Was ist Burnout?

Wenn eine lang andauernde Belastung zur Überforderung wird und auch nicht zu vermeiden ist, kann es zum Burnout-Syndrom kommen. Nicht immer muss der Beruf schuld daran sein. Private oder persönliche Belastungen, wie etwa die Pflege eines schwerkranken Angehörigen führen nicht selten zu einem Zustand des Ausgebranntseins.

Jede/jeder kann betroffen sein. Burnout hat nichts mit persönlichem Versagen zu tun. Oft sind es sehr leistungsbereite und motivierte Menschen, die ausbrennen.

Definition von Burnout

Unter Burnout versteht man körperliche und emotionale Erschöpfung. Das Burnout-Syndrom fällt in der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-Code) in die Rubrik „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“ und wird als Ausgebranntsein bezeichnet. Betroffene sollten professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Burnout kann bis hin zu Panikattacken, Depression und zum totalen emotionalen, geistigen und körperlichen Zusammenbruch führen.

Die Ursachen von Burnout

Meist liegen die Ursachen in einem überfordernden Zusammenwirken von Faktoren aus folgenden Feldern:

  • Betrieb: Zeitdruck, fehlender Handlungsspielraum, mangelndes Führungsverhalten etc.
  • Privat: fordernde Betreuungspflichten, finanzielle Enge, Konflikte etc.
  • Person: zu hohe Ansprüche, Schwierigkeiten sich abzugrenzen, mangelnde Erholung etc.
  • Gesellschaft: sehr hohe Leistungsanforderungen der Gesellschaft, unrealistische Rollenbilder, Arbeitsmarktsituation etc.

Lang anhaltender Stress, mit diesem nicht gut umgehen zu können kombiniert mit mangelnder Erholung – dies erhöht massiv das Risiko, ein Burnout-Syndrom zu entwickeln. Nähere Informationen finden sie unter Stress & Erholung.

Werden Sie nicht zu Ihrem eigenen Feind!

An sich selbst ansetzen bleibt in vielen Fällen die einzige Möglichkeit, Situationen zu entschärfen. Viele kennen den Drang, sich zu beweisen. Doch die Frage ist: Muss man das wirklich immer und vor allen Leuten? Aus Angst vor Konflikten immer Ja zu sagen, kann sich ebenfalls als gefährliche Falle entpuppen. Ein ausdrückliches Nein sollte jeder/jedem zugestanden werden. Perfektionistinnen/Perfektionisten setzen sich meist in vielen Lebensbereichen zu hohe Ziele. Doch die Wahrheit ist: Nobody is perfect.

Nicht nur Menschen in sozialen bzw. helfenden Tätigkeiten oder im Management laufen Gefahr, nicht genug auf sich selbst zu achten. Auch etwa Sekretäre/Sekretärinnen oder Arbeiterinnen/Arbeiter (z.B. in Fabriken) können betroffen sein. Tatsache ist: Nur wer selbst Kräfte zur Verfügung hat, kann gute Arbeit leisten. Achten Sie auf sich und holen Sie sich rechtzeitig professionelle Unterstützung.

Wenn Arbeit krank macht

Arbeit kann viel Freude machen und Gesundheit fördern, aber auch sehr viel Stress und Krankheit verursachen. Zu den größten Stressfaktoren am Arbeitsplatz gehören unter anderem Multitasking, das „Hamsterrad-Syndrom“ (immer zu viel zu tun haben), Misstrauen, Konkurrenz, fehlendes Feedback und fehlender Handlungsspielraum.

Burnout im Arbeitsbereich macht sich durch drei Kernsymptome bemerkbar:

  • berufliche Ineffektivität (Selbsteinschätzung, „Schaffe ich das noch?“, „Meine Arbeit ist nichts wert“)
  • Erschöpfung als Zeichen individueller Stressreaktion (emotionales „Ausgebranntsein“)
  • Distanzierung und Zynismus (Depersonalisation)

Wie Sie Burnout am Arbeitsplatz vorbeugen können, erfahren Sie unter Gesundes Engagement im Beruf.
Weitere Informationen finden Sie außerdem unter Stress im Berufsleben und unter Wenn die Psyche Hilfe braucht.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 23. April 2018

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Dr. Theresia Gabriel-Kosicek

Mein Wegweiser

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