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Senioren beim Krafttraining © Picture-Factory

Herzinfarkt: Rehabilitation & Nachsorge

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist eine Rehabilitation definiert als „die Summe aller Maßnahmen, die erforderlich sind, um den bestmöglichen körperlichen, geistigen und sozialen Zustand der Patientinnen/der Patienten sicherzustellen, damit sie aus eigener Kraft wieder einen möglichst normalen Platz in der Gesellschaft einnehmen und ein aktives Leben führen können“. Herz-Kreislauf-Patientinnen/-Patienten folgen einem strukturierten Rehabilitationsprogramm, das aus drei unterschiedlichen Phasen besteht . . .

Ziele der Rehabilitation

Die Rehabilitation hat folgende Ziele:

  • Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess,
  • Reduktion der Pflegebedürftigkeit,
  • Reduktion der Risikofaktoren,
  • Unterstützung bei psychischen und sozialen Problemen, um eine möglichst komplette Wiedereingliederung der Patientinnen/Patienten in ihr soziales Umfeld zu gewährleisten.

Bausteine der Rehabilitation

  • Körperliche Komponente: Patientinnen/Patienten führen unter kardiologischer Aufsicht ein individuelles körperliches Training durch. Ziel ist eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Zu diesem Programm gehört auch das therapeutische Management von Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht (metabolisches Syndrom).

  • Bildungskomponente: Dabei werden Patientinnen/Patienten auf den Alltag vorbereitet – und hinsichtlich gesundheitsfördernder Ernährung, Lebensstil, Medikamenteneinnahme und potentieller Nebenwirkungen geschult.

  • Psychische Komponente: Etwa zehn Prozent der Infarktpatientinnen/-patienten entwickeln eine Depression. Dadurch werden die Lebensqualität verringert und das Risiko eines neuerlichen Infarktes erhöht. Daher ist die begleitende psychische Betreuung ein wichtiger Beitrag zur Genesung.

  • Soziale Komponente: Die Patientinnen/Patienten sollten auch in ihr soziales Umfeld möglichst rasch wieder eingegliedert werden.

Drei Schritte zur erfolgreichen Rehabilitation

Herz-Kreislauf-Patientinnen/-Patienten folgen einem strukturierten Rehabilitationsprogramm, das aus drei Phasen besteht:

  • Phase I (Frühmobilisation im Akutkrankenhaus): Diese beginnt so früh wie möglich und beinhaltet eine frühzeitige Mobilisierung aus dem Bett.
  • Phase II (ambulante oder stationäre Rehabilitation): Diese Phase sollte möglichst bald nach dem Krankenhausaufenthalt beginnen, um den Genesungsfortschritt weiter zu unterstützen und das Herz langsam an steigende Belastungen zu gewöhnen. Bei der ambulanten Rehabilitation wohnt die Patientin/der Patient zu Hause und nimmt mehrmals wöchentlich an Rehabilitationsprogrammen in einem Spital oder im Rehabilitationszentrum teil. Bei der stationären Rehabilitation wohnt die Patientin/der Patient für mehrere Wochen in einem Rehabilitationszentrum. 
  • Phase III (Langzeitrehabilitation): In dieser Phase erfolgt die Betreuung durch die Hausärztin/den Hausarzt oder durch die Fachärztin/den Facharzt für Kardiologie. Dabei wird darauf geachtet, dass die Patientin/der Patient nicht wieder in alte Muster verfällt. Es werden regelmäßig Laborkontrollen sowie Blutdruck- und Blutzuckermessungen durchgeführt, um etwaige Risikoerhöhungen frühzeitig zu erkennen. Dadurch sollen der weitere Genesungsfortschritt unterstützt und der Gesundheitszustand erhalten werden.

Nachsorge nach einem Herzinfarkt

Erhöhte körperliche Leistungsfähigkeit verringert das Risiko eines weiteren Infarktes und hilft den Betroffenen, wieder aktiv am Leben teilzunehmen. Bewegung und Sport sind nach einem Herzinfarkt fast genauso wichtig wie die regelmäßige Einnahme von Medikamenten.

Bewegung verbessert Herzleistung

Durch schonendes Aufbautraining kann die Pumpfunktion der verbleibenden Herzmuskulatur deutlich gestärkt werden. Bewegung und Sport verbessern die Leistung des Herzens und wirken positiv gegen Übergewicht und auf den Fettstoffwechsel. Damit wird das Reinfarktrisiko vermindert.

Das Bewegungstraining nach einem Herzinfarkt muss unter medizinischer Aufsicht stattfinden, um das richtige Maß zu finden. Besonders günstig wirkt das sogenannte Koronartraining im Rahmen der Rehabilitation. Dieses wird individuell auf die Patientin/den Patienten zugeschnitten und stellt sicher, dass am Anfang keine Überforderung stattfindet und die sportliche Betätigung nach und nach angemessen gesteigert wird. Während des Trainings werden sämtliche Parameter wie Herzschlag, Dauer und Intensität ermittelt, so dass nach der Rehabilitation ein alleiniges Trainieren möglich ist. 

Geeignete und ungeeignete Sportarten

Sportarten, bei denen es zu kurzzeitigen hohen Belastungen kommt, sind grundsätzlich für Herzkranke nicht geeignet. Ausdauersportarten dagegen können bei zunächst geringer Intensität problemlos betrieben werden.

Beispiele für geeignete Sportarten:

  • schnelles Gehen oder Wandern
  • Nordic Walken
  • langsames Laufen
  • Radfahren
  • Skilanglauf
  • Schwimmen

Beispiele für nicht geeignete Sportarten:

  • „Stop and go“-Sportarten (u.a. Tennis, Fußball, Squash, Badminton)
  • Mountainbiking
  • Krafttraining mit schweren Gewichten

Wohin kann ich mich wenden?

Nach einem Herzinfarkt wird eine Rehabilitation in einem kardiologischen Rehabilitationszentrum empfohlen. Der dafür erforderliche Antrag wird in den meisten Fällen noch direkt im Krankenhaus durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt gestellt.

Wo finde ich die notwendigen Formulare?

Alle Antragsformulare der Sozialversicherung finden Sie auf der Website der Sozialversicherung unter „Formulare“. Wählen Sie zunächst Ihren zuständigen Versicherungsträger auf der Seite der Sozialversicherung und dann das benötigte Formular aus.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Rehabilitationskosten während des Spitalsaufenthaltes sind über die Sozialversicherung abgedeckt. Für weitere ambulante oder stationäre Rehabilitationsmaßnahmen ist eine ärztliche Verordnung erforderlich, die vom zuständigen Sozialversicherungsträger bewilligt werden muss. Für stationäre Aufenthalte in einem Rehabilitationszentrum ist ein Selbstbehalt (einkommensabhängig) vorgesehen.

Nähere Informationen zum Thema Rehabilitation finden Sie auf der Website der Sozialversicherung.

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