Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Arzt-Patienten-Gespräch © rocketclips

Prostatavergrößerung: Diagnose & Therapie

Zur Diagnose einer gutartigen Prostatavergrößerung stehen verschiedenste Untersuchungsverfahren zur Verfügung. Sie reichen von der Tastuntersuchung über bildgebende Verfahren bis hin zur Messung der Restharnmenge. Je nach Krankheitsstadium wird medikamentös oder chirurgisch behandelt. Nach der Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung können unterschiedliche Maßnahmen zweckmäßig sein . . .

Diagnose

Grundsätzlich ist eine gutartige Prostatavergrößerung von Prostatakrebs zu unterscheiden. Folgende diagnostische Verfahren können unter anderem zum Einsatz kommen:

  • Anamnesegespräch;
  • Tastuntersuchung über den Enddarm (digitale rektale Untersuchung) zur Feststellung von Größe, Beschaffenheit und Schmerzhaftigkeit der Prostata;
  • Entnahme einer Gewebeprobe zur mikroskopischen Untersuchung;
  • Blutuntersuchung inklusive Bestimmung des PSA-Wertes;
  • Harnuntersuchung bei Verdacht auf Harnwegsinfektion;
  • Ultraschall zur Beurteilung der Organe im Bauchraum;
  • Kontrastmittel-Röntgen der Niere;
  • neurologische Untersuchung;
  • Druckmessung in der Harnblase (Zystometrie);
  • Spiegelung der Harnblase (Zystoskopie);
  • Messung der Stärke des Harnstrahls (Uroflowmetrie);
  • Bestimmung der nach dem Wasserlassen in der Harnblase verbleibenden Urinmenge (Restharnmessung).

Stadien der gutartigen Prostatavergrößerung

Die benigne Prostatahyperplasie kann in drei Stadien unterteilt werden:

  • Stadium I – keine Restharnbildung: Der Betroffene muss immer häufiger Wasser lassen. Der Beginn der Blasenentleerung ist verzögert, das Wasserlassen nimmt mehr Zeit in Anspruch und es kommt zum Nachtröpfeln. Der Harnstrahl ist abgeschwächt. Zur Unterstützung der Blasenentleerung wird häufig die Bauchmuskulatur eingesetzt. Es ist noch kein Restharn nachweisbar.
  • Stadium II – Restharnbildung: Kurze Zeit nach dem Wasserlassen tritt erneut Harndrang auf und es kann wiederum eine kleine Menge Harn entleert werden. In der Blase kann es durch den verbleibenden Restharn zu einer ständigen Keimbesiedelung oder einer Steinbildung kommen.
  • Stadium III – vermehrte Restharnbildung mit Nierenschädigung: Durch weitere Zunahme des Restharns kann sich die Harnblase vergrößern und die Blasenwand überdehnt werden. Ungewollt gehen immer wieder kleine Urinmengen ab (sogenannte Überlaufblase). Es kann jedoch auch eine komplette Harnverhaltung auftreten. In diesem Fall staut sich der Urin über die Harnleiter bis zu den Nieren und schädigt diese – im Extremfall bis zum völligen Nierenversagen.

Therapie

Je nach Krankheitsstadium und dem Leidensdruck des Patienten kommen verschiedene Behandlungen zum Einsatz. In eher leichteren Fällen können regelmäßige Kontrollen ohne Therapie genügen, vor allem solange die Beschwerden so gering sind, dass sie die Lebensqualität des Patienten nicht wesentlich beeinträchtigen. In vielen – insbesondere stärker ausgeprägten – Fällen ist jedoch eine operative Behandlung erforderlich.

Stadium I

Günstige Effekte können unter anderem folgende Maßnahmen erzielen:

Lebensstil:

  • regelmäßige Blasen- und Darmentleerung,
  • ausreichend Bewegung,
  • Vermeidung von Alkohol und scharfe Gewürze.

Medikamente:

  • Sogenannte Alpha-Rezeptorblocker (z.B. Alfuzosin, Silodosin, Tamsulosin, Terazosin): verringern den Widerstand am Blasenausgang und an der Prostatamuskulatur und führen damit zu einer Verbesserung des Harnstrahls und der Blasenentleerung.
  • Pflanzliche Extrakte (z.B. aus Kürbiskernen): scheinen bei manchen Patienten positiv zu wirken, obwohl ihre Effekte bislang nicht wissenschaftlich belegt sind.
  • 5-Alpha-Reduktasehemmer (z.B. Finasterid, Dutasterid, Alfatradiol): verringern die Bildung von aktiven Testosteron-Abkömmlingen. Dadurch kann sich die Prostata wieder verkleinern.

Hinweis Fühlt sich der Betroffene weiterhin durch häufigen Harndrang und oftmaliges Wasserlassen sehr gestört, sollte ein operativer Eingriff in Erwägung gezogen werden.

Stadium II

Stadium IIIn den meisten Fällen erfolgt die operative Entfernung von überschüssigem Prostatagewebe mit einem Operationsblasenspiegel (transurethrale Resektion der Prostata, TUR-P). Dieser Eingriff wird über die Harnröhre z.B. unter Vollnarkose oder durchgeführt. Danach wird für einige Tage ein Katheter in die Harnblase gelegt. Meist ist ein etwa achttägiger Krankenhausaufenthalt erforderlich.

In den meisten Fällen erfolgt die operative Entfernung von überschüssigem Prostatagewebe mit einem Operationsblasenspiegel (transurethrale Resektion der Prostata, TUR-P). Dieser Eingriff wird über die Harnröhre z.B. unter Vollnarkose oder Epiduralanästhesiedurchgeführt. Danach wird für einige Tage ein Katheter in die Harnblase gelegt. Meist ist ein etwa achttägiger Krankenhausaufenthalt erforderlich. Nur sehr große Vorsteherdrüsen müssen mittels einer Bauchschnitt-Operation entfernt werden. Seltenere Verfahren basieren auf Laser-Licht oder Wärme (mit Nadeln oder Mikrowellen).

Stadium III

Stadium III

Zunächst ist die Einführung eines Katheters erforderlich, um die Harnblase zu entleeren und die Nieren zu entlasten. Danach erfolgt eine Operation (meistens eine TUR-P).

Mögliche Komplikationen nach Prostataoperation

Folgende Komplikationen bzw. Folgeeffekte können nach einer Prostataoperation unter anderem auftreten:

  • Entleerungsstörungen der Harnblase: bei etwa jedem zehnten Patienten, teilweise vorübergehend;
  • dauerhafte Harninkontinenz: in seltenen Fällen;
  • beeinträchtigte Erektion: selten;
  • gestörte Zeugungsfähigkeit: generell, weil die Entleerung des Samenergusses nach der Operation in die Harnblase erfolgt;
  • Blutungen oder Vernarbungen der Operationswunde: können teilweise eine ambulante Nachoperation unter Lokalanästhesie erfordern;

Nachsorge

Nach der Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung können unter anderem folgende Maßnahmen zweckmäßig sein:

  • Engmaschige Kontrollen: Sie sind sowohl bei medikamentöser Therapie als auch nach der Operation erforderlich.
  • Beckenbodengymnastik: Durch Training unter fachkundiger Anleitung können Blasenentleerungsstörungen häufig gebessert werden.
  • Antimikrobielle Therapie: Im Harn vorhandene Keime verschwinden meist rasch durch eine entsprechende medikamentöse Therapie und bei gutem Harnabfluss.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Blasenentleerungsproblemen können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Urologie und Andrologie.

Wie erfolgt die Übernahme der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Informationen zu Kosten bei einem Spitalsaufenthalt finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse