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Büroangestellte mit Rückenschmerz © Picture-Factory

Ergonomie und Arbeitsgestaltung

Ob Büroarbeit oder Industriemontage – jede berufliche Tätigkeit hat spezielle Anforderungen an eine menschengerechte Arbeitsgestaltung, wenn es um sichere Arbeitsbedingungen und den Schutz der Gesundheit geht. Ein ergonomischer Arbeitsplatz soll die berufliche Tätigkeit optimal unterstützen und die arbeitsbedingten Belastungen möglichst minimieren. Auch die Organisation der Arbeitsabläufe spielt dabei eine wichtige Rolle. Wenn Arbeitsplatz und Arbeitstätigkeit nach sicheren und gesunden Kriterien gestaltet werden, beugt dies Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten oder arbeitsbedingten Erkrankungen vor. Von den Arbeitszeiten über die Büroausstattung bis zum eigentlichen Arbeitsvorgang: Die Ergonomie spielt bei der Gestaltung sicherer und gesunder Arbeitsverhältnisse in vielen Bereichen eine zentrale Rolle.

Arbeitszeit und Pausen

Die gesetzlich geregelten Arbeitszeiten finden sich in verschiedenen Rechtsvorschriften, für den Großteil der Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer gilt das Arbeitszeitgesetz (AZG) und das Arbeitsruhegesetz (ARG). Hier ist auch die Mindestdauer der Ruhepausen und der Ruhezeiten allgemein geregelt. Unternehmen haben die Möglichkeit, flexible Arbeitszeitmodelle, z.B. Gleitzeit, anzubieten. Diese ermöglichen den Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern mehr Gestaltungsmöglichkeiten, um Beruf und privaten Bereich besser zu vereinbaren.

Hinweis Grundsätzlich hängt es von der Art der Belastung ab, welche Pausen wie oft notwendig sind. Allgemein wird empfohlen: Mehrere kurze Pausen sind besser als eine lange.

Eine konkrete Pausenregelung ist nur in § 10 der Bildschirmarbeitsverordnung vorgeschrieben: „Nach jeweils 50 Minuten ununterbrochener Bildschirmarbeit muss eine Pause oder ein Tätigkeitswechsel im Ausmaß von jeweils mindestens zehn Minuten erfolgen.“

Arbeitsplatzgestaltung

Die meisten Tätigkeiten können im Sitzen oder Stehen ausgeführt werden. Die richtige Körperhaltung bei der Arbeit wird von der Arbeitshöhe und den Arbeitsplatzmaßen beeinflusst. Sind sie zu hoch oder zu niedrig, können Verspannungen oder Rückenbeschwerden auftreten. Jedenfalls sollten während der Arbeit keine unnatürlichen verspannten Körper- bzw. Zwangshaltungen über längere Zeit eingenommen werden müssen.
Egal ob im Büro, an der Supermarkt-Kasse oder an der Maschine, ein richtig gestalteter Arbeitsplatz zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Arbeitshöhe und Sitzhöhe lassen sich an die Körperhöhe anpassen,
  • genug Bewegungsspielraum für die Beine, und
  • eine natürliche Körperhaltung kann eingenommen werden.

Weitere Informationen: Die Ergonomie-Broschüre der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) fasst die wichtigsten Bestimmungen und Maßnahmen für die Gestaltung sicherer und gesunder Arbeitsplätze zusammen.

Bildschirmarbeitsplätze

Heutzutage sind fast an jedem Arbeitsplatz Computer im Einsatz. Um möglichen gesundheitlichen Beschwerden vorzubeugen, müssen Bildschirmarbeitsplätze bestimmte gesetzliche Vorgaben erfüllen.

Wichtige Gestaltungsmerkmale finden Sie unter gesunde Bildschirmarbeitsplätze.

Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber sind verpflichtet, die Tätigkeiten so zu organisieren, dass die tägliche Arbeit an Bildschirmgeräten regelmäßig durch Pausen unterbrochen oder als Mischarbeit organisiert wird. Mischarbeit ist eine Kombination von Aufgaben am Bildschirm mit solchen, die kein Bildschirmgerät erfordern. So ist alle 50 Minuten eine kurze Pause oder ein kurzer Tätigkeitswechsel vorgeschrieben, unter anderem um die Augen zu entlasten und zu entspannen.

Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer haben das Recht auf regelmäßige Augenuntersuchungen und unter bestimmten Voraussetzungen auf eine Bildschirmbrille. Basis der gesetzlichen Regelungen zu den Bildschirmarbeitsplätzen ist die EU-Richtlinie 90/270 EWG über die Mindestvorschriften bezüglich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit an Bildschirmgeräten. Details sind in den §§ 67 und 68 des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (ASchG) und in der Bildschirmarbeitsverordnung umgesetzt.

Weitere Informationen: Praktische Hinweise, wie gesundheitliche Beschwerden und Störungen an Bildschirmarbeitsplätzen vermieden werden können, gibt die Broschüre Bildschirmarbeitsplätze der AUVA.

Arbeiten mit schweren Lasten

Das Arbeiten mit schweren Lasten ist im § 64 des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes geregelt.

Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber sollten nach Möglichkeit dafür sorgen, dass eine manuelle Handhabung von Lasten durch organisatorische Maßnahmen oder durch den Einsatz geeigneter Mittel vermieden wird, damit nur geringe oder keine Beeinträchtigungen des Bewegungs- und Stützapparates entstehen.

Mögliche Maßnahmen sind:

  • Umstellung auf kleinere Gebinde bzw. geringere Lasten
  • Verwendung von Hebe- und Tragehilfen (z.B. Tragegurt, Patientenlifter)
  • Einsatz von Hebezeugen und Transportgeräten (z.B. Roll- und Hubwagen, Lastenaufzug)
  • Arbeitsorganisatorische Maßnahmen für Zusammenarbeit (z.B. Aufteilung von Lasten zwischen Personen)
  • Erholungspausen im Arbeitsablauf einplanen und einhalten, um Ermüdungen vorzubeugen

Weitere Informationen: Wie schwere Dinge körperschonend gehoben und getragen werden sowie Hinweise zu einem sinnvollen Ausgleichstraining erfahren Sie in der Broschüre Heben und Tragen der AUVA.

Lärm, Licht, Strahlung, Temperatur & Co.

Schwerarbeit am Hochofen ist ein Beispiel für extreme Arbeitsbedingungen – es ist laut, heiß und schmutzig. In vielen, auch weniger gefährlichen, Berufen müssen die Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer von belastenden Umgebungseinflüssen wie Lärm, Hitze, Kälte, Strahlung, Dämpfe und Stäube geschützt werden. Dafür sehen verschiedene Verordnungen Grenzwerte, Richtlinien und spezielle Schutzmaßnahmen (z.B. persönliche Schutzausrüstung) vor.

Hinweis Die Verwendung der Schutzausrüstung ist ein Teil der Unternehmenskultur! Vorgesetzte und Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter, die eine Schutzausrüstung tragen, haben Vorbildwirkung!

  • Lärm: Starker Lärm kann auf die Dauer zu Schwerhörigkeit führen. Dabei werden Wörter, aber auch andere Umgebungsgeräusche und Musik dumpfer, verwaschener und leiser wahrgenommen, was einen deutlichen Verlust an Lebensqualität bedeutet. Der Lärmschutz ist in § 65 des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes geregelt.

  • Licht/Beleuchtung: Gute Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz steigern den Sehkomfort. Dadurch ermüden die Augen weniger. Die Beleuchtungsstärke muss der Sehaufgabe angepasst sein und ist in § 29 der Arbeitsstättenverordnung (AStV) geregelt. Ältere Beschäftigte benötigen eine höhere Beleuchtungsstärke.

  • Klima: Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wärmestrahlung, Wind, aber auch die körperliche Aktivität beeinflussen, ob das Umgebungsklima als angenehm empfunden wird. Klimawerte in Arbeitsräumen sind in § 28 der Arbeitsstättenverordnung beschrieben, z.B. werden für eine sitzende Büroarbeit werden ca. 21 Grad und 50 Prozent Luftfeuchtigkeit angegeben.  

  • Hitze und Kälte: Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit belasten den menschlichen Organismus besonders stark, vor allem wenn anstrengende Tätigkeiten durchgeführt werden. Bei Arbeit in Kälte wird die Durchblutung vermindert, das beeinträchtigt die Beweglichkeit und die Geschicklichkeit. Bei Hitze- und Kältearbeit sind Schutzmaßnahmen vorgeschrieben, z.B. Schutzgläser, begrenzte Aufenthaltszeiten (z.B. in Kühlräumen), geeignete Getränke etc.

  • Strahlung: Verschiedene Arten von Strahlung können dem Körper bei einer Überbelastung schaden. UV-Strahlungen treten vor allem, bei Arbeiten im Freien (z.B. Bauarbeiten) auf und können Haut und Augen schädigen. UV-Strahlen zählen wie hochfrequente elektromagnetische Felder und Laser zur energieärmeren, nicht ionisierenden Strahlung. Röntgenstrahlung hingegen ist sehr energiereich und zählt zur ionisierenden Strahlung.

  • Luftverunreinigungen – gesundheitsgefährliche Arbeitsstoffe: Je nach Art der körperlichen Arbeit atmen wir pro Minute sieben bis 80 Liter Luft ein. Beimengungen der Atemluft bzw. Luftverunreinigungen können den Organismus belasten oder schädigen. Mögliche Ursachen sind die Arbeitsprozesse und die verwendeten Arbeitsstoffe, aber auch Emissionen der Inneneinrichtung können die Luft belasten. Zum Gesundheitsschutz wurden Grenzwerte für gesundheitsgefährdende Stoffe festgelegt, z.B. die Maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK).

Weitere Informationen zu Umgebungseinflüssen:

  • Lärm: Die Broschüre Grundlagen der Lärmbekämpfung der AUVA erklärt die Wirkungsweise von Lärm auf das Hörorgan und beschreibt Grenzwerte und Schutzmaßnahmen.
  • Strahlung: Auf der Website der AUVA finden Sie umfassende Informationen zum Thema „Strahlung“. Der Ratgeber UV-Strahlung und Arbeit im Freien geht auf Strahlenbelastungen ein und schlägt Schutzmaßnahmen vor.
  • Gesundheitsgefährdende Arbeitsstoffe: Arbeitsinspektion

Weitere Informationen zu Sicherheitsthemen am Arbeitsplatz:

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