Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Ärztin untersucht Lymphknoten bei Kleinkind © JPC-PROD

Mumps

Mumps (Ziegenpeter, Parotitis epidemica) ist eine hochinfektiöse Viruserkrankung, die hauptsächlich die Speicheldrüsen befällt. Betroffen sind vor allem Kinder zwischen dem vierten und zehnten Lebensjahr. Etwa die Hälfte aller Mumpsinfektionen verläuft ohne Beschwerden, hinterlässt aber trotzdem eine dauerhafte Immunität . . .

Übertragung & Vorbeugung

Das Mumpsvirus (Gruppe der Paramyxoviren) wird in Speichel, Urin und Muttermilch ausgeschieden und durch Tröpfchen verbreitet. Eintrittspforte ist die Mundschleimhaut.

Ab dem elften Lebensmonat sollen laut Empfehlungen des Österreichischen Impfausschusses alle Kinder gegen Mumps, Masern und Röteln geimpft werden. Bei fehlender Immunität kann die Mumpsimpfung in jedem Lebensalter nachgeholt werden.
Besonders wichtig ist die Impfung bei Frauen im gebärfähigen Alter – vor einer geplanten Schwangerschaft soll der Immunstatus überprüft werden. Weitere Infos zu Impfungen.

Hinweis Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung beträgt zwei bis vier Wochen. Die Patientinnen/Patienten sind bereits zirka fünf Tage vor Auftreten der Speicheldrüsenschwellung bis zur endgültigen Abschwellung (zirka acht Tage) infektiös.

Symptome

Charakteristisch ist die entzündliche schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen. Nach ein bis zwei Tagen mit untypischen Beschwerden, manchmal auch ohne Vorboten, schwillt zunächst die Ohrspeicheldrüse einer Seite und meist ein bis zwei Tage später auch der anderen Seite an. Die Kinder klagen oft über Schmerzen beim Kauen, in den Ohren oder beim Bewegen des Kopfes. Das Gesicht bietet ein typisches Bild: Die Ohrläppchen stehen ab, über der teigigen Schwellung der Drüsen ist die Haut geschwollen und gespannt. Andere Speicheldrüsen können mit betroffen oder auch isoliert befallen sein. Die Schwellungen gehen nach einigen Tagen zurück. Die Krankheit kann mit Fieber um 38 Grad Celsius, aber auch ohne Fieber verlaufen.

Diagnose & Therapie

Die Ärztin/der Arzt stellt meist anhand des typischen Erscheinungsbildes fest, ob das Kind tatsächlich Mumps hat. Ähnliche Beschwerden können bei eitrigen Entzündungen der Ohrspeicheldrüsen, Lymphknotenentzündungen oder Sekretstauungen durch Speichelsteine vorkommen. Die Sicherung der Diagnose ist mittels Laboruntersuchung möglich.

Es kommen nur beschwerdelindernde Maßnahmen wie milde lokale Wärme und Schmerzmittel infrage. Bei ausgeprägter Gehirn- oder Hodenentzündung ist eine Kortikosteroidbehandlung angezeigt.

Komplikationen

Die Komplikationen nehmen mit dem Lebensalter zu. Bei fünf bis zehn Prozent der Infektionen ist das zentrale Nervensystem beteiligt, meist in Form einer Gehirnhautentzündung (Meningitis) mit Fieber, Kopfschmerz, Erbrechen, selten als Gehirnentzündung (Enzephalitis).

Bei etwa fünf Prozent der Betroffenen kommt es zu einer Entzündung des Gehörnervs (Akustikusneuritis). Diese kann Taubheit verursachen. Bei zehn bis 30 Prozent der männlichen Patienten entwickelt sich während oder nach der Pubertät eine Entzündung von Hoden und Nebenhoden mit schmerzhafter Hodenschwellung. Eine häufig Spätfolge ist Sterilität. In fünf Prozent der Fälle tritt eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) auf.

Wohin kann ich mich wenden?

Sobald erste Krankheitszeichen auftreten, sollten Sie mit Ihrem Kind eine Ärztin/einen Arzt für Allgemeinmedizin oder Kinder- und Jugendheilkunde aufsuchen.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse