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Analfissur

Die Analfissur zählt zu den häufigsten proktologischen Erkrankungen. Es handelt sich um einen Längsriss im Analkanal. Die Analfissur kann in jedem Alter vorkommen, tritt jedoch am häufigsten zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.

Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Analfissur:

  • mechanische Schädigungen des Epithels durch Verstopfung, Durchfall oder Manipulationen;
  • Spastik des Schließmuskels (Sphinkter);
  • lokale Infektionen;
  • bestehende neuromuskuläre Fehlregulationen, die einen erhöhten Spannungszustand des Schließmuskels bedingen.

Typisch ist der schmerzbedingt hohe Sphinktertonus, der das Absetzen des Stuhls erschwert und durch das Brennen danach noch kräftiger wird. Die Folge ist ein immer tiefer gehender Einriss.

Auch systemische Erkrankungen wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn) oder Infektionserkrankungen (z.B.Tuberkulose, Syphilis ) können die Entstehung einer Analfissur bedingen. In diesen Fällen wird von sekundären Analfissuren gesprochen.

Verlauf

Eine akute Analfissur tritt plötzlich und kurzfristig auf, äußert sich durch einen schmalen, etwa ein bis drei Zentimeter langen länglichen Riss mit scharf begrenzten Wundrändern. Sie heilt meist spontan oder unter konservativer Therapie ab.

Eine chronische Analfissur liegt vor, wenn die Erkrankung länger als sechs Wochen besteht und als typisches Zeichen eine hypertrophe Analpapille am inneren Ende des Analkanals und an der Vorpostenfalte außen auftritt. Die Wundränder sind meist verhärtet, am Boden der chronischen Fissur findet sich häufig ein kleiner Fistelgang mit Abszess zwischen den Schließmuskeln. Diese Form heilt ohne adäquate Therapie nicht von selbst ab.

Symptome

Im Vordergrund steht ein mit dem Stuhlgang auftretender stechender, scharfer Schmerz, der mehrere Minuten anhält und dann in stundenlanges Brennen übergeht. Meist ist dies kombiniert mit Blut am Stuhl oder Toilettenpapier. Auch stärkere Blutungen können mitunter auftreten. Bei chronischem Verlauf kommen Nässen und Juckreiz im Analbereich hinzu. 

Diagnose

Die Diagnose lässt sich anhand der Anamnese und einer körperlichen Untersuchung mit Inspektion und Tastuntersuchung stellen. Im Akutstadium ist eine Enddarmspiegelung (Proktoskopie) nicht unbedingt erforderlich und sollte aufgrund der Schmerzen erst nach dreiwöchiger Therapie erfolgen. Mit dieser Untersuchung lässt sich das Ausmaß des Defektes feststellen, gegebenenfalls sind auch andere Veränderungen erkennbar. Bei unklarem Befund sollte eine Untersuchung unter Narkose durchgeführt werden.

Therapie

Eine zentral wichtige Maßnahme ist die Stuhlregulation. Damit lässt sich auch das Risiko für ein erneutes Auftreten von Analfissuren verringern.

  • Die akute Analfissur heilt in vielen Fällen von selbst ab. Die Anwendung von Zäpfchen zur gezielten Entleerung in Kombination mit schmerzstillenden Salben kann die Beschwerden lindern, den Sphinkterkrampf durchbrechen und so den Heilungsprozess fördern. Bei Patientinnen/Patienten mit Verstopfung werden Stuhlweichmacher, faserreiche Kost sowie Duschbäder empfohlen.

  • Chronische Fissuren werden mit verschiedenen Methoden behandelt, die darauf abzielen, den erhöhten Ruhedruck im Analkanal zu senken. Lokal werden muskelentspannende Salben mit z.B. Diltiazem, Nifedipin oder Trinitrat angewendet. Bei extrem hohem Muskeltonus kann Botulinumtoxin injiziert werden.

Bleibt ein Therapieerfolg aus, ist eine Operation notwendig. Dabei wird das gesamte narbige, chronisch entzündete Gewebe entfernt und die Wunde offen belassen. Die komplette Abheilung dauert etwa drei bis vier Wochen. Eine Durchtrennung des inneren Schließmuskels war früher üblich, sollte wegen der Gefahr einer Kontinenzstörung allerdings nicht mehr durchgeführt werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Beschwerden in der Analregion können Sie sich an Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt oder eine Proktologin/einen Proktologen wenden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

 

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