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Trigeminusneuralgie

Die Trigeminusneuralgie ist gekennzeichnet durch anfallsartig auftretenden Schmerz. Der Schmerz zeigt sich im Bereich von Stirn, Wangen oder Kinn. Der Schmerz ist sehr stark, blitzartig einschießend, elektrisierend, stechend oder scharf. Er tritt typischerweise einseitig auf. Bei der Behandlung kommen Medikamente zum Einsatz. Auch ein operativer Eingriff kann in Erwägung gezogen werden.

Was ist der Trigeminusnerv?

Grafik Anatomie Trigeminusnerv
© Henrie

Der Nervus trigeminus ist ein Hirnnerv. Als Hirnnerven werden Nerven bezeichnet, die aus Nervenzellen des Gehirns entspringen. Diese verlassen an der Schädelbasis das Gehirn.

Der Nervus trigeminus wird auch als fünfter Hirnnerv bezeichnet. Der Trigeminusnerv teilt sich nach seinem Austritt aus dem Schädel in drei Äste auf. Sie versorgen verschiedene Bereiche des Gesichts bzw. Kopfes. Der Trigeminusnerv ist für Empfindungen im Bereich Gesicht, Auge und vorderer Hälfte der Kopfhaut zuständig. Eine weitere Funktion ist die Steuerung der Tränendrüsen. Außerdem ist er an der Bewegung der Kaumuskulatur beteiligt. Auch für das Mittelohr und die Wahrnehmung – vor allem hoher Töne – spielt er eine Rolle.

 

Bei einer Trigeminusneuralgie treten Schmerzen im Bereich von Stirn, Wangen und Kinn auf. Der Begriff Neuralgie bedeutet in der Medizin, dass Schmerzen im Bereich eines Nervs vorliegen. Man nennt dies auch einen neuropathischen Schmerz. Von der Neuralgie können ein oder mehrere Äste des Nervs betroffen sein.

Welche Ursachen hat eine Trigeminusneuralgie?

Bei einer Trigeminusneuralgie kann die Nervenscheide des Trigeminusnervs an einer Stelle durch Druck geschädigt sein, z.B. durch ein Blutgefäß. Eine Schädigung betriff insbesondere die Stelle, an welcher der Trigeminusnerv den Schädel verläßt. Die Trigeminusneuralgie tritt auch bei Erkrankungen auf, bei denen die Hülle der Nervenfasern im Gehirn geschädigt ist, z.B. bei Multipler Sklerose.

Welche Symptome können bei einer Trigeminusneuralgie auftreten?

Bei einer Trigeminusneuralgie zeigen sich:

  • sehr starke Schmerzattacken im Gesicht. Der Schmerz ist einschießend, ähnlich einem Stromstoß, stechend oder scharf.
  • Die Attacken dauern zwischen Sekundenbruchteilen bis zu zwei Minuten.
  • Typisch sind einseitige Schmerzattacken. Manchmal kann im Laufe der Zeit auch die andere Seite des Gesichts betroffen sein.
  • Während der Schmerzattacke kann sich die Gesichtsmuskulatur auf der betroffenen Seite zusammenziehen.
  • Die Schmerzen treten spontan auf. Sie können aber auch durch Reize ausgelöst werden, die normalerweise nicht schmerzhaft sind. Dabei kann es sich z.B. um Kauen, Sprechen, Zähneputzen und Schlucken handeln. Auch Berührung in einem der Bereiche, der vom Trigeminusnerv versorgt wird, kann die Attacken auslösen: z.B. an Stirn, Wange oder Kinn. Die Auslöser werden in der Medizin auch als Trigger bezeichnet.
  • Zwischen den Attacken bestehen schmerzfreie Zeiten. Es kann jedoch auch ein geringer Dauerschmerz vorhanden sein.

Die Anzahl der Attacken ist unterschiedlich. Sie reichen teils bis zu Hunderten am Tag. Die Schmerzen treten teils täglich auf, teils über Wochen oder Monate. Mit der Zeit können Häufigkeit, Dauer und Stärke der Anfälle zunehmen. Es ist jedoch auch möglich, dass der Schmerz abklingt und erst nach Jahren wieder auftritt.

Welche Formen gibt es bei einer Trigeminusneuralgie?

Fachleute unterscheiden verschiedene Gruppen:

  • Klassisch: Ein Blutgefäß drückt auf den Nerv. Es zeigen sich Veränderungen an der Wurzel des Nervs. Dabei kann es sich z.B. um Schwund von Gewebe handeln.
  • Sekundär: Dieser liegen andere Ursachen als bei der klassischen Trigeminusneuralgie zugrunde, z.B. eine Grunderkrankung wie Multiple Sklerose, Tumorerkrankungen.
  • Idiopathisch: Es wird keine Ursache gefunden.

Wie wird die Diagnose einer Trigeminusneuralgie gestellt?

Die Diagnose erfolgt durch Anamnese. Die Ärztin oder der Arzt erhebt dabei die Krankengeschichte. Sie oder er fragt z.B. nach der Art und Dauer des Schmerzes.

Auch neurologische Untersuchungen sind Teil der Diagnose. Zur Abklärung der Schmerzen können bildgebende Untersuchungen erforderlich sein, z.B. Magnetresonanztomographie, CT, CT/MR-Angiographie sowie verschiedene Laboruntersuchungen. Auch Untersuchungen z.B. im Bereich von HNO-Heilkunde, Zahnheilkunde, Kieferchirurgie können notwendig sein, um andere Ursachen für die Schmerzen auszuschließen.

Wie erfolgt die Behandlung der Trigeminusneuralgie?

Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen Medikamente und operative Eingriffe. Ist eine Grunderkrankung Ursache der Trigeminusneuralgie, wird diese behandelt. Die Ärztin oder der Arzt bespricht die Möglichkeiten, Vor- und Nachteile bzw. Nutzen und Risiken mit Ihnen.

Medikamente

Typische Schmerzmittel, z.B. nichtsteroidale Antirheumatika, zeigen bei einer Trigeminusneuralgie nicht die gewünschten Effekte. Zum Einsatz kommen sogenannte Anfallssupressiva, vor allem der Wirkstoff Carbamazepin. Diese unterdrücken die vermehrte Übererregbarkeit von Nerven. Bei Bedarf können auch andere Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkmechanismen versucht werden, ggf. auch als Kombinationstherapie. Die Ärztin oder der Arzt informiert Sie zu den Medikamenten und deren Anwendung.

Operation

Eine Operation kann z.B. zum Einsatz kommen, wenn die Wirkung der Medikamente nicht ausreicht oder bei Nebenwirkungen. Die Ärztin oder der Arzt bespricht auch die operativen Möglichkeiten mit Ihnen.

Zu operativen Eingriffen zählen z.B.:

  • Perkutane Operationsverfahren: Mit einer speziellen Nadel wird über eine Stelle neben dem Mundwinkel die Nervenwurzel aufgesucht. Daraufhin wird der Nerv durch Hitze gezielt geschädigt. Dies wird in der Medizin als Thermokoagulation bezeichnet. Auch durch Alkoholinjektion kann diese Schädigung erfolgen, die sogenannte Glyzerolinstillation oder Glyzerinrhizolyse. Über eine Ballonkompression können Teile des Trigeminusnervs ebenfalls gezielt geschädigt werden. Der Eingriff findet unter Narkose statt.
  • Mikrovaskuläre Dekompression: Ein Blutgefäß, das den Nerv einengt, wird während eines operativen Eingriffes gelöst. Zudem wird an der Stelle ein kleines Kunststoffstück eingefügt. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Er wird auch Jannetta-Operation genannt.
  • Radiochirurgische Verfahren: An Teilen des Nervs wird eine gezielte Bestrahlung mit speziellen Geräten vorgenommen, z.B. Gamma-Knife. Die Wirkung der gezielten Schädigung durch Bestrahlung tritt verzögert ein.

Zudem können weitere Maßnahmen gesetzt werden, z.B. Hilfestellungen bei der belastenden Situation durch Psychotherapie.

Wohin kann ich mich wenden?

Sie können sich wenden an:

  • Ärztin oder Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin oder Facharzt für Neurologie,
  • Schmerzambulanz,
  • Fachärztin oder Facharzt für Neurochirurgie, z.B. bei operativem Eingriff in einem Krankenhaus.

Bei starken Schmerzen kann auch der Transport in ein Krankenhaus notwendig sein.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen.

Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 3. Juni 2024

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Prim. Dr. Matthias König

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