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Meningokokken-Meningitis

Die Meningokokken-Meningitis ist eine Form der Hirnhautentzündung (Meningitis), die durch Bakterien namens Neisseria meningitidis (Meningokokken) hervorgerufen wird. Es handelt sich um eine Entzündung von Hirnhäuten und/oder Rückenmarkshaut, die lebensbedrohlich sein kann. Meningokokken können zudem eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen, was das Krankheitsbild noch erheblich erschwert. 

Erreger: Neisseria meningitidis bzw. Meningokokken; die Bakterien können sich in den Schleimhäuten des Nasen-Rachen-Raumes einnisten, ohne eine Erkrankung auszulösen.

Übertragung: Tröpfcheninfektion (d.h. Husten, Niesen etc.) von gesunden Bakterienträgern und Erkrankten.

Verbreitung: weltweit. Epidemische Bedeutung haben die Serotypen A, B, C, W und Y. Klassische Hochrisikogebiete (für Meningokokken A und W) sind tropisches Ost- und Westafrika, Naher Osten (v.a. Saudi-Arabien) und Mittlerer Osten (v.a. Kaschmir und Nepal), seltener Nordafrika und südliches Afrika. 

In Europa spielt der Serotyp B die wichtigste Rolle. In Österreich werden pro Jahr 27 bis 100 Fälle von Meningokokkenerkrankungen gemeldet; 50 bis 74 Prozent davon aus der Serogruppe B, zehn bis 30 Prozent aus der Serogruppe C.

Begünstigt werden Meningokkenepidemien, wenn viele Menschen auf engstem Raum unter schlechten hygienischen Bedingungen zusammenkommen, wie z.B. in Flüchtlingslagern.

Inkubationszeit: zwei bis zehn Tage.

Beschwerdebild: Eine Meningitis beginnt plötzlich mit zunehmenden, schwer behandelbaren Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, hohem Fieber. Typisch ist eine Nackensteife (der Kopf kann nicht Richtung Brust gebeugt werden), eventuell treten auch punktförmige Einblutungen in der Haut auf. Weiters kommt es zu Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit, manchmal schon binnen weniger Stunden. In schwersten Fällen kann es innerhalb weniger Stunden aus voller Gesundheit zum Tod durch Herz-Kreislauf-Versagen bei massivsten Blutgerinnungsstörungen kommen. In Österreich sind zwischen 2003 und 2016 90 Personen an einer Meningokokkenmeningitis verstorben. Die Erkrankung tritt am häufigsten im ersten Lebensjahr und bei Jugendlichen auf.

Diagnose: direkter Bakteriennachweis in der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) durch Lumbalpunktion, Antikörpernachweis im Blut.

Therapie: rascher Einsatz von Antibiotika (Penicilline, Cephalosporine). Zusätzlich sind meist intensivmedizinische Maßnahmen erforderlich. Tödliche Ausgänge liegen im Rahmen von fünf bis zehn Prozent, selbst bei raschem und richtigem Therapieeinsatz. Unbehandelt steigt dieser Prozentsatz auf 60 bis 80 Prozent. 

Vorbeugung: Schutzimpfung; es stehen Schutzimpfungen gegen Meningokokken der Gruppe B, gegen Meningokokken der Gruppe C sowie eine Vierfachimpfung gegen Meningokokken der Gruppen A, C, W und Y zur Verfügung.


Weitere Informationen:

  • Informationsbroschüre Meningokokken der Österreichischen Agentur für Gesundehit und Ernährungssicherheit (AGES)

   

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