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Arbeiter bei Schweißarbeit © flashpics

Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit

Die gute Nachricht: In den letzten zwanzig Jahren gingen die Arbeitsunfälle um ein gutes Drittel zurück. Trotz dieser erfreulichen Tendenz ist die jährliche Anzahl der Personen, die bei ihrer Berufstätigkeit einen Unfall erleiden, hoch. 2010 wurden 99.000 Arbeitsunfälle im engeren Sinn, also ohne Wegunfälle, von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) verzeichnet.

Zu den häufigsten Unfallursachen zählen z.B.

  • Anstoßen an harten Gegenständen, 
  • Stürze, 
  • Herabfallen von Gegenständen, 
  • Verletzungen, z.B. durch scharfe Bleche und Kanten oder 
  • Einklemmen.

Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten

Arbeitsunfälle verursachen nicht nur viel Leid bei den Betroffenen, sondern auch betriebswirtschaftliche Kosten, z.B. Personal-, Sachkosten, Umsatzverluste.

Gleiches gilt für Berufskrankheiten. Sie können durch gesundheitsschädigende Einflüsse oder Überlastungen, denen der Körper über längere Zeit ausgesetzt ist, ausgelöst werden. 2010 wurden 1.579 Fälle von Berufskrankheiten bei Erwerbstätigen anerkannt. Die häufigsten Berufskrankheiten sind:

  • Lärmschwerhörigkeit, 
  • Hauterkrankungen, 
  • Atemwegs- und Lungenerkrankungen und 
  • Asthma bronchiale.

Hinweis Berufskrankheiten sind Schädigungen der Gesundheit durch die berufliche Tätigkeit. Sie sind in einer Liste als Anhang zum ASVG angeführt.

Die Leistungen der Unfallversicherung

Arbeitsunfälle sowie Berufskrankheiten und deren Folgen sind über die Unfallversicherung als Teil der gesetzlichen Sozialversicherung abgedeckt. Ihre Leistungen umfassen die Behandlung und berufliche Rehabilitation sowie finanzielle Unterstützungen. Damit es aber gar nicht so weit kommt, ist die Prävention von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten ein wichtiger Aufgabenbereich der Unfallversicherung. Zu den Maßnahmen zählen Sicherheits- und Gesundheitsinformationen sowie die Schulung und Beratung von Firmenverantwortlichen und Beschäftigten.

Gesetzlicher Arbeitnehmer/innenschutz

Die Beseitigung von Unfallgefahren und Risiken für Berufskrankheiten oder arbeitsbedingten Erkrankungen sind Ziele des gesetzlichen Arbeitsschutzes. Die Sicherheit am Arbeitsplatz und der Gesundheitsschutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sind im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) sowie in zahlreichen Verordnungen geregelt.

Die Vorschriften zum Schutz von Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern regeln z.B.

  • die Umsetzung einer menschengerechten Arbeitsgestaltung,
  • den Einsatz gefährlicher Maschinen und Werkzeuge,
  • den Umgang mit gesundheitsgefährlichen Arbeitsstoffen, wie z.B. giftigen oder sensibilisierenden Chemikalien,
  • die Gestaltung von Arbeitsplätzen, Arbeitsräumen und sanitären Anlagen,
  • die Reduktion der Belastungen durch gesundheitsgefährliche Arbeitsvorgänge und Einwirkungen, wie z.B. Lärm, Hitze oder Kälte, Vibrationen, Strahlung etc.,
  • den Einsatz persönlicher Schutzausrüstungen,
  • die Arbeitszeit und die Arbeitsruhe sowie
  • die Arbeitsbedingungen von Jugendlichen und Schwangeren.

Die Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen sind dafür verantwortlich, dass im Unternehmen die Sicherheits- und Gesundheitsschutzvorschriften erfüllt werden. Aber wichtig ist auch, dass Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer bei der Einhaltung der Arbeitsschutzbestimmungen beteiligt werden und mitwirken können.

Mindeststandards im Arbeitnehmer/innenschutz werden durch die Europäische Union festgelegt. Auf europäischer Ebene ist die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) mit Informations- und Aufklärungsarbeit betraut.

Überwacht wird die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen in Österreich durch die folgenden Einrichtungen:

Detailierte Informationen zum gesetzlichen Arbeitsschutz finden Sie auf den Websites des Sozialministeriums und der Arbeitsinspektion (mit Auflistung aller Gesetze und Verordnungen).

Sicherheit und Gesundheitsschutz im Unternehmen

Eine wichtige Voraussetzung für den Gesundheitsschutz in Unternehmen ist die Evaluierung der Gefährdungen und Belastungen im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit, die für jede Arbeitgeberin/für jeden Arbeitgeber verpflichtend ist.

Über die Gefahren und Belastungen am Arbeitsplatz sowie über die Maßnahmen der Prävention müssen die Beschäftigten ausreichend informiert werden. Der Arbeitnehmer/innenschutz kann je nach Betriebsgröße, Branche und betrieblicher Organisationsform unterschiedlich gestaltet sein. Fixpunkte sind dabei die gesetzlich vorgesehenen Funktionsträger, wie

  • Erst-Helferinnen/Erst-Helfer,
  • Sicherheitsvertrauenspersonen und
  • Präventivfachkräfte.

Bei bestimmten Einwirkungen, z.B. von chemischen Arbeitsstoffen, oder gesundheitsgefährlichen Tätigkeiten müssen die Beschäftigten von ermächtigten Arbeitsmedizinerinnen/Arbeitsmediziner regelmäßig untersucht werden, um Anzeichen für Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Nähere Informationen zur Gesundheitsüberwachung im Betrieb finden Sie auf der Website der Arbeitsinspektion.

Der Arbeitnehmer/innenschutz sieht weiters regelmäßige Überprüfungen vor, z.B. von elektrischen Anlagen, Arbeitsmitteln, persönlicher Schutzausrüstung oder Brandschutzeinrichtungen. Passiert ein schwerer Arbeitsunfall, so sind für die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber bestimmte Verpflichtungen vorgesehen, z.B. Unfallmeldung, neuerliche Gefährdungsbeurteilung etc., um weitere Unfälle zukünftig zu vermeiden. Dies gilt auch bei Auftreten von Berufskrankheiten oder arbeitsbedingten Erkrankungen.

Aber auch Beschäftigte müssen jeden Arbeitsunfall und jedes Ereignis, das beinahe zu einem Unfall geführt hätte, unverzüglich der zuständigen Person bzw. der Vorgesetzten/dem Vorgesetzten melden. Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) kann eine sinnvolle Ergänzung zum traditionellen präventiven Sicherheits- und Gesundheitsschutz sein.

Betriebliches Gesundheitsmanagement bedeutet die Verknüpfung von Sicherheit und Gesundheitsschutz, betrieblicher Gesundheitsförderung und strategischem Management.

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