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Schema Magen und Darm © psdesign1

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Komplikationen & Folgen

Bei chronischen Darmerkrankungen sind auch außerhalb des Darms Krankheitssymptome möglich, sogenannte extraintestinale Manifestationen. Meist kommen diese Begleiterscheinungen während aktiver Entzündungsschübe zum Vorschein. Ob und wo sich diese am Körper äußern, ist individuell verschieden. Bei Morbus Crohn kann es an unterschiedlichen Stellen im Körper zu Fisteln kommen, dabei bilden sich Gänge bzw. Verästelungen. Meist ist davon der After betroffen . . .

Beschwerden außerhalb des Darms

Möglich sind extraintestinale Manifestationen u.a. an Gelenken, Haut, Augen, Leber und Gallenwegen. Seltener können auch das Herz, die Nieren, die Lunge, die Bauchspeicheldrüse und das Nervensystem (ZNS) betroffen sein.

Die häufigsten Beschwerden außerhalb des Darms sind:

  • Gelenke: Arthritis an z.B. Knie-, Hüft-, Sprung-, Ellbogen-, Hand- oder Schultergelenk sowie an der Wirbelsäule.
  • Haut: rötliche Knötchen unterhalb der Haut (Erythema nodosum), Geschwürbildung mit Absterben von Haut (Pyoderma gangraenosum).
  • Augen: Entzündung des Bindegewebes (Episkleritis), Entzündung der mittleren Augenhaut (Uveitis) bzw. der Regenbogenhaut (Iritis).
  • Leber und Gallenwege: Verengung der Gallengänge durch Entzündungen und Vernarbungen (primär sklerosierende Cholangitis, kurz: PSC).

Folgen der Dünndarmschädigung bei Morbus Crohn

Eine der wichtigsten Aufgaben des Dünndarms besteht darin, die über die Nahrung aufgenommenen Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe etc. für den Körper verfügbar zu machen und sie in die Blut- und Lymphbahn überzuleiten (Resorption). Ist der Dünndarm bei Morbus Crohn intensiv befallen und geschädigt, kann es in weiterer Folge zur Unterversorgung an verschiedenen Stoffen kommen. Dies kann zu Mangel- oder Unterernährung der Betroffenen führen. So kann es z.B. bei Morbus Crohn zu einer verringerten Aufnahme knochenwichtiger Substanzen wie z.B. Kalzium und Vitamin D kommen, was das Risiko für eine Osteoporose bzw. ihrer Vorstufe (Osteopenie) erhöht. Mangelzustände an Eisen, Zink, Vitamin B12 und Folsäure sind möglich.

Fisteln, Abszesse und Stenosen bei Morbus Crohn

Bei Morbus Crohn kann es an unterschiedlichen Stellen im Körper zu Fisteln kommen, dabei bilden sich Gänge bzw. Verästelungen. Meist ist davon der After betroffen. Außerdem können sich Fisteln z.B. zur Bauchhöhle, zu anderen Organen, zur Scheide, zur Harnblase, zur Haut oder zwischen zwei Darmabschnitten entwickeln. Eiteransammlungen (Abszesse) sind dann die Folge bei Morbus Crohn, ebenso gibt es Komplikationen wie Verengungen im Darm (Stenose) und schwere Krämpfe. Bei langstreckigem bzw. häufigem Entfernen von Abschnitten des Dünndarms (Darmresektion) besteht die Gefahr eines Kurzdarmsyndroms. Bei Colitis ulcerosa kann es zum vollständigen Funktionsverlust des Dickdarms kommen.
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