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Zwei Ärzte mit Röntgenbild © Blue Planet Studio
Zwei Ärzte mit Röntgenbild © Blue Planet Studio

HIV & Koinfektionen

HIV-positive Personen erkranken überdurchschnittlich häufig an Hepatitis C, Hepatitis B und Tuberkulose. Manche der Betroffenen zählen zu Risikogruppen, die ein erhöhtes Risiko haben, sich mit diesen Erregern zu infizieren, manche tragen diese Krankheitserreger bereits in sich, bevor sie sich mit HIV infizieren. Andere wiederum sind aufgrund der fortschreitenden HIV-bedingten Immunschwäche für Infektionen anfälliger. Solche schweren und langwierigen Begleiterkrankungen wirken sich einerseits ungünstig auf den Verlauf der HIV-Infektion aus, andererseits beschleunigt/verschlimmert die HIV-Infektion den Krankheitsverlauf von Koinfektionen.

HIV & Hepatitis B

Das Hepatitis-B-Virus ist hoch infektiös. Der typische Übertragungsweg im Erwachsenenalter  liegt in sexuellen Kontakten. Dabei reichen für eine Infektion schon kleinste Haut- und Schleimhautverletzungen (Blutkontakte). Auch Sperma und Scheidensekret von Hepatitis-B-Infizierten sind infektiös. In Speichel- und Tränenflüssigkeit können ebenfalls Hepatitis-B-Viren nachgewiesen werden. Eine Hepatitis-B-Infektion beim Erwachsenen heilt nach einer akuten Leberentzündung bei 95% der Betroffenen vollständig ab, und nur ein geringer Anteil geht in eine chronische Infektion mit potenziellen Langzeitfolgen, wie Leberzirrhose oder Leberzellkarzinom über. Bei HIV-Infizierten ist die Rate jener, welche eine chronische Hepatitis-B-Infektion entwickeln, allerdings etwa fünf- bis zehnfach höher.

Es stehen zwar heute Medikamente zur Behandlung einer chronischen Hepatitis B zur Verfügung, der sichere Weg, sich vor den Folgen einer Infektion zu schützen, ist jedoch die Impfung gegen Hepatitis B. 

Ausführliche Informationen erhalten Sie unter Hepatitis B.

HIV & Hepatitis C

Aufgrund der ähnlichen Übertragungswege des Hepatitis-C-Virus (HCV) und des HI-Virus kommen HIV/HCV-Doppelinfektionen häufig vor. HCV ist bei der Übertragung über Blut (wie beim Spritzen von Drogen mit zuvor gebrauchten Nadeln) etwa zehnmal infektiöser als HIV. Deswegen sind besonders intravenös Drogenabhängige von einer Doppelinfektion betroffen. Eine Hepatitis C sollte nach entsprechender Diagnosestellung unter Berücksichtigung individueller Krankheitsumstände möglichst rasch behandelt werden. Dies gilt besonders bei einer gleichzeitigen HIV-Infektion, da HIV den Verlauf der Hepatitis C verschlechtert und das Risiko für eine frühzeitige Entwicklung einer Leberzirrhose signifikant erhöht. Bei einer mit antiretroviralen Medikamenten behandelten HIV-Infektion besteht für Personen mit einer gleichzeitigen Hepatitis-C-Infektion ebenfalls ein höheres Risiko für eine Leberzellschädigung.

Ausführliche Informationen finden Sie unter Hepatitis C.

HIV & Tuberkulose

Tuberkulose ist eine weltweit verbreitete meldepflichtige bakterielle Infektionskrankheit und eine häufige opportunistische Infektion im Rahmen der erworbenen Immunschwäche durch HIV. Das Risiko für den Ausbruch und den schweren Verlauf einer Tuberkulose ist bei einer HIV-Infektion deutlich erhöht. Tuberkulose entwickelt sich bei HIV-Infizierten oft als Reaktivierung einer vorbestehenden Infektion. Bei Patientinnen/Patienten, die vor Kurzem aus Entwicklungsländern eingewandert sind, handelt es sich oft um eine aktive Infektion.

Diese bakterielle Infektionskrankheit wird durch Tröpfcheninfektion hauptsächlich von Mensch zu Mensch übertragen. Durch Husten gelangen die Erreger in die Umgebungsluft und können so von anderen Personen eingeatmet werden.

Verlauf der Tuberkulose

Das klinische Bild der Tuberkulose (TBC) bei HIV-Infektion wird vom Immunstatus (Zahl der CD4+-Helferlymphozyten) beeinflusst. In frühen Stadien der HIV-Infektion kann man in der Regel den klassischen Tuberkuloseverlauf mit Fieber, Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Husten, Brustschmerz, Atemnot und Hämoptysen (Bluthusten) beobachten. Je stärker jedoch der Immunstatus herabgesetzt ist, desto häufiger sieht man ungewöhnliche Verläufe der Tuberkulose mit Krankheitserscheinungen auch außerhalb der Lunge (extrapulmonal).

Diagnose und Behandlung der Tuberkulose

Für die Diagnose der Tuberkulose sind bildgebende Laboruntersuchungen erforderlich. Tuberkulose wird medikamentös mit einer Kombination von mindestens drei Tuberkulostatika behandelt. Die Therapie dauert mindestens sechs bis neun Monate.

Im Rahmen der HIV-Betreuung wird auch untersucht, ob man an einer sogenannten latenten Tuberkulose leidet. Personen mit einer latenten (oder stillen) TBC-Infektion sind klinisch gesund, und das Immunsystem hält die Erreger in Schach. Je nach Immunsituation kann sich diese Infektion jedoch reaktivieren, und die/der Betroffene erkrankt an TBC und muss mit einer Kombination von mindestens drei Medikamenten behandelt werden. Behandelt man jedoch bereits im Stadium der Latenz, kann die entsprechende Therapie von kürzerer Dauer und mit weniger TBC-Medikamenten erfolgen. Eine Reaktivierung mit all ihren Folgen (Erkrankung, Nebenwirkungen der Kombinationstherapie, Weitergabe der Infektion) stellt in diesem Fall kein Risiko mehr dar.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Diagnose und Behandlung der Koinfektionen bzw. Begleiterkrankungen erfolgt im Rahmen der HIV-Betreuung.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Gemäß Richtlinien für die Befreiung von der Rezeptgebühr brauchen Patientinnen/Patienten mit bestimmten Krankheiten für die dafür erforderlichen Medikamente keine Rezeptgebühr bezahlen. Dazu zählen Hepatitis, Tuberkulose und auch die HIV-Infektion/AIDS-definierenden Erkrankungen. Für rezeptpflichtige Medikamente zur Behandlung anderer Erkrankungen ist wie üblich eine Rezeptgebühr zu entrichten.

Nähere Informationen zur Rezeptgebührenbefreiung finden Sie unter Die Kostenabdeckung von Medikamenten.

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