Warum braucht unser Körper Bewegung?
Inhaltsverzeichnis
Wie wirkt Bewegung auf den Körper?
Wie sich Bewegung auf den gesamten Organismus auswirkt, zeigen die folgenden Beispiele:
Wirkungen auf den Bewegungsapparat
Der Bewegungsapparat besteht aus Muskeln, Sehnen, Bändern, Knochen und Gelenken. Ihr Zusammenspiel sorgt für die Körperhaltung und ermöglicht Bewegung. Muskeln passen sich wegen ihrer besseren Durchblutung rascher an Belastungen an als Sehnen, Bänder, Knochen oder Gelenksknorpel. Eine kräftige Muskulatur erfüllt eine Stützfunktion für den Bewegungsapparat, besonders für die Knie, Schultergelenke und Wirbelsäule. Regelmäßige Belastungsreize erhöhen die Knochendichte und die Belastbarkeit der Gelenke.
Wirkungen auf die Muskulatur
Bei jeder Bewegung arbeiten unsere Muskeln. Sie ziehen sich zusammen und entspannen sich wieder. Dadurch können wir gehen, laufen, heben oder andere Bewegungen ausführen. Wenn wir körperlich aktiv sind, werden die Muskeln besser durchblutet und mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Auch Sehnen und Bänder werden gestärkt. Das hilft, die Gelenke zu schützen und stabil zu halten. Wer sich regelmäßig bewegt, baut Muskeln auf und verbessert seine körperliche Leistungsfähigkeit. So kann sich der Körper besser an die Anforderungen des Alltags anpassen. Für jede Bewegung brauchen die Muskeln Energie. Diese gewinnt der Körper aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß aus der Nahrung.
Wie genau Bewegung die Muskeln beeinflusst, hängt davon ab, wie intensiv und wie lange man sich bewegt. Bewegungen mit geringer Belastung über einen längeren Zeitraum, wie z.B. Gehen, Radfahren oder Joggen, verbessern die Ausdauer. Zudem helfen sie dem Körper, Energie besser mit Sauerstoff bereitzustellen. Kurze, intensive Belastungen mit hoher Krafteinwirkung, wie etwa Krafttraining, machen die Muskeln stärker und können ihr Wachstum fördern. Das Üben von einzelnen Bewegungsabläufen verbessert das Zusammenspiel der Muskeln und wirkt auf die Leistungsfähigkeit und Kraft.
Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System
Bei körperlicher Aktivität arbeitet das Herz schneller und kräftiger. Regelmäßige Bewegung macht das Herz stärker. Der Herzmuskel wird trainiert und kann mit der Zeit mehr Blut durch den Körper pumpen. Dadurch werden die Organe und Muskeln besser mit Sauerstoff versorgt. Das Herz arbeitet effizienter und muss in Ruhe nicht mehr so oft schlagen. Wer regelmäßig Ausdauertraining macht, hat deshalb oft einen niedrigeren Ruhepuls. Das ist ein Zeichen dafür, dass das Herz gut trainiert ist und leistungsfähig arbeitet.
Wirkungen auf die Atmung
Regelmäßiges Ausdauertraining stärkt die Muskeln, die wir zum Atmen brauchen. Dadurch kann die Atmung tiefer und schneller werden, wenn der Körper mehr Sauerstoff benötigt. Mit der Zeit arbeitet die Atmung effizienter und passt sich besser an körperliche Belastungen an. Die Lunge kann den Körper dann besser mit Sauerstoff versorgen. Deshalb bleiben Menschen, die regelmäßig Ausdauertraining machen, oft länger leistungsfähig und geraten bei Anstrengung nicht so schnell außer Atem.
Der gesundheitliche Nutzen von Bewegung
Körperliche Aktivität ist ein wichtiger Baustein für ein Leben in Gesundheit, denn: Bewegung wirkt auf den ganzen Körper. Nur mit ausreichender Aktivität bleibt die normale Funktion der meisten lebenswichtigen Organe erhalten, bleiben die Energiebilanz im Gleichgewicht und das Körpergewicht im Normalbereich. Nur so können wir unsere körperliche Leistungsfähigkeit erhalten beziehungsweise verbessern.
Bewegung wirkt zudem den meisten gesundheitlichen Risikofaktoren entgegen, Bewegungsmangel hingegen fördert sie. Ob wir gesund bleiben, hängt maßgeblich davon ab, ob wir uns ein Leben lang bewegen.
Die folgende Tabelle zeigt, wie Bewegung oder Bewegungsmangel auf den Körper und die Organsysteme wirkt.
| Einfluss von Bewegung auf den Energieumsatz |
Bewegung steigt |
Bewegungsmangel sinkt |
|---|---|---|
| Körpergewicht (bei gleichbleibender Kalorienzufuhr) | nimmt ab | nimmt zu |
| Herz-Kreislauf-System | wird leistungsfähiger | wird schwächer |
| Ausdauer | verbessert sich | verschlechtert sich |
| Blutdruck | sinkt | steigt |
| Fettstoffwechsel | verbessert sich | verschlechtert sich |
| Gesamtcholesterin | sinkt | steigt |
| LDL-Cholesterin | sinkt | steigt |
| HDL-Cholesterin | steigt | sinkt |
| Triglyceride | sinken | steigen |
| Zuckerstoffwechsel | verbessert sich | verschlechtert sich |
| Insulinspiegel | sinkt | sinkt nicht |
| Blutzuckerspiegel | sinkt | sinkt nicht |
| Bewegungsapparat | wird leistungsfähiger | wird schwächer |
| Muskelkraft | verbessert sich | verschlechtert sich |
| Knochendichte | nimmt zu | nimmt ab |
| Stützfunktion, Stabilität | verbessert sich | verschlechtert sich |
| Beweglichkeit, Belastbarkeit der Gelenke | nimmt zu | nimmt ab |
| Immunabwehr | verbessert sich | verschlechtert sich |
| Gehirnfunktionen | verbessern sich | verschlechtern sich |
| Gehirndurchblutung | verbessert sich | verschlechtert sich |
| Neubildung von Nervenzellen | wird gefördert | wird nicht gefördert |
| Psyche | antidepressive Wirkung | keine antidepressive Wirkung |
Weitere Informationen zum wissenschaftlich belegten Nutzen von regelmäßiger körperlicher Aktivität für die Gesundheit – vom Kleinkind bis in höhere Alter – finden Sie in den Österreichischen Bewegungsempfehlungen des Fonds Gesundes Österreich.
Bewegung fördert die Gesundheit
Bewegung, Körpergewicht und Energiestoffwechsel hängen zusammen: Der Energieverbrauch des Körpers spielt eine wichtige Rolle für Gesundheit und Fitness. Er beeinflusst viele Risikofaktoren wie den Körperfettanteil, die Knochendichte, den Blutzucker, die Blutfettwerte und den Blutdruck. Kraft und Ausdauer sind hingegen grundlegende Voraussetzungen für die körperliche Leistungsfähigkeit.
Etwa ab dem 35. Lebensjahr beginnt die Leistungsfähigkeit des Körpers aufgrund natürlicher Alterungsprozesse abzunehmen. Mit zunehmendem Alter steigt daher das Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen. Körperliche Inaktivität verursacht beziehungsweise fördert diese Abbauvorgänge. Ausreichend Bewegung und gezieltes Training helfen, die Risikofaktoren für Erkrankungen zu senken und gesund älter zu werden.
Hinweis
Die Österreichischen Bewegungsempfehlungen des Fonds Gesundes Österreich zeigen, in welchem Ausmaß regelmäßige Bewegung für verschiedene Zielgruppen empfehlenswert ist.
Bewegung senkt das Erkrankungsrisiko
Wie Untersuchungen – unter anderem der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – zeigen, senkt Bewegung das Risiko für viele weitverbreitete und häufig chronische Erkrankungen sowie Verletzungen. Dazu zählen:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall oder Bluthochdruck)
- Übergewicht und Fettleibigkeit
- Metabolisches Syndrom
- Typ-2-Diabetes
- Krebs (insbesondere Darm-, Lungen-, Brust-, Gebärmutter-, Magen-, Speiseröhren-, Nieren-, Blasen- und Prostatakrebs)
- Depression
- Demenz
- Infektionserkrankungen
- Hüftfrakturen
- Stürze
Therapie und Reha: So wirkt Bewegung
Bewegung kann bei vielen Erkrankungen helfen, Beschwerden zu lindern und die Heilung zu unterstützen. Damit sie gezielt eingesetzt werden kann, muss bekannt sein, welche Wirkungen unterschiedliche Bewegungsformen auf den Körper haben. Je nach Trainingsart, körperlicher Fitness und Schwere der Erkrankung fallen die Effekte unterschiedlich aus. Diese Faktoren werden bei einer ärztlichen Verordnung berücksichtigt, um Bewegung gezielt in der Therapie und Rehabilitation, z.B. Bewegungstherapie, einsetzen zu können.
Die „Bewegungsdosis“ ist entscheidend: Ist die Belastung hoch und lange genug, werden Wachstumsvorgänge – z.B. bei den Muskeln – ausgelöst. Andererseits sind auch Abbauprozesse möglich, wenn der Organismus nicht ausreichend beansprucht wird. Zum Beispiel: Wenn ein gebrochenes Bein einige Wochen eingegipst werden muss und nicht bewegt werden kann, werden die betroffenen Muskeln dünner und schwächer. Nach der Heilung gewinnt die Muskulatur des schwachen Beins durch normale Belastung wieder an Stärke. Durch gezieltes Training kann Schwäche rascher ausgeglichen werden.
- AMBOSS 2025: Leistungsphysiologie und Altern. Online abgerufen im Juli 2026 unter www.amboss.com (Registrierung erforderlich)
- AMBOSS (2026): Rehabilitation. Online abgerufen im Juli 2026 unter www.amboss.com (Registrierung erforderlich)
- AOK (2022): Runter vom Sofa: 8 gute Gründe für mehr Bewegung und Sport. Online abgerufen im Juni 2026 unter www.aok.de
- Fonds Gesundes Österreich (2022): Bewegung – Gesundheit für alle! Online abgerufen im Juni 2026 unter fgoe.org
- Fonds Gesundes Österreich (2022): Österreichische Bewegungsempfehlungen. Band Nr. 17 aus der Reihe Wissen. Online abgerufen im Juli 2026 unter fgoe.org
- Miko, H.C. et al. (2020): Effects of physical activity on health. Online abgerufen im Juni 2026 unter pmc.ncbi.nlm.nih.gov
- Pschyrembel Online (2025): Körperliche Aktivität und Gesundheit. Online abgerufen im Juli 2026 unter www.pschyrembel.de (Registrierung erforderlich)
- Stiftung Gesundheitswissen: Warum ist Bewegung wichtig? Online abgerufen im Juni 2026 unter www.stiftung-gesundheitswissen.de
- Stiftung Gesundheitswissen: Was ist Bewegung? Online abgerufen im Juni 2026 unter www.stiftung-gesundheitswissen.de
Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2026
Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal
Expertenprüfung durch: Fonds Gesundes Österreich