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Spect-Untersuchung © torwaiphoto

SPECT (Singlephotonen-Emissionscomputertomographie)

Die Singlephotonen-Emissionscomputertomographie (SPECT) ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, bei der eine radioaktiv markierte Substanz – ein sogenannter Tracer – verabreicht wird, deren Verteilung im Körper anschließend gemessen wird. Sie basiert auf der Technik der Szintigraphie. Mittels SPECT können vor allem Stoffwechselvorgänge im Körper dreidimensional dargestellt werden. Dreidimensionale SPECT-Aufnahmen können unter anderem vom Herzmuskel, den Knochen, Nebennieren und dem Gehirn erzeugt werden . . .

Wann ist eine SPECT notwendig?

Die SPECT wird vor allem zur Diagnose von Herz-, Knochen- und Gehirnerkrankungen, seltener bei Krebs- und Schilddrüsenerkrankungen eingesetzt. Häufige Anwendungsgebiete sind die Untersuchung der Durchblutung des Herzmuskelgewebes etwa bei Verdacht auf eine Gefäßverengung oder zur Kontrolle nach einem Eingriff an den Herzkranzgefäßen. Weiters können Veränderungen im Knochenstoffwechsel, beispielsweise bei Entzündungen oder Knochenmetastasen, lokalisiert werden. Eine Untersuchung des Gehirns kann Hinweise auf Epilepsie, Alzheimer oder Parkinson liefern.

Welche Vorbereitungen sind erforderlich?

Je nach untersuchtem Organ wird der Patientin/dem Patienten mitgeteilt, worauf im Vorfeld der Untersuchung zu achten ist. Sie/er wird beispielsweise darüber informiert, ob und wie lange nichts gegessen oder getrunken werden darf. Häufig werden die radioaktiven Substanzen in die Armvene injiziert oder auch in einem Brei verabreicht. In seltenen Fällen müssen die Stoffe eingeatmet werden – etwa, wenn die Belüftung der Lunge untersucht wird. Die Wartezeit, bis sich der Tracer in ausreichender Menge im Zielorgan angereichert hat, beträgt zwischen zehn Minuten und zwei Stunden. In dieser Zeit sollte die Patientin/der Patient ruhig sitzen oder liegen. Nur bei Herzuntersuchungen unter Belastung muss sich die Patientin/der Patient vor der Untersuchung auf einer Art Hometrainer bewegen. Die Kleidung kann anbehalten werden, nur metallische Gegenstände sind abzulegen bzw. die Taschen zu leeren (Gürtel, Münzen, Schlüssel, Halsketten etc.).

Wie läuft die Untersuchung ab?

Der Patientin/dem Patienten wird eine geringe Menge eines kurzlebigen radioaktiven
Arzneimittels (Tracer) verabreicht. Für die Untersuchung liegt sie/er bequem und – möglichst bewegungslos – auf dem Rücken. Die Untersuchungsliege fährt mit der Patientin/dem Patienten langsam durch den ringförmigen SPECT-Scanner. Dieser arbeitet weitgehend geräuschlos. Die eigentlichen Aufnahmen dauern je nach Körperregion einige Minuten bis mehr als eine Stunde. Anschließend werden am Computer die Bilder rekonstruiert und befundet.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen können auftreten?

Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft, das ruhige Liegen kann etwas unangenehm sein. Die radioaktiven Arzneimittel selbst haben keine Nebenwirkungen. Manche Menschen reagieren allerdings allergisch darauf. Deshalb sollte die Ärztin/der Arzt vor der Untersuchung über mögliche Allergien informiert werden. SPECT ist ein relativ risikoarmes Untersuchungsverfahren. Die Strahlenbelastung durch die Untersuchung ist gering und schon nach wenigen Stunden nicht mehr nachweisbar.

Hinweis Aus Sicherheitsgründen sollte die Patientin/der Patient für zwei Stunden engen körperlichen Kontakt mit Kleinkindern und Schwangeren meiden. Gegenüber anderen Personen sind keine Vorsichtsmaßnahmen nötig.

Nach der Untersuchung sollte die Patientin/der Patient reichlich Wasser trinken und die Blase häufig entleeren.

Schwangerschaft und Stillzeit

Eine Gefährdung des Kindes im Mutterleib ist durch die geringe Strahlenbelastung nicht zu erwarten. Trotzdem wird bei Schwangeren die Untersuchung nur dann durchgeführt, wenn keine Alternative ohne Strahlenbelastung zur Verfügung steht und sie unbedingt nötig ist. Radioaktive Medikamente können in die Muttermilch übergehen.

Hinweis Falls Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft nicht mit Sicherheit auszuschließen ist, teilen Sie dies der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt mit. Weiters sollten stillende Mütter die Ärztin/den Arzt entsprechend informieren.

Wo wird eine SPECT durchgeführt?

Die SPECT wird entweder in speziellen Instituten oder in Krankenhäusern mit nuklearmedizinischer Abteilung durchgeführt. Die Untersuchung erfolgt in der Regel ambulant, die Patientin/der Patient kann nach der Untersuchung wieder nach Hause gehen. Eine Überweisung ist erforderlich.

Die Untersuchung selbst nimmt eine Radiologietechnologin/ein Radiologietechnologe vor. Nach Erstellung der Bilder folgt die Befundung durch die Fachärztin/den Facharzt für Nuklearmedizin.

  • Krankenhäuser (mit nuklearmedizinischer Abteilung) in Ihrer Nähe finden Sie unter Spitalskompass.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Für eine SPECT-Untersuchung benötigen Sie eine Zuweisung. Diese wird prinzipiell nur von Fachärztinnen/Fachärzten ausgestellt und ist ab dem Ausstellungstag einen Monat gültig. Für eine Kostenübernahme durch die Krankenversicherungsträger bedarf es einer chefärztlichen Bewilligung.

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