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Ärztin untersucht Kleinkind © Picture-Factory

Pseudokrupp

Als Pseudokrupp (Laryngitis subglottica) wird eine Entzündung der oberen Atemwege im Bereich des Kehlkopfes (Larynx) unterhalb der Stimmritze (Glottis) bezeichnet. Da in Europa der „echte Krupp“ durch die Impfung gegen Diphtherie sehr selten geworden ist, spricht man heutzutage oft nicht mehr von Pseudokrupp, sondern vereinfachend von Krupp oder Krupp-Syndrom. Pseudokrupp tritt vor allem von Oktober bis März auf. Betroffen sind ältere Säuglinge und Kleinkinder, Knaben häufiger als Mädchen, übergewichtige häufiger als normalgewichtige Kinder. Etwa zehn bis 15 Prozent aller Kinder erkranken einmal in ihrem Leben an einem viralen Pseudokrupp . . .

Übertragung & Symptome

Ursache ist beim überwiegenden Großteil der Fälle eine Virusinfektion, meist mit Parainfluenzaviren. Bakterien (Staphylokokken, Haemophilus influenza) sind nur selten Auslöser der Erkrankung, können diese aber oft erschweren bzw. verlängern.

Bei Pseudokrupp kommt es – meist in den Abendstunden oder nachts – zu einem bellenden Husten („Schafhusten“), dem eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Atemnot und laut pfeifende Geräusche beim Einatmen (inspiratorischer Stridor) folgen können. Das Gefühl der Luftnot verursacht bei den Kindern oft Angst und Unruhe, wodurch die Beschwerden zusätzlich verstärkt werden. Begleitend können Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit auftreten. In einigen Fällen kann der Krupp nach kurzem, bedrohlichem Atemnotanfall rasch wieder abklingen. Selten kann sich ein lebensgefährliches Erstickungsbild mit Herzrasen, graublasser Hautfarbe und Apathie entwickeln.

Diagnose & Therapie

Die Diagnose wird anhand des Erscheinungsbildes gestellt. Da die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen mitunter schwierig ist, muss eine sehr sorgfältige Untersuchung durchgeführt werden. Ähnliche Beschwerden können verursacht werden durch: Kehlkopfdiphtherie, Fremdkörper im oberen Atemtrakt, Entzündung der Stimmritze, Einatmen ätzender Dämpfe, Verbrühung, Insektenstich etc.

Jeder Krupp sollte stationär in einer Kinderklinik behandelt werden. Da es bei Verschleppung der Krankheit immer wieder zu Todesfällen kommt, muss sofort eine Therapie einsetzen. Diese besteht im Wesentlichen in der Beruhigung des Kindes, um den Sauerstoffverbrauch und damit die Luftnot zu verringern. Weiters werden Beruhigungsmittel, sekretverflüssigende Medikamente, spezielle Inhalationsgeräte (Kaltvernebler) sowie Kortison und nötigenfalls Antibiotika eingesetzt. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu achten.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei einer Entzündung der oberen Atemwege im Bereich des Kehlkopfes sollte eine Ärztin/ein Arzt für Allgemeinmedizin, eine Ärztin/ein Arzt für Kinder- und Jugendheilkunde oder eine HNO-Ärztin/ein HNO-Arzt konsultiert werden. Wird die Diagnose Pseudokrupp gestellt, muss das Kind in einer Kinderklinik behandelt werden.

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