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Ärztinnen vor radiologischem Bild des Kopfes © pix4U

Kopfschmerzen: Diagnose & Therapie

Zur Diagnosestellung sind ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch sowie eine gründliche Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) notwendig. Das Führen eines Kopfschmerztagebuchs kann wichtige Hinweise für Diagnose und Therapie liefern. In jedem Fall ist auch eine körperliche Untersuchung unabdinglich . . .

Neurologische Untersuchung & Co.

Zur Abklärung von Kopfschmerzen ist in jedem Fall ist eine körperliche und neurologische Untersuchung notwendig. Gegebenenfalls sind weitere Abklärungen (z.B. mittels EEG, CT oder MRT) erforderlich, um andere Erkrankungen auszuschließen. Zudem kommen Laboruntersuchungen, Röntgenverfahren zur Darstellung von Blutgefäßen oder die Untersuchung des Nervenwassers (Liquor cerebrospinalis) im Bedarfsfall zum Einsatz. Die unterschiedlichen Kopfschmerzarten erfordern jeweils spezifische Therapiemaßnahmen. Die Diagnose- & Behandlungsmaßnahmen bei Migräne finden Sie unter Migräne: Diagnose & Therapie.

„Spannungskopfschmerz“ – Therapie

Die Therapie der Wahl bei Kopfschmerz vom Spannungstyp sind Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Metamizol, Paracetamol sowie Mefenaminsäure. Es sollte darauf geachtet werden, dass nur ein Wirkstoff in der Tablette enthalten ist (keine Kombinationspräparate). Die Anwendung in Kombination mit Koffein ist bei dieser Art Kopfschmerzen umstritten. Bei chronischen Kopfschmerzen vom Spannungstyp kommen zudem Antidepressiva (bevorzugt Amitriptylin) zum Einsatz, um die mentale Schmerzabwehr zu unterstützen.

Bei akuten Schmerzen sollten nicht mehr als zehn Tage im Monat Schmerzmittel verabreicht werden, um die Entwicklung von schmerzmittelbedingten Kopfschmerzen zu vermeiden. Zur Senkung der Kopfschmerzfrequenz können vorbeugend die Antiepileptika Valproat und Topiramat sowie der muskelentspannende Wirkstoff Tizanidin eingesetzt werden. Ergänzend zu den genannten Maßnahmen runden Muskelentspannungstraining, Akupunktur, Biofeedback sowie psychotherapeutische Maßnahmen (vor allem aus dem Bereich der Verhaltenstherapie) oder klinisch-psychologische Behandlung die Therapiemöglichkeiten ab.

Clusterkopfschmerz – Therapie

Die Akuttherapie von Clusterkopfschmerzen erfolgt medikamentös vorwiegend mittels Triptanen (gefäßverengende Medikamente) – meist Sumatriptan – sowie durch das Einatmen von hundertprozentigem Sauerstoff. Die Triptane werden von den Patientinnen/Patienten selbst direkt unter die Haut gespritzt oder in die Nase gesprüht. Auch Lokalanästhetika können in die Nase aufgetragen werden. Kortison kann als Kurzzeitprophylaxe zur Vorbeugung eingesetzt werden. Zur Reduktion der Häufigkeit der Attacken finden z.B. auch das Herzmittel Verapamil und Lithium Anwendung. Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen dieser Medikamente sollte diese Prophylaxe jedoch immer ärztlich begleitet werden. Führen all diese genannten Maßnahmen nicht zu einer Besserung der Kopfschmerzen, können im Ausnahmefall Nervenblockaden oder operative Verfahren Linderung verschaffen.

Hemikranie/SUNCT-Syndrom – Therapie

Sowohl bei der paroxysmalen Hemikranie als auch beim SUNCT-Syndrom hat sich das Rheumamittel Indometacin – kombiniert mit einem Magenschutz – bewährt. Häufig ist eine längerdauernde Therapie notwendig. Die Dosis kann nach Besserung reduziert werden und wird beim Wiederauftreten der Kopfschmerzen gesteigert.

Schmerzmittelinduzierter Kopfschmerz – Therapie

Therapeutisch ist ein Medikamentenentzug notwendig. Dieser ist jedoch mit einem Alkohol- oder Drogenentzug nicht zu vergleichen, sondern verläuft meist wesentlich gemäßigter. Die Therapie kann ambulant oder stationär erfolgen. 

Hinweis Übermäßiger Schmerzmittelgebrauch kann zu schmerzmittelinduziertem Kopfschmerz führen sowie unter anderem zu Abhängigkeit und zu Nierenversagen oder Leberschädigung. Daher sollte in jedem Fall Rücksprache mit einer Ärztin/einem Arzt erfolgen, um diese Komplikationen zu vermeiden.

Wohin kann ich mich wenden?

Leiden Sie an Kopfschmerzen, so zögern Sie nicht, eine Allgemeinmedizinerin/einen Allgemeinmediziner oder eine Neurologin/einen Neurologen aufzusuchen. Es ist ratsam, nicht zu lange mit dem Arztbesuch zu warten, damit die Ursache dafür erkannt wird und die Kopfschmerzen nicht chronisch werden. Auch bei hohem Schmerzmittelkonsum sollte man sich diesbezüglich beraten lassen. Begleitend können etwa Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten und klinische Psychologinnen/Psychologen in die Behandlung mit einbezogen werden.

Die Österreichische Kopfschmerzgesellschaft und die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. informieren zudem auf Ihren Internetauftritten zum Thema Kopfschmerz & Migräne (inklusive Suche nach spezialisierten Ambulanzen/Kopfschmerzzentren, Kopfschmerztagebuch bzw. -kalender sowie weitere, teils mehrsprachige, Downloads zu speziellen Themen etc.).

In jedem Fall sollte man bei folgenden Symptomen umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen:

  • neu aufgetretene, tägliche Kopfschmerzen,
  • bereits bestehende Kopfschmerzen verändern sich in Intensität oder Häufigkeit,
  • Fieber und starke Kopfschmerzen.

Folgende Symptome stellen medizinische Notfälle dar, bei denen die Rettung unter 144 gerufen werden muss:

  • schlagartig extreme Kopfschmerzen, die innerhalb von Minuten immer stärker werden,
  • Kopfschmerzen und Nackensteife sowie hohes Fieber,
  • Kopfschmerzen, die von Lähmungserscheinungen, Wesensveränderungen oder Gefühlsstörungen begleitet werden,
  • Kopfschmerzen, auf die Bewusstseinsstörungen und epileptische Anfälle folgen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- & Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte. Informationen zu Kosten bei einem Spitalsaufenthalt finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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