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Ärztinnen vor radiologischem Bild des Kopfes © pix4U
Ärztinnen vor radiologischem Bild des Kopfes © pix4U

Kopfschmerzen: Diagnose & Therapie

Zur Diagnosestellung sind ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch sowie eine gründliche Erhebung der Krankengeschichte notwendig. Das Führen eines Kopfschmerztagebuchs kann wichtige Hinweise für Diagnose und Therapie liefern. 

In jedem Fall ist auch eine körperliche Untersuchung unabdinglich.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Bei der Erhebung der Krankengeschichte wird unter anderem Folgendes abgefragt:

  • Wo tut es weh?
  • Seit wann bestehen die Kopfschmerzen?
  • Wie fühlen sich die Kopfschmerzen an?
  • Treten noch andere Beschwerden auf?
  • Gab es früher schon Episoden mit ähnlichen Beschwerden?
  • Werden Medikamente eingenommen?
  • Gibt es in der Familie gehäuft Kopfschmerzen?

Zur Abklärung von Kopfschmerzen ist in jedem Fall eine körperliche und neurologische Untersuchung notwendig. Gegebenenfalls sind weitere Abklärungen (z.B. mittels CT oder MRT, Sonographie) erforderlich, um andere Erkrankungen auszuschließen. Zudem kommen Laboruntersuchungen, Röntgenverfahren zur Darstellung von Blutgefäßen oder die Untersuchung des Nervenwassers (Liquor cerebrospinalis) im Bedarfsfall zum Einsatz. Die unterschiedlichen Kopfschmerzarten erfordern jeweils spezifische Therapiemaßnahmen. Nähere Informationen finden Sie unter Migräne: Diagnose & Therapie.

Wie Sie Kopfschmerzen vorbeugen können?

Wenn primäre Kopfschmerzen ohne Grunderkrankung vorliegen, kann versucht werden, mit der Hilfe eines Kopfschmerztagebuches, mögliche Auslöser zu „entlarven“. So können mögliche auslösende Faktoren vermieden werden. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln sollte dokumentiert werden, da diese selbst wiederum Kopfschmerzen auslösen können.

Manchen Betroffenen hilft es auch, regelmäßig Entspannungsübungen durchzuführen oder Sport zu treiben. Informationen zur Vorbeugung von Migräneattacken finden Sie unter Migräne: Diagnose & Therapie.

Wie erfolgt die Behandlung von Kopfschmerzen?

Die Behandlung von Kopfschmerzen richtet sich nach der Art des Kopfschmerztyps. Dabei kommen Medikamente sowie andere Maßnahmen (etwa Entspannungstraining) zum Einsatz.

Migräne: Therapie

Die Behandlungsmaßnahmen bei Migräne finden Sie unter Migräne: Diagnose & Therapie.

„Spannungskopfschmerz“: Therapie

Die Therapie der Wahl bei Kopfschmerz vom Spannungstyp sind Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Metamizol, Paracetamol, Ibuprufen sowie Naproxen. Es sollte darauf geachtet werden, dass nur ein Wirkstoff in der Tablette enthalten ist außer die Kombination von Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein in einem Kombinationspräparat. Bei chronischen Kopfschmerzen vom Spannungstyp kommen zudem Antidepressiva (bevorzugt Amitriptylin) zum Einsatz, um die mentale Schmerzabwehr zu unterstützen. 

Bei akuten Schmerzen sollten nicht mehr als zehn Tage im Monat Schmerzmittel verabreicht werden, um die Entwicklung von schmerzmittelbedingten Kopfschmerzen zu vermeiden. Ergänzend zu den genannten Maßnahmen können auch Muskelentspannungstraining (PMR), EMG-basiertes Biofeedback, physikalische Therapie sowie psychotherapeutische Maßnahmen (vor allem aus dem Bereich der Verhaltenstherapie) unterstützen. Auch eine kalte Kompresse, die vorsichtige Anwendung von Pfefferminzöl sowie ein Spaziergang an der frischen Luft können mitunter hilfreich sein.

Clusterkopfschmerz: Therapie

Die Akuttherapie von Clusterkopfschmerzen erfolgt medikamentös vorwiegend mittels Triptanen (gefäßverengende Medikamente) – meist Sumatriptan oder Zolmitriptan – sowie durch das Einatmen von reinem Sauerstoff. Die Triptane werden von den Patientinnen/Patienten selbst direkt unter die Haut gespritzt oder in die Nase gesprüht. Kortison kann als Kurzzeitprophylaxe zur Vorbeugung eingesetzt werden. Zur Reduktion der Häufigkeit der Attacken finden z.B. auch das Herzmittel Verapamil oder Lithium Anwendung. Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen dieser Medikamente sollte diese Prophylaxe jedoch immer ärztlich begleitet werden. Führen all diese genannten Maßnahmen nicht zu einer Besserung der Kopfschmerzen, können im Einzelfall Nervenblockaden oder operative Verfahren Linderung verschaffen.

Hemikranie/SUNCT-Syndrom: Therapie

Sowohl bei der paroxysmalen oder kontinuierlichen Hemikranie als auch beim SUNCT-Syndrom hat sich Indometacin – kombiniert mit einem Magenschutz – bewährt. Häufig ist eine längerdauernde Therapie notwendig. Die Dosis kann nach Besserung reduziert werden und wird beim Wiederauftreten der Kopfschmerzen gesteigert.

Neu aufgetretener täglicher Kopfschmerz: Therapie

Wissenschaftlich nachgewiesen wirksame Therapiemöglichkeiten sind derzeit noch Gegenstand der Forschung. Aktuell orientiert sich die Therapie jener der Migräne bzw. Kopfschmerzen vom Spannungstyp – je nachdem welchem Erkrankungsbild die Beschwerden ähneln. 

Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- & Migränemitteln: Therapie 

Die Behandlung von Kopfschmerz durch Übergebrauch von Medikamenten (Medication Overuse Headache/MOH) erfolgt in Stufen. Wichtig ist die Aufklärung über den Zusammenhang zwischen längerfristiger Schmerzmitteleinnahme gegen Kopfschmerzen und chronischen Kopfschmerzen. Die Einnahme von Medikamenten in Akutsituationen sollte drastisch reduziert werden. In der Regel erfolgt nach der ausführlichen Aufklärung ein Medikamentenentzug. Ein weiterer Schritt ist eine medikamentöse Vorbeugung gegen Kopfschmerzen mit Topiramat, Onabotulinumtoxin A oder Amitriptylin (bei Kopfschmerzen vom Spannungstyp). Nähere Informationen zur Migräneprophylaxe finden Sie unter Migräne: Diagnose & Therapie.

Erweisen sich diese Maßnahmen als nicht ausreichend oder passend, wird eine Medikamentenpause eingelegt, ein Entzug oder eine kontrollierte Medikamenteneinnahme vorgenommen. Je nach Ausprägung der Beschwerden können diese Behandlungsmöglichkeiten ambulant, in einer Tagesklinik oder stationär erfolgen. Stammen die medikamenteninduzierten Kopfschmerzen aus der übermäßigen Anwendung von Opioiden, muss ein Entzug immer stationär erfolgen.

Die Therapiemaßnahmen laufen für gewöhnlich über mehrere Monate. Auch eine Nachbetreuung ist sinnvoll.

Hinweis Übermäßiger Schmerzmittelgebrauch kann zu schmerzmittelinduziertem Kopfschmerz führen sowie unter anderem zu Abhängigkeit und zu Nierenversagen oder Leberschädigung. Daher sollte in jedem Fall Rücksprache mit einer Ärztin/einem Arzt erfolgen, um diese Komplikationen zu vermeiden.

Wohin kann ich mich wenden?

Leiden Sie an Kopfschmerzen, so zögern Sie nicht, eine Allgemeinmedizinerin/einen Allgemeinmediziner oder eine Neurologin/einen Neurologen aufzusuchen. Es ist ratsam, nicht zu lange mit dem Arztbesuch zu warten, damit die Ursache dafür erkannt wird und die Kopfschmerzen nicht chronisch werden. Auch bei hohem Schmerzmittelkonsum sollte man sich diesbezüglich beraten lassen. Begleitend können etwa Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten und klinische Psychologinnen/Psychologen in die Behandlung mit einbezogen werden.

Die Österreichische Kopfschmerzgesellschaft und die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. informieren zudem auf Ihren Internet-Auftritten zum Thema Kopfschmerz & Migräne (inklusive Suche nach spezialisierten Ambulanzen/Kopfschmerzzentren, Kopfschmerztagebuch bzw. -kalender sowie weitere, teils mehrsprachige, Downloads zu speziellen Themen etc.).

In jedem Fall sollte man bei folgenden Symptomen umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen:

  • neu aufgetretene, tägliche Kopfschmerzen,
  • bereits bestehende Kopfschmerzen verändern sich in Intensität oder Häufigkeit,
  • Fieber und starke Kopfschmerzen.

Folgende Symptome stellen medizinische Notfälle dar, bei denen die Rettung unter 144 gerufen werden muss:

  • schlagartig extreme Kopfschmerzen, die innerhalb von Minuten immer stärker werden,
  • Kopfschmerzen und Nackensteife sowie hohes Fieber,
  • Kopfschmerzen, die von Lähmungserscheinungen, Wesensveränderungen oder Gefühlsstörungen begleitet werden,
  • Kopfschmerzen, auf die Bewusstseinsstörungen und epileptische Anfälle folgen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

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