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Verletzter Fussballer © ALAIN VERMEULEN

Muskelzerrung, Muskelfaserriss, Muskelriss

Muskelzerrungen, Muskelfaserrisse, Muskelbündelrisse und Muskelrisse gehören zu den häufigsten Sportverletzungen, können sehr schmerzhaft sein und zu einer Sportpause zwingen. Während sich die Muskelzerrung meistens allmählich entwickelt, entstehen Risse durch eine plötzliche Belastungssteigerung bei nicht belastungsadaptierter Muskulatur.  

Ursachen & Vorbeugung

Die Ursachen können sein: ermüdete oder nicht ausreichend erwärmte Muskulatur, gestörte Bewegungskoordination, ungenügender Trainingszustand, mangelhafte Fitness, ungewohnte Bodenverhältnisse, falsches Schuhwerk, Flüssigkeits- und Elektrolytmangel, unausgewogene oder „falsche“ Ernährung (z.B. Präparate zum raschen Muskelaufbau, sogenannte Anabolika) etc.

Vorbeugt werden kann durch: Sorgfältige Erwärmung der Muskulatur (mindestens 15 Minuten Vorbereitungszeit), geeignete Ausrüstung, langsamer Aufbau der Trainingsintensität.

Symptome & Diagnose

Folgende Beschwerden können auftreten:

  • Muskelzerrung: langsam zunehmende Schmerzen.
  • Muskelfaserriss: plötzlich einsetzender, stechender, eindeutig zu lokalisierender Schmerz (wie ein Nadel- oder Messerstich) mit einer deutlichen Funktionseinschränkung.
  • Sind gleichzeitig mehrere Muskelfasern verletzt, sind die Beschwerden noch ausgeprägter.

Im Vordergrund steht eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung, eventuell verbunden mit einem Muskelkrampf.

Für die Diagnose sind folgende Untersuchungen notwendig:

  • Beim Muskelfaserriss kommt es meistens zu einer Einblutung (Bluterguss). Diese ist anfangs oft nicht äußerlich sichtbar, kann jedoch bei entsprechender Größe mittels Ultraschalluntersuchung nachgewiesen werden.
  • Beim Muskelbündel- oder Muskelriss ist unmittelbar nach der Entstehung oft eine „Delle“ in der Muskulatur zu tasten. Kurze Zeit später entsteht ein Bluterguss, der diese Lücke „auffüllt“, und in der Folge eine schmerzhafte Schwellung. Auch hier kann eine Ultraschalluntersuchung die Diagnose sichern.

Hinweis Die Muskelzerrung ist in der bildgebenden Diagnostik (Ultraschalluntersuchung, Kernspintomographie) nicht darstellbar. Sie entsteht meistens nicht akut, und es kommt auch zu keiner Einblutung. Allerdings kann unbehandelt ein Muskelfaserriss als Komplikation auftreten.

Therapie

Die Erstbehandlung erfolgt nach dem PECH-Schema (Pause, Eis, Compression, Hochlagerung). Unbedingt unterbleiben müssen unmittelbar nach der Verletzung die Erwärmung der betroffenen Muskulatur und Massagen, weil sie eine weitere Einblutung provozieren können. Von der Ärztin/dem Arzt können orale, nicht steroidale Entzündungshemmer wie Ibuprofen oder Diclofenac verordnet werden. Eine dosierte physikalische Therapie, u.a. mit Lymphdrainage, Kältetherapie und Krankengymnastik, kann die erhöhte Muskelspannung reduzieren und den Regenerationsprozess fördern. In schwereren Fällen kann eine Injektionsbehandlung sinnvoll sein. Bei Bedarf kann ein Bluterguss punktiert oder operativ entfernt werden. Während der Therapie sind wiederholte ärztliche Kontrollen wichtig.
  

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