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Frau hält Hände auf den Po © New Africa
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Analfissur

Eine Analfissur ist ein länglicher Riss im Analkanal. Der Defekt geht typischerweise mit stechenden Schmerzen während des Stuhlgangs und Brennen danach einher. Die Analfissur zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Enddarms. Ungefähr eine von zehn Personen ist im Lauf des Lebens davon betroffen. Am häufigsten tritt eine Analfissur zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Formen und Möglichkeiten der Behandlung einer Analfissur.

Welche Ursachen hat eine Analfissur? 

Es gibt verschiedene Ursachen für eine Analfissur. Meist besteht ein erhöhter Spannungszustand des Schließmuskels (Sphinkter), dies könnte aber auch die Folge der Fissur sein. Harter Stuhl bei Verstopfung (Obstipation) und starkes Pressen kann eine Fissur verursachen. In der Folge kann sich der Schließmuskel lokal sehr schmerzhaft entzünden. Eine ballaststoffarme Ernährung und starkes Übergewicht gelten u.a. als Risikofaktoren. So entstehende Risse im Analkanal werden in der Medizin als primäre Analfissur bezeichnet.  

Im Unterschied dazu tritt eine sekundäre Analfissur als Folge einer anderen Erkrankung auf. Mögliche Ursachen sind Infekte oder entzündliche und immunologische Erkrankungen (z.B.Morbus Crohn). Auch nach einer Operation (postoperativ) oder nach Geburten kann eine Analfissur entstehen.

Wie verläuft eine Analfissur?

Mediziner:innen unterscheiden zwischen einer akuten und chronischen Analfissur. Eine akute Analfissur tritt plötzlich und kurzfristig auf. Sie äußert sich durch einen schmalen, etwa ein bis drei Zentimeter langer Riss mit scharf begrenzten Wundrändern. Sie heilt meist spontan oder mit entsprechender Behandlung ab. Beschwerden einer Analfissur gelten bis zu acht Wochen als akut, wobei der Zeitraum nur als ungefährer Richtwert anzusehen ist.

Eine chronische Analfissur liegt vor, wenn die Erkrankung länger als acht Wochen bestehen bleibt. Zudem treten typische Veränderungen im Wundbereich auf: Eine hypertrophe Analpapille (auch Analpolyp oder Analfibrom genannt) am inneren Ende und eine Vorpostenfalte (Hautläppchen am Analrand) außen. Diese Form heilt ohne entsprechende Therapie nicht von selbst ab.

Welche Symptome können auftreten?

Die meisten Menschen mit einer Analfissur, spüren beim Stuhlgang einen stechenden oder brennenden Schmerz. Dieser Schmerz kann stundenlang anhalten. Meist ist dies kombiniert mit Blut am Stuhl oder Toilettenpapier. Auch stärkere Blutungen können mitunter auftreten. Bei chronischem Verlauf kommen Nässen und Juckreiz im Analbereich hinzu.

Betroffene können die Ursachen der Beschwerden von einer Ärztin/einem Arzt abklären und behandeln lassen.

Was kann man selbst zur Heilung beitragen?

Eine akute Analfissur heilt in vielen Fällen von selbst ab. Wichtig ist ein normaler Stuhlgang. Die betroffene Person kann die Stuhlregulation durch ausreichendes Trinken und eine ballaststoffreiche Ernährung selbst unterstützen. Auch Nahrungsergänzungsmittel wie Flohsamenschalen können bei der Stuhlregulation helfen. Die Apothekerin oder der Apotheker klärt über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zur Stuhlregulation auf. Durch ballaststoffreiche Ernährung lässt sich auch das Risiko für ein erneutes Auftreten von Analfissuren verringern.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose anhand der Krankengeschichte (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung mit Inspektion und eventueller Tastuntersuchung.

Bleiben die Beschwerden über längere Zeit bestehen, können zur genaueren Abklärung weitere Untersuchungen notwendig sein. Mit einer Enddarmspiegelung (Proktoskopie) lässt sich das Ausmaß des Defektes genauer feststellen. Auch andere Erkrankungen als mögliche Ursachen können damit abgeklärt werden. 

Wie erfolgt die Behandlung einer Analfissur?

Die Behandlung einer akuten Analfissur erfolgt konservativ durch Stuhlregulierung, Zäpfchen oder Salben. Die Therapie  führt in den meisten Fällen zu einer Abheilung. Patient:innen mit Verstopfung werden spezielle Medikamente – sogenannte Stuhlweichmacher – und faserreiche Kost empfohlen.

Die Anwendung von Zäpfchen zur gezielten Entleerung in Kombination mit spannungsvermindernden und schmerzstillenden Salben kann die Beschwerden lindern.

Bei chronischen Fissuren können ebenfalls alle konservativen Maßnahmen versucht werden, die auf die Schmerzbehandlung abzielen und den erhöhten Spannungszustand im Analkanal senken.

Bei sehr hohem Muskeltonus kann eine Injektionsbehandlung mit Botulinumtoxin („BoTox“) versucht werden. Dies ist ein Wirkstoff, der direkt neben die Fissur gespritzt wird und den Tonus des Schließmuskels deutlich senkt.

Bringen Medikamente und andere konservative Maßnahmen keinen Erfolg, kann die Ärztin oder der Arzt eine Operation vorschlagen. Bei der Entscheidung für eine Operation spielt der Leidensdruck der Patientin oder des Patienten eine entscheidende Rolle. Zwei operative Methoden stehen zur Verfügung:

  • Bei einer Fissurektomie wird das narbige, chronisch entzündete Gewebe entfernt. Die Wunde wird offen belassen. Die komplette Abheilung dauert etwa drei bis vier Wochen.
  • Bei einer lateralen Sphinkterotomie wird der innere Schließmuskel gekerbt oder durchtrennt. Diese Operation sollte wegen der Gefahr einer postoperativen Inkontinenz nur in Einzelfällen durchgeführt werden

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Beschwerden in der Analregion können Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt bzw. an eine Proktologin oder einen Proktologen (Fachärztin/Facharzt für Erkrankungen des Enddarms) wenden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den  Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.


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