Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Gallenblasenoperation © zakrevski

Gallensteine: Therapie

Gallensteine machen nicht zwingend Beschwerden. Viele Betroffene bemerken lange Zeit nichts oder eventuell nie etwas von den Steinen. So kommt es, dass Gallensteine eine häufige Zufallsdiagnose sind, wenn aufgrund anderer Beschwerden z.B. ein Ultraschall des Bauchraumes vorgenommen wird. Bei symptomlosen Gallensteinen gibt es keinen medizinischen Anlass, diese zu behandeln. Man spricht in diesen Fällen von „stummen“ Gallensteinen . . .

Leichte bis mittlere Beschwerden können auch zumindest vorübergehend medikamentös therapiert werden. Die Therapie fokussiert auf die Symptome wie Schmerzen und Krämpfe, zum Einsatz kommen Schmerzmittel (Analgetika, NSAR) oder krampflösende Medikamente (Spasmolytika). Bei dieser Art der Therapie bleiben die Gallensteine allerdings bestehen und können wieder Koliken auslösen, daher empfiehlt sich eine zeitnahe operative Behandlung.

Operative Entfernung der Gallenblase

Bei intensiven, immer wiederkehrenden Beschwerden (Schmerzen u.a.) wird in Abhängigkeit der Intensität sowie der Begleitumstände durch die Ärztin/den Arzt abgewogen, ob eine operative Entfernung der Gallenblase („Cholezystektomie“) erforderlich ist. Eine Cholezystektomie erfolgt heute fast ausschließlich laparoskopisch, d.h. minimal-invasiv mittels kleiner Schnitte über die Bauchdecke („Schlüsselloch“-Chirurgie). Nur selten ist ein großer Bauchschnitt erforderlich.

Bei der laparoskopischen Operationsmethode wird unter Vollnarkose ein dünnes Röhrchen über die kleinen Schnitte in der Bauchdecke eingebracht. Darin befinden sich kleinste Instrumente, mit denen die Chirurgin/der Chirurg die Gallenblase schonend entfernt. Vorteile dieser Methode sind ein kürzerer Aufenthalt im Krankenhaus sowie eine raschere Genesung nach der Operation (Rekonvaleszenz). Kommt es zu Komplikationen, wird die Gallenblase meist entfernt.

Angeraten ist die operative Entfernung insbesondere bei:

  • häufigen und heftigen Koliken,
  • Schrumpf- und Porzellangallenblase,
  • akuter Entzündung der Gallenblase (Cholezystits),
  • nach akuter Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis),
  • Ikterus,
  • Gallenblasenpolypen größer als 5-10 mm.

Hinweis Bei einer verhärteten und verkalkten Schrumpf- oder Porzellangallenblase ist das Komplikationsrisiko (Entzündung der Gallenblase, Gallenblasenkrebs) hoch. Sie wird daher meist entfernt.

Bereiten die Gallensteine keine Beschwerden, muss die Gallenblase in der Regel nicht entfernt werden. Dennoch kann es vorkommen, dass eine symptomlose Gallenblase mit sichtbaren Steinen im Rahmen anderer operativer Eingriffe im Bauchraum gleichzeitig mit entfernt wird, z.B. dem Anlegen eines Magenbands bei starker Adipositas.

Leben ohne Gallenblase

Das operative Entfernen der Gallenblase zieht keine schweren Konsequenzen nach sich. In der Regel können die Betroffenen ohne Gallenblase normal und ohne Einschränkungen leben. Es kann lediglich keine Gallenflüssigkeit mehr zwischengespeichert werden. Die in der Leber produzierte Galle wird direkt in den Verdauungsweg ausgeschüttet. Dadurch kann eventuell vermehrter Stuhlgang auftreten, mitunter weicher als gewohnt.

In Bezug auf die Ernährung wird meist geraten, nicht zu fettreich zu essen und den Ballaststoffanteil zu erhöhen. Spezielle Ge- oder Verbote gibt es nicht. Im Wesentlichen soll man sich auch bei entfernter Gallenblase an der Österreichischen Ernährungspyramide orientieren.

Steine in den Gallenwegen

Befinden sich in den Gallenwegen Steine, ist es praktisch immer notwendig, diese zu entfernen. Dies geschieht v.a. mit der endoskopischen retrograden Cholangiopankreatographie (ERCP). Die Gallenblase wird in den darauffolgenden Wochen entfernt, um eine neuerliche Steinbildung und eine Gallenblasenentzündung zu verhindern.

Wohin kann ich mich wenden?

Zur Abklärung von Beschwerden an der Gallenblase wie z.B. heftige Schmerzen (Koliken) im rechten Oberbauch, wenden Sie sich als erste Anlaufstelle an:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin.
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin (Gastroenterologie und Hepatologie),
  • Fachärztin/Facharzt für Chirurgie.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen.

Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

Ist die Entfernung der Gallenblase erforderlich, findet diese im Krankenhaus stationär statt. Hierbei wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Neueste Operationsmethoden ermöglichen, dass das Krankenhaus unter Umständen am gleichen Tag des Eingriffs wieder verlassen werden kann. Bei einem ambulanten Aufenthalt erfolgt die Abrechnung über die E-card, die Patientin/der Patient hat keinen Kostenbeitrag zu leisten.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse