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Mann mit Schmerzen vor der Toilette © vchalup

Hämorrhoiden: Ursachen & Vorbeugung

Im Enddarmbereich befindet sich rund um den Übergang vom Mastdarm zum Afterkanal ein breitbasig aufsitzender, schwammartiger Gefäßpolster (Synonyme: hämorrhoidaler Schwellpolster, Hämorrhoidalplexus, Corpus cavernosum recti, Plexus haemorrhoidalis superior), der sehr reich an Blutgefäßen ist. Dieses Kissen ist für die Feinabdichtung des Afters verantwortlich. Bei einer Vergrößerung des Gefäßpolsters spricht man von Hämorrhoiden. Verursachen sie Beschwerden, liegt ein sogenanntes Hämorrhoidalleiden vor („symptomatische Hämorrhoiden“) . . .

Risikofaktoren

Für die Entwicklung von Hämorrhoiden werden unterschiedliche Faktoren verantwortlich gemacht, v.a.:

  • familiäre Veranlagung,
  • ballaststoffarme Ernährung, die zu hartem Stuhl und Verstopfung führt,
  • starkes Pressen beim Stuhlgang,
  • Steigerung des Drucks im Bauchraum v.a. durch Übergewicht oder Schwangerschaft,
  • sitzende Tätigkeit,
  • Bewegungsmangel.

Vorbeugende Maßnahmen

Das Risiko, Hämorrhoiden zu entwickeln, kann durch einfache Maßnahmen reduziert werden. Dazu zählen v.a.:

  • ballaststoffreiche Ernährung,
  • stuhlhygienische Maßnahmen: nach dem Stuhlgang Reinigung des Analbereichs mit Wasser und Seife oder Verwendung von Toilettenfeuchttüchern,
  • Beckenbodentraining, v.a. in der Schwangerschaft,
  • frühzeitiges Aufsuchen einer Ärztin/eines Arztes, um das Fortschreiten des Leidens durch eine adäquate Behandlung zu verhindern bzw. zu bremsen.

Symptome

Das erste Symptom sind meist transanale schmerzlose Blutungen. Sie können einmalig, wiederkehrend oder dauerhaft über einen längeren Zeitraum auftreten. Von der Patientin/dem Patienten wird hellrotes Blut am Stuhl, am Toilettenpapier, in der Toilette oder an der Unterwäsche wahrgenommen. Nach der Stuhlentleerung können auch stechende Schmerzen auftreten.

Infolge einer Störung der Feinkontinenz können Schleim oder Kot aus dem Anus austreten und lokale Hautreizungen verursachen. Diese äußern sich durch unangenehme Empfindungen wie Juckreiz, Brennen und Nässen oder Hygieneprobleme.
Bei einem fortgeschrittenen Hämorrhoidalleiden kann es zu einem Vorfall von Gewebe kommen. Dieses führt zu einem Druck- oder Fremdkörpergefühl und unter Umständen zu Schmerzen.

Das Ausmaß der Beschwerden ist unabhängig von der Größe der Hämorrhoiden. Diese werden entsprechend ihrer Größenzunahme und nach dem Ausmaß des Gewebevorfalls in den Analkanal bzw. vor den After eingeteilt.

Unterschieden werden vier Grade (nach Goligher):

  • Grad I: Der Gefäßpolster ist lediglich innerhalb des Analkanals vergrößert und nur mittels Afterspiegelung (Proktoskopie) von der Ärztin/dem Arzt erkennbar. Meistens treten noch keine Beschwerden auf, in seltenen Fällen kommt es zu geringfügigen Blutungen.
  • Grad II: Der Gefäßpolster tritt beim Pressen während des Stuhlgangs bis zur Afteröffnung vor, zieht sich jedoch von selbst wieder in den Analkanal zurück. Der zeitweilige Vorfall ist von außen sichtbar. Brennen, Jucken, Nässen und Blutungen können auftreten.
  • Grad III: Der Gefäßpolster tritt beim Pressen während des Stuhlgangs bis zur Afteröffnung vor, zieht sich jedoch nicht wieder in den Analkanal zurück. Er kann jedoch mit dem Finger wieder an seine Ausgangslage zurückgedrückt werden.
  • Grad IV: Der Gefäßpolster bleibt dauerhaft außerhalb der Afteröffnung und lässt sich manuell nicht mehr zurückdrücken.
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