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Ärztin untersucht Frau mit Stethoskop © JPC-PROD

Lungenentzündung

Bei einer Lungenentzündung (Pneumonie) handelt es sich um eine Infektion des Lungenparenchyms. Dabei können verschiedenen Teile der Lunge betroffen sein. Ausgelöst wird eine Lungenentzündung z.B. durch Viren, Bakterien oder Pilze. Oft sind es Bakterien, die eine Lungenentzündung hervorrufen (z.B. Pneumokokken). Eine Rolle spielen auch atypische Erreger wie Mykoplasmen. Seltener werden Lungenentzündungen durch Allergien oder Inhalation chemischer Stoffe verursacht. Die häufigste Form der Lungenentzündung ist die ambulant erworbene Pneumonie (community aquired pneumonia, CAP) . . .

Zu einer Lungenentzündung kann es auch bei einem Krankenhausaufenthalt kommen (nosokomiale Infektionen, hospital aquired pneumonie, HAP).

Eine Lungenentzündung kann jede/jeden betreffen. Besonders gefährdet sind jedoch Menschen mit Immunsuppression, Abwehrschwäche oder bestimmten Erkrankungen bzw. Infektionen (z.B. Alkoholabhängigkeit, Diabetes mellitus, HIV-Infektion, COPD, Asthma etc.). Anfälliger sind auch ältere Menschen (z.B. bei Bettlägerigkeit) oder Säuglinge und Kleinkinder. 

Bestimmte Impfungen können vorbeugend sinnvoll sein, z.B. Influenza- oder Pneumokokkenimpfung. Holen Sie am besten den Rat Ihrer Ärztin/Ihres Arztes dazu ein. Informationen finden Sie zudem unter Impfungen sowie auf der Website des Gesundheitsministeriums.

Lungenentzündung – was ist das?

Eine Lungenentzündung zeigt sich unter anderem durch:

  • Kopf- und Gliederschmerzen,
  • Fieber,
  • Husten,
  • erschwerte Atmung (Dyspnoe),
  • Entzündung des Brustfells (Pleuritis).

Es kommt zum Abhusten von trübem Auswurf und Blut. Betroffene leiden unter Schmerzen im Brustbereich, die ausstrahlen können (z.B. in Oberbauch oder Nacken etc.). Eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes macht sich bemerkbar. Auch Verwirrtheit kann auftreten (vor allem bei älteren Menschen).

Eine Lungenentzündung kann rasch beginnen. Allerdings ist dem nicht immer so, denn zwischen einer Infektion und ersten Symptomen können auch zwei bis drei Wochen liegen – und sich zwischenzeitlich Grippesymptome und trockener Husten zeigen (sogenannte atypische Pneumonie).

Hinweis Eine Lungenentzündung ist eine schwere Erkrankung. Sie muss ärztlich behandelt werden. Die Lunge ist für den Sauerstoffaustausch zuständig. Kann dieser nur eingeschränkt bzw. nicht mehr stattfinden, drohen schwere Komplikationen.

Weitere Informationen zur Funktion der Lunge finden Sie unter Atemwege & Lunge: Basis-Info.

Diagnose

Zur Diagnosestellung werden neben dem Arzt-Patienten-Gespräch verschiedene Untersuchungen vorgenommen. Die Ärztin/der Arzt macht sich ein Bild von den Beschwerden. Geräusche beim Abhören von Lunge und Herz geben ihr/ihm Hinweise. Weitere Erkrankungen, die den Beschwerden zugrunde liegen (z.B. Herzinsuffizienz, Tuberkulose, u.v.m.) bzw. gleichzeitig auftreten können (z.B. Sinusitis), werden abgeklärt. Außerdem werden weitere Untersuchungen veranlasst:

  • Röntgen des Brustbereiches.
  • Laboruntersuchungen. Auch diese liefern Anhaltspunkte, z.B. CRP, Leukozytenzahl. Neben diesen können z.B. Serumkalium, Natrium, Kreatinin, arterielle/capilläre Blutgaswerte, Blutzuckerbestimmung und Harnkultur (Differenzialdiagnostik) bestimmt werden. Bei Verdacht auf eine Legionellose oder Chlamydieninfektion werden Serumtransaminase und alkalische Phosphatase im Labor untersucht.

Ein Nachweis des Erregers wird besonders bei Personen mit schlechtem Allgemeinzustand bei einer stationären Abklärung vorgenommen.

Therapie 

Die Therapie orientiert sich an der individuellen Situation der Patientin/des Patienten und dem Erreger der Lungenentzündung. Behandelt wird meist medikamentös mittels Antibiotika. Diese werden jedoch nicht bei einer Lungenentzündung verabreicht, die durch Viren entsteht. Liegen der Lungenentzündung Pilze zugrunde, kommen Antipilzmittel (Antimykotika) zur Anwendung. Eine Lungenentzündung muss rasch behandelt werden, da schwere Komplikationen entstehen können.

Bei einer Lungenentzündung kann ein stationärer Aufenthalt notwendig sein (Krankenhausaufenthalt), z.B. bei schwerem Verlauf oder schlechtem Allgemeinzustand. Auch eine Sauerstofftherapie kann erforderlich werden. Die Behandlung von Begleiterkrankungen wird berücksichtigt. Auf das Rauchen sollte verzichtet werden. Körperliche Schonung, Bettruhe und ausreichendes Trinken (Wasser, Tee) sind Teil der therapeutischen Maßnahmen.

Ein Röntgen sowie die Bestimmung von Blutwerten im Labor werden zur Kontrolle des Verlaufes vorgenommen. Vor allem bei jungen, bis auf die Lungenentzündung gesunden Menschen kann diese gut abheilen. Der Genesungsverlauf kann jedoch auch lange andauern, z.B. bei nosokomialer Infektion. Ein Problem der Behandlung bei Lungenentzündungen ist teils die Antibiotikaresistenz, die u.a. durch unsachgemäße bzw. missbräuchliche Verwendung von Antibiotika entsteht. Informationen zur Behandlung mit Antibiotika erhalten Sie bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt sowie auf der Website des Gesundheitsministeriums.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Hausärztin/der Hausarzt ist im Allgemeinen erste Ansprechperson. Sie/er kann Überweisungen vornehmen und weitere Untersuchungen veranlassen. Fachärztinnen/Fachärzte (z.B. für Lungenkrankheiten) sind ebenfalls Ansprechstelle für weitere Abklärung und Behandlung.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der Diagnose und Behandlung einer Lungenentzündung werden im Normalfall von den Sozialversicherungsträgern übernommen.

Beratung & Hilfe

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