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Schreiendes Baby © Mitarat

Dreimonatskoliken

Dreimonatskoliken beginnen meist um die zweite Lebenswoche, erreichen ihren Höhepunkt um die sechste Woche und klingen gegen Ende des dritten Lebensmonats ab. Koliken sind krampfartige, heftige Schmerzen vorwiegend im Bauchbereich. Rund zehn bis 15 Prozent aller Babys bekommen Koliken. Die Ursache ist letztlich ungeklärt . . .

Entstehung

Als eine mögliche Ursache wird angesehen, dass die Darmfunktion erst ausreifen muss. Im „unreifen“ Darm sammeln sich mitunter Luft und Verdauungsgase (Blähungen), die einzelnen Darmabschnitte werden schmerzhaft ausgedehnt. Andere Faktoren sind große Trinkmengen, das Schlucken von Luft beim Trinken sowie ungenügendes Aufstoßen.

Symptome

Die Säuglinge schreien während und nach der Fütterung, insgesamt oft drei bis sechs Stunden pro Tag und lassen sich nur schwer beruhigen. Betroffen sind gestillte und nicht gestillte Kinder. Der Bauch ist häufig gebläht. Die Kinder gedeihen gut und zeigen keine Hinweise auf eine Organerkrankung.

Diagnose

Krampfartige, heftige Schmerzen im Bauchbereich – verbunden mit häufigem Schreien – bei Babys bis zum vierten Lebensmonat lassen auf Dreimonatskoliken schließen. Zur Sicherung der Diagnose sollte eine Ärztin/ein Arzt für Allgemeinmedizin oder eine Ärztin/ein Arzt für Kinder- und Jugendheilkunde konsultiert werden.

Hinweis Ähnliche Beschwerden können bei Darmverschluss, Nahrungsmittelallergie beziehungsweise -unverträglichkeit (zum Beispiel gegen Kuhmilcheiweiß, oder Speiseröhrenentzündung (mit vermehrtem Spucken und Rückfluss von Magensäure bzw. Mageninhalt) auftreten.

Therapie

Eine spezielle Behandlung ist nicht erforderlich. Ein entspannter, gleichmäßiger Tagesrhythmus bekommt dem Säugling am besten, eine Reizüberflutung ist zu vermeiden. Es kursieren viele Tipps zur Linderung der Koliken. Ob und welche davon Ihrem Baby helfen, lässt sich nur ausprobieren.

Hilfreiche Tipps:

  • Möglicherweise werden die Koliken verstärkt oder ausgelöst, wenn stillende Mütter Kuhmilch oder blähende Lebensmittel und Getränke zu sich nehmen. Dazu gehören unter anderem Gemüse (z.B. Kohl und Zwiebel), Obst (z.B. Äpfel, Zwetschken), stark gewürztes Essen, Schokolade, Kaffee und manche Teesorten.
  • Flaschenkinder werden mit einem kleineren Saugerloch zu langsamerem Trinken angehalten.
  • Entblähend wirken ungesüßte Tees aus Anis, Fenchel und Kümmel oder Kümmelzäpfchen.
  • Wärme und leichter Druck auf den Bauch des Kindes lindern oft den Schmerz. Dies gelingt am besten, wenn Ihr Kind bäuchlings auf Ihrem Arm liegt oder einen kleinen Thermophor oder ein warmes Kirschkernkissen auf den Bauch gelegt bekommt.
  • Auch leichte Massage des Babybauches kann Schmerzen lindern und das Abgehen von Winden erleichtern. Wichtig ist, dass die Massagebewegungen im Uhrzeigersinn erfolgen (wenn das Kind mit den Füßen zu Ihnen liegt).
  • Auch ein warmes Bad oder beruhigende Musik kann die Situation entspannen.
  • Weiters werden Entschäumer (Dimeticon, Simethicon) eingesetzt, die die kleinen Luftbläschen im Darm in große Blasen verwandeln, die sich leichter auflösen können.
  • Auch einigen homöopathischen Mitteln (z.B. Camomilla), wird eine lindernde Wirkung nachgesagt.
  • Ein Darmrohr kann die Verkrampfung lösen, indem es den Abgang von Winden oder von Stuhl erleichtert.
  • Besprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin/Ihrem Kinderarzt, ob für Ihr Baby eine Spezialnahrung erforderlich ist.

Wohin kann ich mich wenden?

Um sicherzugehen, dass das Baby nicht unter einer ernsthaften Erkrankung (z.B. Darmverschluss) leidet, sollte im Zweifelsfall immer eine Ärztin/ein Arzt für Kinder- und Jugendheilkunde konsultiert werden. Warnhinweise sind Bläh- und Schreiattacken nach jeder Mahlzeit, schaumige, spritzende oder auch sehr feste Stühle, Trinkverweigerung bzw. minimale Gewichtszunahme.

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