glukose her (Glukoneogenese).
  • Synthesefunktion: Die Leber produziert Gallenflüssigkeit, die für die Fettverdauung wichtig ist. Galle besteht im Wesentlichen aus Wasser, Elektrolyten, Phospholipiden, Gallensäuren und Cholesterin. Die Gallensäuren synthetisiert sie aus Cholesterin. Über die in der Leber vorhandenen Gallengänge fließt die Gallenflüssigkeit während der Fettverdauung direkt in den Zwölffingerdarm/Dünndarm. Nicht benötigte Gallenflüssigkeit fließt in die Gallenblase und wird dort gespeichert. Die Leber produziert pro Tag bis zu 1.000 Milliliter Gallenflüssigkeit.
  • Hormonstoffwechsel: In der Leber werden einerseits Hormone produziert, die z.B. in den Wasserhaushalt (Angiotensiongen) eingreifen. Andererseits hilft die Leber bei der Aktivierung von Hormonvorstufen, z.B. bei Vitamin D (Cholecalciferol -> 25-Hydroxycholecalciferol) und baut Hormone wieder ab bzw. scheidet sie über die Galle aus.
  • Abwehr- und Abbaufunktion: Die Leber entfernt Fremdstoffe jeglicher Herkunft (Entgiftung). Zudem produziert sie Stoffe, die in der humoralen Infektabwehr wesentlich sind (Plasmaproteine). Durch Umwandlungsprozesse wie Oxidation und Biotransformation macht die Leber unerwünschte Fremd- und Giftstoffe über Urin bzw. Gallenflüssigkeit ausscheidbar und somit für den Organismus unschädlich. Wesentlich ist u.a. auch der Alkoholabbau durch die Leber.
  • Bildung von Eiweißkörpern: In der Leber wird u.a. Albumin gebildet, das wichtigste Bindungs- und Transportprotein des Organismus. Das gesamte im Körper vorhandene Albumin wird in der Leber gebildet.

Weitere Informationen zu den genauen Aufgaben und dem Aufbau der Leber erhalten Sie unter Aufbau und Funktion Leber.

Die Gallenblase

Die Gallenblase (Vesica biliaris) ist ein kleines sackförmiges Gebilde, das ein Fassungsvermögen von bis zu 70 Millilitern hat. Die Gallenblase liegt in einer Einbuchtung direkt unterhalb der Leber und ist über einen Gallengang (Ductus choledochus) mit ihr verbunden. Die Gallenblase selbst hat nur Speicherfunktion und produziert keine Galle, das bewerkstelligt ausschließlich die Leber.

Das macht die Gallenblase

Aufgabe der Gallenblase ist es, von der Leber produzierte und nicht direkt benötigte Gallenflüssigkeit (Primärgalle) zu konzentrieren und zu speichern (Blasengalle). Bei Bedarf – d.h. Fett gelangt in den Verdauungstrakt – gibt sie unter Kontraktionen Gallenflüssigkeit portionsweise in den Zwölffingerdarm ab. Dabei wird das konzentrierte Blasengallensekret mit Wasser verdünnt.

Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit

Die Galle ist eine gelbe, braune bis olivgrüne Flüssigkeit. Die Färbung kommt durch den Gallenfarbstoff zustande, der ein Abbauprodukt roter Blutkörperchen ist (Bilirubin). Primärgalle und Blasengalle unterscheiden sich in der Konzentration enthaltener Stoffe.

Die Gallenflüssigkeit besteht aus:

  • Natrium und Chlorid
  • Gallensäuren (Salze)
  • Lecithin (Phospholipid)
  • Gallenfarbstoffen (Bilirubin)
  • Cholesterin
  • Wasser

Hinweis Mithilfe von Phospholipiden liegt Cholesterin in der Gallenflüssigkeit gelöst vor. Kommt es zu einer Änderung der Gallenzusammensetzung, kann Cholesterin ausfällen und Beschwerden verursachen. Derartige Cholesterolsteine sind die häufigste Form von Gallensteinen. Daneben gibt es Bilirubinsteine und gemischte Steine.

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