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Rotwein und Käse © steinerpicture

Histaminintoleranz: Was ist das?

Histamin wird einerseits im Körper selbst produziert, es gelangt aber auch über die Nahrung in den Körper. Bei Gesunden wird das Histamin bereits im Darm und in der Leber mithilfe des Enzyms Diaminooxidase (DAO) abgebaut. Die Histaminintoleranz ist eine sogenannte Pseudoallergie. Typische Beschwerden sind z.B. Kopfschmerzen, Hautreaktionen, Schwellungen, verstopfte bzw. laufende Nase, Herzrhythmusstörungen u.v.m.

Das geschieht bei Histaminintoleranz

Bei einer Histaminintoleranz ist der Abbauprozess gestört. Es kommt zur Anhäufung von Histamin, folglich treten Beschwerden auf. Frauen sind von einer Histaminintoleranz häufiger betroffen als Männer. Die Ausprägung der Intoleranz ist unterschiedlich – vielen Betroffenen bereiten bereits geringe Mengen intensive Beschwerden.

Beschwerden bei Histaminintoleranz

  • Pulsierender Kopfschmerz, Migräne,
  • Hautreaktionen (u.a. plötzliche Gesichtsrötung „Flush“, Nesselausschlag, Juckreiz),
  • Schwellungen (z.B. zwischen den Fingern, an Augenlidern),
  • verstopfte oder laufende Nase,
  • Herzrhythmusstörungen (Herzrasen),
  • Beschwerden im Magen-Darm-Trakt (Durchfall, Blähungen, Blähbauch etc.),
  • Atembeschwerden (Asthma, Husten) sowie
  • niedriger Blutdruck.

Histamin in der Nahrung

Histamin entsteht in eiweißreichen Lebensmitteln aus der Aminosäure Histidin unter Einwirkung von Mikroorganismen. Dies geschieht z.B. bei der bakteriellen Reifung von Käse. Auch bei der Wurst- und Sauerkrautherstellung kommen Mikroorganismen zum Einsatz.

Reift Käse besonders lange (z.B. Hartkäse), kann der Gehalt an Histamin beträchtlich hoch werden. Histamin ist auch in Thunfisch vorhanden (vor allem in Konserven).
Frische Lebensmittel enthalten nur sehr wenig Histamin. Pflanzliches enthält kaum Histamin, lediglich auf Tomaten, Spinat, Melanzani und Avocado können Betroffene empfindlich reagieren.

Insgesamt machen folgende Lebensmittel häufig Beschwerden:

  • lange gereifter Käse (Hartkäse wie Emmentaler, Parmesan, Camembert, Bergkäse)
  • Rohmilchkäse
  • alkoholische Getränke (insbesondere Rot- und Dessertwein, Sekt, Bier)
  • Schokolade
  • Wurstwaren (insbesondere Rohwürste wie Salami oder Mettwurst bzw. Rohschinken)
  • Fisch (insbesondere mit dunklem Fleisch bzw. Konserven)
  • Nüsse (insbesondere Walnüsse und Marzipan)
  • Tomaten
  • Erdbeeren
  • Zitrusfrüchte (insbesondere Orangen, Grapefruit)
  • Sauerkraut
  • Spinat
Bei einer Histaminunverträglichkeit sind zusätzlich jene Lebensmittel problematisch, die im Körper die Aktivität des zuständigen Abbauenzyms blockieren bzw. zu einer Ausschüttung von Histamin führen (Histaminliberatoren). Dabei handelt es sich um sogenannte DAO-Hemmer wie andere biogene Amine. Diese kommen z.B. in Alkohol, Schokolade oder Tee vor.

Zu den Nahrungsmitteln, die die Histaminfreisetzung im Körper fördern, zählen z.B. Erdbeeren, Kiwi oder Zitrusfrüchte. Vor allem in Zusammenhang mit einer verminderten DAO-Aktivität kann die physiologisch abbaubare Histaminmenge bei diesen Nahrungsmitteln leichter überschritten werden. Weitere Informationen zu Biogenen Aminen in Lebensmitteln finden Sie auf der Website der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). 

Unsachgemäße Lagerung bzw. Zubereitung

Eine unsachgemäße Lagerung bzw. Zubereitung (Wiederaufwärmen) kann den Histamingehalt in Lebensmitteln deutlich ansteigen lassen. Bakterielle Besiedelung bei Verderben kann ebenfalls die Histaminmenge in Nahrungsmitteln erhöhen. Histamin ist hitze- und kältebeständig, diverse Küchentechniken können es nicht unschädlich machen.

Da der Geschmacksverstärker Glutamat mithilfe desselben Enzyms wie Histamin abgebaut wird, können histaminempfindliche Personen auch auf Glutamat überreagieren.

Eine ausgewogene Ernährung ist auch bei Histaminintoleranz möglich. Viele Lebensmittel sind von Natur aus histaminarm bzw. -frei und werden gut vertragen. Als Grundlage der Ernährung sollte die Österreichische Ernährungspyramide dienen. Eine qualifizierte Ernährungsberatung ist hilfreich. Weitere Informationen erhalten Sie unter Ernährungsberatung und -therapie.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Pseudoallergien.

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