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Ablehnende Geste einer Frau © Gina Sanders

Persönlichkeitsstörungen: Was ist das?

Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung weichen in ihren Verhaltensmustern oft deutlich vom Verhalten der Menschen in ihrer Umgebung ab. Sie sind dabei kaum zur eigenständigen Veränderung fähig, was sich meistens negativ auf ihre zwischenmenschlichen Beziehungen auswirkt. Persönlichkeitsstörungen sind keine Krankheiten im Sinne einer biologischen Ursache und werden deshalb nicht immer medizinisch behandelt. Dennoch können sie starkes Leiden verursachen und sind oft behandlungsbedürftig.

Ursachen von Persönlichkeitsstörungen

Die Entstehung von Persönlichkeitsstörungen ist auf ein Zusammenwirken verschiedener Faktoren zurückzuführen. Sehr wahrscheinlich führen genetische Einflüsse („Erbanlagen“) und negative Erfahrungen in der frühen Kindheit (z.B. Erziehungs- und Entwicklungsprobleme, Gewalterfahrungen, sexueller Missbrauch, Traumata) in Kombination zur Entwicklung einer Persönlichkeitsstörung.

Traumatisierende Erlebnisse, vor allem in der späteren Kindheit und frühen Jugendzeit können auf eine bereits vorhandene Verletzlichkeit treffen und so die Entwicklung einer Persönlichkeitsstörung auslösen. Anders gesagt: Wenn die Voraussetzungen in der frühen Kindheit geschaffen sind, steigt die Anfälligkeit – es muss aber nicht unbedingt zur Entwicklung einer Persönlichkeitsstörung kommen. In der Folge wird jedenfalls ein verhängnisvoller Kreislauf in Gang gesetzt. Menschen mit einer entsprechend gestörten Persönlichkeit verursachen in ihrer Umgebung Probleme, und indem ihre Mitmenschen darauf reagieren, verstärken sie oft das Leiden der Betroffenen, die ihrerseits gestört auf ihre Umgebung zurückwirken.

Allerdings kann das Verhalten von Pubertierenden sehr leicht mit den Symptomen einer Persönlichkeitsstörung verwechselt werden – nur die Untersuchung und Diagnose durch Expertinnen/Experten schafft hier Klarheit.

Wann liegt eine Persönlichkeitsstörung vor?

Persönlichkeitsstörungen können massives Leiden verursachen, die Lebensführung so sehr wie Krankheiten beeinträchtigen und sind deshalb in hohem Maße durch entsprechend ausgebildete Spezialistinnen/Spezialisten (z.B. Psychiaterin/Psychiater, Psychotherapeutin/Psychotherapeut) behandlungsbedürftig. Nicht immer empfinden Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung selbst einen Leidensdruck. Sie fühlen sich mitunter sogar recht wohl und schreiben entstehende Probleme ihrer Umgebung zu.

Es gibt unterschiedliche Formen von Persönlichkeitsstörungen, die mehr oder weniger charakteristische Merkmale aufweisen. Sie dienen als Anhaltspunkte, die jedoch nicht zwingend vorhanden sein müssen. Unter Persönlichkeitsstörungen im Überblick finden Sie eine Auflistung der gängigsten Formen.

Die Grenze zu den gleichnamigen Persönlichkeitsstilen, die ähnliche markante Merkmale aufweisen – allerdings schwächer ausgeprägt –, ist oft fließend. Manch eine/einer erkennt vielleicht sich selbst oder eine Person in der Familie/im Freundeskreis darin wieder – das bedeutet jedoch nicht, dass eine Störung der Persönlichkeit vorliegen muss. Dennoch ist es in jedem Fall empfehlenswert, Beratung und Hilfe zu suchen, um andere Störungen/Erkrankungen auszuschließen bzw. besser mit den jeweiligen Situationen umgehen zu können. Vor allem wenn Leidensdruck von Betroffenen oder der Umgebung vorliegt, besteht Handlungsbedarf.

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