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Humanes Papilloma Virus (HPV, Feigwarzen)

Mehr als 30 Typen des Humanen Papilloma Virus (HPV) befallen den Genitaltrakt, hauptsächliche Auslöser der Feigwarzen (auch Genitalwarzen, Condylomata acuminata, anogenitale Warzen genannt) sind die Typen 6 und 11. Bei ungefähr der Hälfte aller sexuell aktiven Menschen ist eine Infektion mit zumindest einem HPV-Typ nachweisbar. Der Großteil dieser Infektionen verläuft unbemerkt ohne Beschwerden und ist gutartig. Lediglich fünf Prozent aller Infektionen sind mittels Zytologie (Zellkultur) und Kolposkopie (Betrachtung der Scheide und des Gebärmutterhalses unter Lupenvergrößerung) diagnostizierbar. Bei manchen Frauen führt eine HPV-Infektion nach einem Zeitraum von einem bis mehreren Jahrzehnten zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs, bei Männern zur Entstehung eines Peniskarzinoms. Dafür sind jedoch andere HPV-Typen verantwortlich . . .

Übertragungsweg

Die Übertragung erfolgt am häufigsten durch sexuelle Kontakte. Humane Papilloma Viren können aber auch durch einfache (Haut-)Kontakte (Schmierinfektion) übertragen werden, ebenso bei der Geburt durch Übertragung von der Mutter auf das Kind. Zu einer HPV-Übertragung kann es sowohl bei Vorliegen von Warzen als auch ohne sichtbare Warzen kommen.

Vorbeugung

Das HPV-Ansteckungsrisiko kann durch die Verwendung von Kondomen beim Sex reduziert werden. Darüber hinaus empfiehlt der österreichische Impfplan des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen die Impfung aller Mädchen und Frauen zwischen neun und 40 Jahren. Die österreichische Krebshilfe, die österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie die Arbeitsgemeinschaft zu sexuell übertragbaren Krankheiten der österreichischen Gesellschaft für Dermatologie raten ebenfalls zur Impfung.

In Österreich ist seit 2006 ein Vierfachimpfstoff gegen die HPV-Typen 6, 11, 16, 18 und seit 2007 ein Zweifachimpfstoff gegen die HPV-Typen 16 und 18 zugelassen. Der Zweifachimpfstoff beugt Gebärmutterhalskrebserkrankungen und deren Vorstufen vor, der Vierfachimpfstoff ist darüber hinaus auch in der Vermeidung von Genitalwarzen sowie von Krebsvorstufen der Vulva bei Mädchen und Frauen im Alter von neun bis 45 Jahren wirksam. Darüber hinaus können auch Burschen von neun bis 15 Jahren zur Vorbeugung von Genitalwarzen (Condylomata acuminata), die Männer und Frauen gleichermaßen betreffen, geimpft werden.

Idealerweise sollte die HPV-Impfung vor Beginn der sexuellen Aktivität erfolgen, da dadurch von Vornherein eine Infektion verhindert werden kann und die Wirksamkeit der Impfung bei jungen Menschen am höchsten ist. Allerdings ist auch eine Impfung im Erwachsenenalter durchaus sinnvoll. Zur Unterbrechung der Infektionskette ist die Impfung von Personen beiderlei Geschlechts wirksam. Eine vollständige Impfung besteht aus drei Teilen, die jeweils in den Oberarm verabreicht werden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter HPV-Impfung.

Symptome

Genitalwarzen sind flache, glatte bis samtige, hautfarbene oder weißlich-bräunliche Knötchen (Papeln) im Genitalbereich, die Männer und Frauen gleichermaßen betreffen können. Sie verursachen in den meisten Fällen keine Beschwerden, nur selten sind sie mit Juckreiz, Brennen, Blutungen, Schmerzen oder einer sexuellen Funktionsstörung (Dyspareunie) verbunden.

Die Infektion mit HPV heilt meist von selbst ab. Bei manchen Frauen kann es jedoch zu einer chronischen Infektion mit HP-Viren kommen, was im Laufe der Zeit zu Zellveränderungen und in der Folge zu Krebsvorstufen führen kann. Speziell eine Infektion mit HPV 16 und 18 begünstigt die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom).

Hinweis Krebsvorstufen können durch einen jährlich von einer Fachärztin/einem Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe durchgeführten Krebsabstrich im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung entdeckt werden. Dieser jährliche Check spielt eine wichtige Rolle bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Pro Jahr erkranken in Österreich zumindest 400 Frauen an einem solchen Zervixkarzinom, und zehnmal mehr müssen wegen Krebsvorstufen operiert werden.

Diagnose & Therapie

Die Diagnose ergibt sich aus dem typischen Beschwerdebild. Zusätzlich stehen Histologie, PCR und Hybridisationstechniken zur Verfügung. Ziel jeder Behandlung ist es, die sichtbaren Genitalwarzen zu entfernen und die unangenehmen Symptome zu verbessern. Keine der verfügbaren Therapien führt zu einer Elimination der Viren aus dem Körper. Grundsätzlich gilt: Je früher die Therapie einsetzt, desto effektiver ist sie. Rauchen kann die Therapieerfolge negativ beeinflussen. Abhängig von der Ausdehnung und der Lokalisation (und vom Wunsch der Patientinnen und Patienten) stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für Genitalwarzen zur Verfügung. Einige werden in einer Klinik oder Arztpraxis durchgeführt, andere sind verschreibungspflichtige lokale Mittel, die zu Hause mehrwöchig verwendet werden müssen:

Therapie durch eine Ärztin/einen Arzt (kann zu einer schnelleren Heilung der Warzen führen):

  • Chirurgische Entfernung (Elektrochirurgie, Scherenschlag, Kürettage, Laser),
  • Lokale Anwendung von Trichloressigsäure auf die Warze
  • Kryotherapie (Einfrieren mit flüssigem Stickstoff).

Therapie zu Hause (darf nicht in der Schwangerschaft angewendet werden):

  • Podophyllotoxin-Creme oder Lösung: zirka sechs Wochen,
  • Imiquimod Crème: bis zu 16 Wochen,
  • Grünteeblätterextrakt Salbe: bis zu 16 Wochen.


Hinweis Während Sie Warzen haben ist es empfehlenswert, immer Kondome zu benutzen, um eine neue Partnerin/einen neuen Partner nicht zu infizieren. Nach der Therapie wird empfohlen, für mindestens drei Monate Kondome zu verwenden, um das HPV-Ansteckungsrisiko zu reduzieren.

Schwangerschaft & Stillzeit

Während der Schwangerschaft wird von einer lokalen Therapie abgeraten. Eine chirurgische Während der Schwangerschaft wird von einer lokalen Therapie abgeraten. Eine chirugische Entfernung wird in den Schwangerschaftswochen 33 bis 35 bzw. während der Stillzeit in Lokal- oder Regionalanästhesie mittels Laser empfohlen. Bei sehr kleinen, isolierten Läsionen besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit einer Spontanheilung nach einer Geburt. Prinzipiell ist nach der chirurgischen Sanierung eine Spontangeburt der Entbindungsmodus der ersten Wahl, da das Infektionsrisiko für das Neugeborene dabei äußerst gering ist. Die meisten Kinder werden gesund geboren, obwohl die Mutter Genitalwarzen hatte. Sehr selten können Neugeborene, die während der Geburt mit HPV in Berührung kamen, Warzen im Rachen- oder Genitalbereich entwickeln. Das kommt selten vor, sodass Frauen mit Genitalwarzen keine Kaiserschnitt-Entbindung brauchen.

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