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Gallensteine: Ursachen & Symptome

Die Gallenflüssigkeit ist eine gelbe, braune bis olivgrüne Flüssigkeit, deren Färbung durch Abbauprodukte des Hämoglobins der Blutkörperchen (Bilirubin) zustande kommt. Neben den Gallenfarbstoffen enthält sie noch Wasser, Mineralien, Gallensäuren (Salze), Lecithin (Phospholipid) sowie Cholesterin. Die Konzentration der Galle ist fein abgestimmt. Kommt es zu Verschiebungen, können ansonsten gelöste Bestandteile kristallisieren . . .

Lagern sich mehr und mehr derartiger Kristalle aneinander, bilden sich Steine. Gallensteine können winzig klein (wenige Millimeter, Gallensand, Sludge oder Gallengries genannt) bis einige Zentimeter groß sein.

Steine oder Gallengries

Die häufigste Form der Gallensteine enthält Cholesterin, man spricht dann von Cholesterolsteinen. Zudem gibt es Bilirubinsteine (Pigmentsteine) und gemischt aufgebaute Steine. Länger bestehende Steine können zudem verkalken. Der Fachbegriff für Steine der Gallenwege lautet Cholelithiasis.

Nach dem Ort ihrer Ablagerung unterscheidet man:

  • Gallenblasensteine (Cholezystolithiasis) und

  • Gallengangssteine (Choledocholithiasis).

Ursachen und Risikofaktoren

Gewisse Faktoren können die Entstehung von Gallensteinen begünstigen. Dazu zählen unter anderem das familiäre Risiko, das Lebensalter sowie das Körpergewicht. Frauen sind deutlich häufiger von Gallensteinen betroffen. Dies wird mit dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen in Zusammenhang gebracht. Auch in der Schwangerschaft kann es hormonell bedingt vermehrt zum Auftreten von Gallensteinen kommen. Ein weiterer ursächlicher Zusammenhang sind lange Fastenperioden, z.B. unter Diäten.

Auch ein vermehrter Zerfall roter Blutkörperchen (Hämolyse) begünstigt die Gallensteinbildung, in diesem Fall handelt es sich um Pigmentsteine. In Asien spielen auch Parasiten als Gallensteinverursacher eine gewisse Rolle. Immer wieder diskutiert, aber unbewiesen sind folgende Annahmen: Erhöhtes Risiko durch bestehende Krankheiten wie z.B. (Dünn-)Darmerkrankungen, Leberzirrhose sowie Diabetes mellitus

Die 6-F-Regel

Die 6-F-Regel beschreibt die sechs wichtigsten Risikofaktoren (aus dem Englischen):

  • Familiy: familiäre Belastung

  • Female: weibliches Geschlecht
  • Forty: Alter um 40 Jahre

  • Fat: Übergewicht

  • Fertility: reproduktives Lebensalter

  • Fair: helle Haut und blonde Haare

Nach dem Essen zieht sich die Gallenblase zusammen, um Galle in den Dünndarm zu pressen. Der Gallensaft wird dort für die Verdauung benötigt. Sind Steine in der Gallenblase, kann es zu Schmerzen kommen. Im Laufe eines Menschenlebens bleiben allerdings zwei von drei Gallensteinträgern symptomfrei, nur bei einem von dreien kommt es im Laufe des Lebens irgendwann zu Koliken. Daher werden nur symptomatische Gallenblasensteine behandelt, symptomlose Träger werden nicht operiert.

Symptome

Durch die Kontraktionen (Zusammenziehen) der Gallenblase treten diese Beschwerden vorrangig ein- bis zwei Stunden nach einem fetthaltigen Essen, meist kombiniert mit Übelkeit, auf.

Charakteristische Symptome eines Gallenleidens sind:

  • krampfartige Schmerzen im mittleren bis rechten Oberbauch (Koliken),
  • Schmerzen, die bis in die rechte Schulter ausstrahlen,
  • Übelkeit,
  • Erbrechen.

Sind die Steine in den Gallenwegen lokalisiert, können weitere Symptome hinzukommen:

  • Gelbfärbung der Haut oder des Augenweißes (Ikterus),
  • dunkler Urin,
  • heller Stuhl,
  • Fieber.

Mögliche Komplikationen

Bestehen die Gallensteine bereits längere Zeit und werden nicht behandelt, können sich mitunter Komplikationen wie z.B. Entzündungen entwickeln.

Folgende Zwischenfälle können auftreten:

  • Entzündung der Gallenblase (akute Cholezystitis),
  • Entzündung der Gallenwege (akute Cholangitis),
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis),
  • Gelbsucht (Ikterus),
  • Gallenblasen- oder Gallengangskarzinom.

Vorbeugung von Gallensteinen

Um der Entstehung von Gallensteinen vorzubeugen bzw. bei Vorhandensein von Gallensteinen Koliken zu vermeiden, sind entgegen früheren Meinungen heute keine speziellen „Gallenschonkostformen“ oder „Gallendiäten“ erforderlich.

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