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Positronen-Emissions-Tomographie © sonap

PET (Positronen-Emissions-Tomographie)

Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, bei der eine radioaktiv markierte Substanz – ein sogenannter Tracer – verabreicht wird, deren Verteilung im Körper anschließend gemessen wird. Mittels PET können vor allem Stoffwechselvorgänge im Körper dreidimensional dargestellt werden. In den meisten Fällen wird dafür ein naher Verwandter des Traubenzuckers verwendet, der mit dem radioaktiven Isotop Fluor-18 markiert ist (Fluorodesoxyglukose, FDG). In einzelnen Fällen kann auch der Einsatz anderer Substanzen nötig sein. Heutzutage wird die PET meist zusammen mit einer Computertomographie durchgeführt. Dafür stehen bereits kombinierte PET/CT-Geräte zur Verfügung . . .

Wann ist eine PET notwendig?

Eine PET wird vor allem im Rahmen der Krebsdiagnostik eingesetzt. Typische Anwendungsgebiete sind zum Beispiel die Diagnose von Lungen- oder Schilddrüsenkrebs, Kopf-Hals-Tumoren, bösartigen Lymphknotenschwellungen (malignen Lymphomen) und Speiseröhrenkrebs. Mithilfe der Positronen-Emissions-Tomographie kann ein möglicher Krebsherd gesucht und sichtbar gemacht werden. Sie dient außerdem dazu, die Bösartigkeit der Gewebeneubildung und das Stadium der Erkrankung zu bestimmen. Dies ist wichtig, um eine optimale Therapie einzuleiten beziehungsweise um unnötig belastende Maßnahmen zu vermeiden. Während oder unmittelbar nach dem Ende einer Krebstherapie lässt sich mithilfe einer PET oft schon der Therapieerfolg beurteilen.

Weiters wird die PET zur Diagnose von Herz- und Nervenerkrankungen genutzt. Anwendungsgebiete sind hier vor allem der Nachweis/Ausschluss von Narben vor einer Bypassoperation am Herzen sowie die Demenzabklärung, aber auch die Diagnose von Gehirntumoren.

Welche Vorbereitungen sind erforderlich?

Die Patientin/der Patient darf mindestens sechs Stunden vor der Untersuchung nichts mehr essen, auch keine Bonbons oder Kaugummi. Sie/er darf nach Belieben trinken, jedoch nur zuckerfreie Getränke ohne Kohlensäure, am besten Leitungswasser. Diabetikerinnen und Diabetiker sollen sich vor der Untersuchung mit dem Personal des PET-Zentrums telefonisch in Verbindung setzen.

Zuerst wird der Patientin/dem Patienten das radioaktive Arzneimittel verabreicht. Anschließend muss sie/er eine bestimmte Zeitspanne, zumeist etwa 45 (bis 90) Minuten, entspannt mit geschlossenen Augen liegen und darf nicht sprechen. In dieser Zeit verteilt sich der Tracer über den Blutkreislauf im Körper. Unmittelbar vor der PET soll die Harnblase entleert werden. Die Kleidung kann anbehalten werden, nur metallische Gegenstände sind abzulegen bzw. die Taschen zu leeren (Gürtel, Münzen, Schlüssel, Halsketten etc.).

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Patientin/der Patient erhält eine geringe Menge eines kurzlebigen radioaktiven
Arzneimittels (Tracer) intravenös verabreicht. Für die Untersuchung liegt sie/er bequem – möglichst bewegungslos – auf dem Rücken. Die Untersuchungsliege fährt mit der Patientin/dem Patienten stufenweise durch die relativ große Geräteöffnung. Der PET-Scanner arbeitet weitgehend geräuschlos.

Die Untersuchung wird mit dem PET-Scanner durchgeführt, der optisch einemComputertomograph (CT) ähnelt. Es handelt sich also nicht um einen engen Tunnel wie bei der Magnetresonanztomographie (MRT).

Während der Untersuchung nimmt die PET-Kamera schrittweise den gesamten Körper auf. Ein an die Kamera angeschlossener Computer berechnet die eingehenden Daten und setzt sie schließlich in ein komplexes Bild um. Dieses zeigt, wie sich der Tracer verteilt hat.
Die Untersuchungszeit dauert zwischen 20 und 45 Minuten. Anschließend werden am Computer die Bilder rekonstruiert und befundet. Manchmal wird zur besseren Beurteilung des Bauchraumes eine krampflösende Substanz verabreicht, um die Darmtätigkeit zu bremsen. Neuerdings werden zunehmend Kombinationsgeräte aus PET und Computertomographie (PET-CT) verwendet, welche durch die simultane Untersuchung die Vorzüge beider Methoden vereinen.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen können auftreten?

Die Gabe des radioaktiven Arzneimittels erfolgt intravenös. Die Untersuchung ist nicht
schmerzhaft, das ruhige Liegen kann etwas unangenehm sein. Die radioaktiven Arzneimittel selbst haben keine Nebenwirkungen.

PET ist ein relativ risikoarmes Untersuchungsverfahren. Die Strahlenbelastung entspricht in etwa der einer Computertomographie der Lunge. Sie ist schon wenige Stunden nach der Untersuchung nicht mehr nachweisbar.

Hinweis Aus Sicherheitsgründen sollte die Patientin/der Patient für zwei Stunden engen körperlichen Kontakt mit Kleinkindern und Schwangeren meiden. Gegenüber anderen Personen sind keine Vorsichtsmaßnahmen nötig.

Nach der Untersuchung sollte die Patientin/der Patient reichlich Wasser trinken und die Blase häufig entleeren.

Schwangerschaft und Stillzeit

Eine Gefährdung des Kindes im Mutterleib ist durch die geringe Strahlenbelastung nicht zu erwarten. Trotzdem wird bei Schwangeren die Untersuchung nur dann durchgeführt, wenn keine Alternative ohne Strahlenbelastung zur Verfügung steht und sie unbedingt nötig ist. Radioaktive Medikamente können in die Muttermilch übergehen.

Hinweis Falls Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft nicht mit Sicherheit auszuschließen ist, teilen Sie dies der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt mit. Weiters sollten stillende Mütter die Ärztin/den Arzt entsprechend informieren.

Wo wird eine PET durchgeführt?

Die PET wird in Krankenhäusern mit nuklearmedizinischer Abteilung durchgeführt. Die Untersuchung erfolgt in der Regel ambulant, das heißt, die Patientin/der Patient kann nach der Untersuchung wieder nach Hause gehen. Eine Überweisung ist erforderlich.

Die Untersuchung selbst nimmt eine Radiologietechnologin/ein Radiologietechnologe vor. Nach Erstellung der Bilder folgt die Befundung durch die Fachärztin/den Facharzt für Nuklearmedizin.

  • Krankenhäuser (mit nuklearmedizinischer Abteilung) in Ihrer Nähe finden Sie unter Spitalskompass.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Für eine PET-Untersuchung benötigen Sie eine Zuweisung. Diese wird prinzipiell nur von Fachärztinnen/Fachärzten ausgestellt und ist ab dem Ausstellungstag einen Monat lang gültig. Für eine Kostenübernahme durch die Krankenversicherungsträger bedarf es einer chefärztlichen Bewilligung.

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