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Tuberkulosebakterien © Giovanni Cancemi

Tuberkulose

Die Erreger der Tuberkulose (Tbc, Schwindsucht) sind Mykobakterien. Sie verläuft chronisch und ist vor allem in den Atemorganen lokalisiert, kann jedoch grundsätzlich alle Organe befallen. Infektionsquelle ist vor allem der erkrankte Mensch. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion über die Atemwege, seltener über die Nahrung (z.B. nicht pasteurisierte Milch), noch seltener über Haut und Augen. Aber auch andere Infektionswege sind möglich.

Erreger: Mycobacterium tuberculosis

Verbreitung: weltweit, v.a. in Entwicklungsländern und Krisengebieten. Die Erkrankung kommt so gut wie nie bei Touristen vor. In Österreich werden die meisten Neuerkrankungen durch Migration aus Ländern mit hoher Tuberkulose-Inzidenz (z.B. Osteuropa, Afrika, Südostasien) eingeschleppt. Im Jahr 2014 sind laut Statistik Austria 441 Fälle von ansteckender Tuberkulose (TBC) in Österreich gemeldet worden. Die HIV-Epidemie ist in vielen Ländern zum Motor der Tuberkuloseverbreitung geworden und hat dazu geführt, dass in Ländern mit hoher HIV-Inzidenz praktisch jeder gleichzeitig mit TBC infiziert und manifest erkrankt ist.

Übertragung: Tröpfcheninfektion (Einatmung infizierter Speicheltröpfchen) direkt von Mensch zu Mensch. Da Rinder ebenfalls an der Tuberkulose erkranken können, war in Westeuropa früher (nicht pasteurisierte) Rohmilch eine verbreitete Infektionsquelle und ist es in Teilen der Welt bis heute.

Beschwerdebild: Nach Einatmung der TBC-Bakterien wandern diese in die Lunge und verursachen eine kleine Entzündung, die keine Beschwerden verursacht. Von hier kann sich die Erkrankung weiter ausbreiten. Bei intakter Abwehrkraft bricht die Erkrankung nicht aus. Nur etwa fünf bis zehn Prozent der Infizierten erkranken im Laufe ihres Lebens an Tuberkulose (TBC). Bei Erwachsenen kann der Erreger jahrzehntelang in abgekapselten Herden im Körper überleben und erst nach Jahren zu Krankheitsausbrüchen führen, insbesondere bei einer Schwächung des Immunsystems. Daher sind HIV-Infizierte besonders häufig betroffen. Bei Kleinkindern erkranken über die Hälfte binnen eines Jahres nach einer Infektion. Aus diesem Grund sind das rechtzeitige Erkennen von Erkrankten sowie umfassende Umgebungsuntersuchungen die einzige Möglichkeit, diese Krankheit in den Griff zu bekommen.

Unspezifische Symptome sind Müdigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Nachtschweiß, eventuell leichtes Fieber. Typische Beschwerden einer Lungentuberkulose sind Husten, eventuell auch atemabhängige Schmerzen. Bei fortgeschrittener Erkrankung hustet der Betroffene Blut ab. Weiters können auch andere Organe, Lungenfell, Knochen, Harnwege, Darm, Haut und Lymphknoten betroffen sein. Besonders bedrohlich ist die tuberkulöse Hirnhautentzündung (Meningitis).

Diagnose: Neben dem Beschwerdebild dienen Laboruntersuchungen zur Bestätigung der Diagnose

Therapie: Bei rechtzeitiger Kombinationstherapie kann die Patientin/der Patient geheilt werden. Sie wird in lungenfachärztlichen Abteilungen oder Ambulanzen von Krankenhäusern durchgeführt. Allerdings treten vermehrt resistente Tuberkulosen auf, gegen die keine wirksamen Medikamente verfügbar sind.

Vorbeugung: In Österreich ist die Tuberkuloseinzidenz in den letzten Jahren auf unter zehn pro 100.000 gesunken, daher wird diese Impfung insbesondere wegen ihrer hohen Nebenwirkungsrate nicht mehr empfohlen. Derzeit steht in Österreich kein zugelassener Tuberkuloseimpfstoff (BCG-Impfstoff) zur Verfügung. Auf Bestellung kann er jedoch beschafft werden. In vielen Ländern gehört diese Impfung nach wie vor zu den Pflichtimpfungen. Manche Hochinzidenzländer verlangen bei Einreise den Nachweis einer BCG-Impfung bei Kleinkindern und Kindern. Für diese seltenen Ausnahmefälle kann man sich an die für den Wohnort zuständige Tuberkulosefürsorgestelle wenden. Die BCG-Impfung schützt nicht vor Infektion. In Hochinzidenzländern schützt sie jedoch Kleinkinder, die eine hohe Infektionsexposition durch Erwachsene haben, vor schweren Krankheitsverläufen.

Die BCG-Impfung wird seit vielen Jahren in Österreich nicht mehr verabreicht und ist auch nicht erhältlich.
  

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