Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Arzt mit Röntgenbild © jarun011

HIV & Koinfektionen

HIV-positive Personen erkranken überdurchschnittlich häufig an Hepatitis C, Hepatitis B und Tuberkulose. Manche der Betroffenen tragen diese Krankheitserreger bereits in sich, bevor sie sich mit HIV infizieren, andere wiederum sind aufgrund der fortschreitenden HIV-bedingten. Immunschwäche für diese Infektionen anfälliger. Solche schweren und langwierigen Begleiterkrankungen wirken sich einerseits ungünstig auf den Verlauf der HIV-Infektion aus, andererseits beschleunigt die HIV-Infektion den Krankheitsverlauf von Koinfektionen . . .

HIV & Hepatitis B

Das Hepatitis-B-Virus ist hoch infektiös. Der typische Übertragungsweg im Erwachsenenalter sind sexuelle Kontakte. Dabei reichen für eine Infektion schon kleinste Haut- und Schleimhautverletzungen (Blutkontakte). Auch Sperma, Scheidensekret, Speichel- und Tränenflüssigkeit von Hepatitis-B-Infizierten sind infektiös. Menschen mit HIV sollten sich gegen Hepatitis B impfen lassen. Sie infizieren sich statistisch häufiger mit Hepatitis B und es kommt öfter zu einem chronischen Verlauf der Hepatitis B.

Ausführliche Informationen erhalten Sie unter Hepatitis B.

HIV & Hepatitis C

Aufgrund der ähnlichen Übertragungswege des Hepatitis C-Virus (HCV) und des HI-Virus kommen HIV/HCV-Doppelinfektionen häufig vor. HCV ist bei der Übertragung über Blut (wie beim Spritzen von Drogen mit zuvor gebrauchten Nadeln) etwa zehnmal infektiöser als HIV. Deswegen sind besonders Drogenabhängige von einer Doppelinfektion betroffen. Eine Hepatitis C sollte nach entsprechender Diagnosestellung unter Berücksichtigung individueller Krankheitsumstände möglichst rasch behandelt werden. Dies gilt besonders bei einer gleichzeitigen HIV-Infektion, da HIV den Verlauf der Hepatitis C verschlechtert und das Risiko für eine frühzeitige Entwicklung einer Leberzirrhose signifikant erhöht. Bei einer mit antiretroviralen Medikamenten behandelten HIV-Infektion besteht allerdings für Personen mit einer gleichzeitigen Hepatitis-C-Infektion ein höheres Risiko für Leberzellschädigung (Hepatotoxizität).

Ausführliche Informationen finden Sie unter Hepatitis C.

HIV & Tuberkulose

Tuberkulose ist eine weltweit verbreitete meldepflichtige bakterielle Infektionskrankheit und eine häufige opportunistische Infektion im Rahmen der erworbenen Immunschwäche durch HIV. Das Risiko für den Ausbruch und den schweren Verlauf einer Tuberkulose ist bei einer HIV-Infektion deutlich erhöht. Tuberkulose entwickelt sich bei HIV-Infizierten oft als Reaktivierung einer vorbestehenden Infektion. Bei Patientinnen/Patienten, die vor Kurzem aus Entwicklungsländern eingewandert sind, handelt es sich meist um eine akute Infektion.

Diese bakterielle Infektionskrankheit wird durch Tröpfcheninfektion hauptsächlich von Mensch zu Mensch übertragen. Durch Husten gelangen die Erreger in die Umgebungsluft und können so von anderen Personen eingeatmet werden.

Verlauf der Tuberkulose

Das klinische Bild der Tuberkulose (TBC) bei HIV-Infektion wird vom Immunstatus (Zahl der CD4+-Helferlymphozyten) beeinflusst. In frühen Stadien der HIV-Infektion kann man in der Regel den klassischen Tuberkuloseverlauf mit Fieber, Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Husten, Brustschmerz, Atemnot und Hämoptysen (Bluthusten) beobachten. Je stärker jedoch der Immunstatus herabgesetzt ist, desto häufiger sieht man ungewöhnliche Verläufe der Tuberkulose mit Krankheitserscheinungen auch außerhalb der Lunge (extrapulmonal).

Diagnose und Behandlung der Tuberkulose

Für die Diagnose der Tuberkulose sind radiologische Untersuchungen und Laboruntersuchungen erforderlich. Tuberkulose wird medikamentös mit einer Kombination von mindestens drei Tuberkulostatika behandelt. Die Therapie dauert mindestens sechs bis neun Monate.

Im Rahmen der HIV-Betreuung wird auch untersucht, ob man an einer sogenannten latenten Tuberkulose leidet. Personen mit einer latenten (oder stillen) TBC-Infektion sind klinisch gesund und das Immunsystem hält die Erreger in Schach. Je nach Immunsituation kann sich diese Infektion jedoch reaktivieren und die/der Betroffene erkrankt an TBC und muss mit einer Kombination von mindestens drei Medikamenten behandelt werden. Behandelt man jedoch bereits im Stadium der Latenz, reicht ein TBC-Medikament aus, um das Risiko einer Reaktivierung mit all ihren Folgen (Erkrankung, Nebenwirkungen der Kombinationstherapie, Weitergabe der Infektion) zu eliminieren.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Diagnose und Behandlung der Koinfektionen bzw. Begleiterkrankungen erfolgt im Rahmen der HIV-Betreuung.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Gemäß Richtlinien für die Befreiung von der Rezeptgebühr brauchen Patientinnen/Patienten mit bestimmten Krankheiten für die dafür erforderlichen Medikamente keine Rezeptgebühr bezahlen. Dazu zählen Hepatitis, Tuberkulose und auch HIV/AIDS. Für rezeptpflichtige Medikamente zur Behandlung anderer Erkrankungen ist wie üblich eine Rezeptgebühr zu entrichten.

Nähere Informationen zur Rezeptgebührenbefreiung finden Sie unter Die Kostenabdeckung von Medikamenten.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse