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Energiestoffwechsel und Muskelarbeit

Energie ist die Grundlage allen Lebens. Der menschliche Körper gewinnt Energie aus den energieliefernden Nährstoffen über die Nahrung. Um diese Energie nutzen zu können, setzt der Körper bei der Verdauung Kohlenhydrate, Fette und Proteine frei. Der Körper wandelt diese Stoffe in eine Form von Energie um, die die Muskeln nutzen können. So können wir uns bewegen und Leistungen erbringen. Die Umwandlung von Nährstoffen in Energie nennt man Energiestoffwechsel. Meist braucht der Körper dafür Sauerstoff. Bei sehr anstrengenden Aktivitäten kann er jedoch auch für kurze Zeit Energie ohne Sauerstoff bereitstellen.

So verbrauchen die Muskeln Energie

Muskeln brauchen Energie, um Körperteile zu bewegen und Kraft aufzubauen. Voraussetzung für jede Muskelkontraktion und damit körperliche Aktivität ist ein spezieller Energieträger, das Adenosintriphosphat, kurz: ATP. ATP ist der universelle verfügbare Energieträger in jeder Körperzelle.

In den Körperzellen selbst sind nur geringe ATP-Mengen vorhanden. Dieser Vorrat reicht nur für wenige Sekunden. Daher muss der Körper ständig ATP neu bilden. Dafür verwendet er vor allem die energieliefernden Nährstoffe Kohlenhydrate und Fette aus der Nahrung. Protein spielt in der Regel nur eine untergeordnete Rolle bei der Bereitstellung von Energie. Bei längerer körperlicher Anstrengung oder wenn der Körper zu wenig Nahrung bekommt, kann auch Protein zur Energiegewinnung genutzt werden. Je nachdem wie anstrengend eine Bewegung ist, produziert der Körper ATP mit Sauerstoff oder ohne Sauerstoff.

Was passiert beim aeroben Stoffwechsel?

Beim aeroben Stoffwechsel gewinnt der Körper Energie mithilfe von Sauerstoff. Dafür nutzt er vor allem Fette und Kohlenhydrate aus der Nahrung. Aus diesen Nährstoffen stellt der Körper ATP her – die Energie, die die Muskeln für ihre Arbeit brauchen. In Ruhe und bei leichter bis mittlerer Belastung wird der Energiebedarf vorwiegend auf diese Weise abgedeckt.

Zu den Aktivitäten, die hauptsächlich den aeroben Stoffwechsel nutzen, zählen viele Alltagsaktivitäten wie Sitzen, Gehen, Stehen, leichte Hausarbeit oder Büroarbeit. Auch längere sportliche Aktivitäten mit mäßiger Anstrengung, zum Beispiel Wandern, Radfahren oder lockeres Joggen, erfolgen überwiegend aerob.

Je nach Anstrengung und Trainingszustand nutzt der Körper dabei unterschiedlich viel Fett und Kohlenhydrate zur Energiegewinnung.

Was passiert beim anaeroben Stoffwechsel?

Beim anaeroben Stoffwechsel gewinnt der Körper Energie ohne Sauerstoff. Das passiert bei sehr anstrengenden Belastungen, wenn die Muskeln schnell viel Energie brauchen. Dann reicht die Energiegewinnung mit Sauerstoff allein nicht mehr aus, und der Körper stellt zusätzlich Energie ohne Sauerstoff bereit.

Diese Form der Energieversorgung funktioniert jedoch nur für kurze Zeit – etwa bis zu drei Minuten. Danach werden die Muskeln schnell müde. Außerdem entsteht dabei Laktat, ein Stoff, der sich in den Muskeln ansammelt.

Typische Beispiele für anaerobe Belastungen sind das Heben oder Werfen schwerer Gegenstände sowie kurze, schnelle Läufe wie ein Sprint.

Welche Energiespeicher hat der Körper?

Kohlenhydrate, Fette und Proteine sind die wichtigsten Energielieferanten in unserer Nahrung. Der Körper nimmt diese Nährstoffe auf, speichert sie oder verarbeitet sie weiter.

Um nicht ständig Nahrung zuführen zu müssen, verfügt der Körper über Energiespeicher, auf die er zurückgreifen kann. Die Energiespeicher des Körpers sind:

  • Kohlenhydratspeicher: Kohlenhydrate sind eine wichtige Energiequelle für den Körper. Besonders die Muskeln und das Gehirn benötigen viel Energie aus Kohlenhydraten, um gut arbeiten zu können. Wird die Energie nicht sofort gebraucht, speichert der Körper die Kohlenhydrate. Dafür wandelt er sie in Speicherzucker oder Fett um. So kann die Energie später bei Bedarf genutzt werden.
  • Fettspeicher: Der größte Energiespeicher im Körper. Wenn der Körper mehr Kohlenhydrate aufnimmt, als er gerade benötigt, wandelt er den Überschuss in Fett um. Dieses Fett wird als Energiereserve gespeichert und kann später bei Bedarf genutzt werden.

Hinweis

Der Körper hat keine Proteinspeicher als Energiedepots. Bei unzureichender Proteinzufuhr wird Muskelprotein abgebaut, was zu Muskelabbau führt.

Wie viel Energie braucht der Körper?

Unser Körper braucht ständig Energie, um alle wichtigen Aufgaben zu erfüllen. Wie viel Energie ein Mensch benötigt, ist unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Körpergröße und körperlicher Aktivität ab.

Wie sich der gesamte Energiebedarf des Körpers aus Grundumsatz und Leistungsumsatz zusammensetzt, finden Sie unter Energiebedarf des Körpers.

Kalorienverbrauch in Alltag, Beruf und Sport

Die nachfolgende Tabelle zeigt den Energieverbrauch für verschiedene Aktivitäten in Alltag, Beruf und Sport. Die Werte beziehen sich auf einen Mann mit 75 kg und eine Frau mit 65 kg Körpergewicht. Der Energieverbrauch ist in kcal/Stunde und MET angegeben.

 
Alltagsaktivitäten MET Frau Mann
Büroarbeit 1,5 88 133
Einkaufen im Supermarkt 2,3 135 173
Gartenarbeit, gemütlich 3,0 176 225
Gartenarbeit, anstrengend 6,0 351 450
Hausarbeit, aufräumen 2,5 146 188
Meeting, sitzend 1,5 88 113
sportliche Aktivitäten MET Frau Mann
Aerobic 6,0 351 450
Aqua-Fitness 4,0 234 300
Badminton 6,0 351 450
Basketball (Breitensport) 6,0 351 450
Beachvolleyball 8,0 468 600
Billard 2,5 146 188
Bodybuilding 8,0 486 600
Bogenschießen 3,5 205 263
Bowling 3,0 176 225
Fußball (Breitensport) 7,0 410 525
Golf 4,5 263 338
Handball (Breitensport) 8,0 468 600
Klettern 8,0 468 600
Laufen (langsam, 5 km/h) 5,1 298 383
Laufen (mittel, 8 km/h) 8,3 486 623
Laufen (schnell, 12 km/h) 12,4 725 930
Nordic Walking (langsam, 4 km/h) 5,2 304 390
Nordic Walking (schnell, 6 km/h) 7,8 456 585
Radfahren (gemütlich, ca. 15 km/h) 6,0 351 450
Radfahren (flott, ca. 25 km/h) 10 585 750
Radfahren (Heimtrainer, 150 Watt) 7,0 410 525
Rudern 6,0 351 450
Schneeschuhgehen (mittlere Intensität) 4,0 234 300
Schneeschuhgehen (intensiv) 8,0 468 600
Schwimmen (moderat) 6,0 351 450
Schwimmen (intensiv, Kraul) 8,0 468 600
Skifahren (mittlere Intensität) 6,0 351 450
Skilanglaufen (ca. 12 km/h) 9,0 527 675
Snowboarden (mittlere Intensität) 5,5 322 413
Tanzen 4,5 263 338
Tennis (Einzel) 8,0 468 600
Tennis (Doppel) 6,0 351 450
Tischtennis 4,0 234 300
Volleyball 3,0 176 225
Wandern (bergauf, mit 0-5 kg Rucksack) 7,0 410 525
Wandern (bergauf, mit 5-10 kg Rucksack) 7,5 439 563

  • AMBOSS (2023): Energie- und Wärmehaushalt. Online abgerufen im Juli 2026 unter www.amboss.com (Registrierung erforderlich)
  • AMBOSS (2026): Muskelgewebe. Online abgerufen im Juli 2026 unter www.amboss.com (Registrierung erforderlich)
  • Ainsworth, B.E. et al. (2000): Compendium of Physical Activities: an update of activity codes and MET intensities. In: Medicine & Science in Sports & Exercise. Online abgerufen im Juli 2026 unter pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  • Braun, H. et al. (2019): Energy needs in sports. Position of the working group sports nutrition of the German Nutrition Society (DGE). In: Ernährungs Umschau 66(8): 146-153. Online abgerufen im Juli 2026 unter ernaehrungs-umschau.de
  • Haber, P. (2017): Energiestoffwechsel. S.11-18. In: Leitfaden zur medizinischen Trainingsberatung. 4. Auflage. Springer Verlag Wien New York
  • Stiftung Gesundheitswissen: Aerobes und anaerobes Training: Was ist der Unterschied? Online abgerufen im Juni 2026 unter www.stiftung-gesundheitswissen.de
  • Stiftung Gesundheitswissen: Wie gelingt gesunde Ernährung? Online abgerufen im Juni 2026 unter www.stiftung-gesundheitswissen.de
  • Stiftung Gesundheitswissen: Wie gesund sind Kohlenhydrate? Online abgerufen im Juni 2026 unter www.stiftung-gesundheitswissen.de
  • Stiftung Gesundheitswissen: Unterschiedliche Arten von Bewegung. Online abgerufen im Juni 2026 unter www.stiftung-gesundheitswissen.de
  • Techniker Krankenkasse (2025): Wieviel Kalorien brauchen wir pro Tag? Online abgerufen im Juni 2026 unter www.tk.de
  • Tomasits, J.; Haber P. (2003): Woher beziehen wir Energie? In: Leistungsphysiologie. S.7 Springer Verlag Wien New York.

Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2026

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Fonds Gesundes Österreich

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