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Nierenfunktionsszintigraphie © Michael Lehner zur Verfügung gestellt von Klinikum Wels-Grieskirchen

Nierenfunktionsszintigraphie

Die Nierenfunktionsszintigraphie ist ein nuklearmedizinisches Verfahren zur Diagnostik von Nierenfunktionsstörungen. Ein spezielles Radiopharmakon wird in die Blutbahn injiziert und über die Nieren ausgeschieden. Mithilfe einer Gammakamera lässt sich dieser Ausscheidungsvorgang dokumentieren, und eventuelle Störungen können seitengetrennt (in der linken bzw. rechten Niere) erkannt werden. Darüber hinaus können durch den Einsatz bestimmter Medikamente während der Untersuchung spezielle Fragestellungen geklärt werden . . .

Wann ist eine Nierenfunktionsszintigraphie erforderlich?

Die Nierenfunktionsszintigraphie ist die einzige Methode, mit der man eine seitengetrennte Funktionsbestimmung der Nieren (rechte/linke Niere) durchführen kann. Außerdem können die einzelnen Phasen der Ausscheidung (Durchblutung der Nieren, Filtration und Ausscheidung) getrennt beurteilt werden.

Mithilfe der Nierenfunktionsszintigraphie lassen sich z.B. folgende krankhafte Veränderungen diagnostizieren:

  • angeborene oder erworbene Anomalien (Fehlen einer Niere, doppelt angelegte Nieren, Beckennieren, Schrumpfnieren etc. ),
  • entzündliche Veränderungen der Nieren,
  • Harnabflussstörungen (z.B. durch Nierensteine, Verengungen oder Tumoren in den ableitenden Harnwegen),
  • Nierenfunktionsstörungen (Niereninsuffizienz),
  • Nierenarterienverengung als Ursache von hohem Blutdruck.

Welche Vorbereitungen sind notwendig?

Vor Verabreichung des Radiopharmakons sollte ausreichend Flüssigkeit getrunken werden. Säuglinge sollten vor der Untersuchung gestillt werden. Dies führt zu einer rascheren Ausscheidung der radioaktiven Substanz, wodurch die Strahlenbelastung verringert wird. Für spezielle Fragestellungen kann es notwendig sein, dass gewisse Herz-Kreislauf-Medikamente am Tag vor der Untersuchung abgesetzt werden. Ihre behandelnde Ärztin/Ihr behandelnder Arzt wird Sie diesbezüglich rechtzeitig vor der Untersuchung informieren.

Hinweis Sollten Sie schwanger sein bzw. ist eine Schwangerschaft nicht mit Sicherheit auszuschließen, oder wenn Sie stillen, teilen Sie dies vor der Untersuchung unbedingt der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt mit. In diesen Fällen wird – außer es liegen schwerwiegende Gründe vor – auf eine Untersuchung mit radioaktiven Substanzen verzichtet, um das ungeborene Kind nicht dem Risiko einer Schädigung durch radioaktive Strahlung auszusetzen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Nach ausreichender Flüssigkeitsaufnahme wird von der Ärztin/vom Arzt eine radioaktive Substanz gespritzt. Gleich danach werden entweder im Sitzen oder im Liegen mittels Gammakamera Aufnahmen der Nieren gemacht. Die gesamte Untersuchung dauert je nach Fragestellung bis zu 40 Minuten. Dabei können sowohl die Nieren nach ihrer Lage, Größe und Form als auch die einzelnen Abschnitte der Harnausscheidung beurteilt werden.

Je nach spezieller Fragestellung (Harnabflussstörung, Nierenarterienverengung) werden während des Untersuchungsvorgangs bestimmte Medikamente verabreicht. Eventuell ist während der Untersuchung auch eine Blutabnahme erforderlich. Anhand der gewonnenen Daten können computerunterstützt Funktionskurven beider Nieren erstellt werden, welche die Ausscheidungsfunktion grafisch darstellen. 

Hinweis Das harngängige Radiopharmakon ist nach der Untersuchung bereits fast vollständig wieder aus dem Körper ausgeschieden.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen können auftreten?

Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei, auch Nebenwirkungen durch das Radiopharmakon treten nicht auf. Aufgrund der geringen Strahlenbelastung ist die Untersuchung mit entsprechend niedrig dosierter radioaktiver Substanz auch bei Säuglingen und Kindern möglich.

Wohin kann ich mich wenden?

Eine Nierenfunktionsszintigraphie kann in speziellen Instituten bei niedergelassenen Fachärztinnen/Fachärzten für Nuklearmedizin oder in Krankenhäusern mit nuklearmedizinischer Abteilung durchgeführt werden. Eine Überweisung durch Ihre behandelnde Ärztin/Ihren behandelnden Arzt ist erforderlich.

Die Untersuchung selbst nimmt eine Radiologietechnologin/ein Radiologietechnologe unter ärztlicher Aufsicht vor. Zunächst wird ein venöser Zugang durch eine Ärztin/einen Arzt gestochen und dann das Radiopharmakon und gegebenenfalls Medikamente verabreicht. Nach Erstellung der Bilder folgt die Befundung durch die Fachärztin/den Facharzt für Nuklearmedizin.

  • Fachärztinnen/Fachärzte für Nuklearmedizin in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Arztsuche
  • Krankenhäuser mit nuklearmedizinischer Abteilung in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Spitalsuche

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Für eine Nierenfunktionsszintigraphie benötigen Sie eine ärztliche Zuweisung. Diese ist ab dem Ausstellungstag einen Monat gültig. Die Kosten einer Szintigraphie werden von Ihrem Krankenversicherungsträger übernommen.

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