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Arzt-Patienten-Gespräch © rocketclips

Prostatavergrößerung: Therapie

Bei einer gutartigen Prostatavergrößerung kommen je nach Krankheitsstadium und dem Leidensdruck des Patienten verschiedene Behandlungen zum Einsatz. In eher leichteren Fällen können regelmäßige Kontrollen ohne Therapie genügen, v.a. solange die Beschwerden so gering sind, dass sie die Lebensqualität des Patienten nicht wesentlich beeinträchtigen. In vielen – insbesondere stärker ausgeprägten – Fällen ist jedoch eine operative Behandlung erforderlich.Nach der Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung können unterschiedliche Maßnahmen zweckmäßig sein.

Stadiengerechte Behandlung

Die Therapie einer gutartigen Prostatavergrößerung orientiert sich am Krankheitsstadium und dem Leidensdruck des Patienten.

Stadium I

Günstige Effekte können u.a. durch folgende Maßnahmen erzielt werden:

Lebensstil:

  • regelmäßige Blasen- und Darmentleerung,
  • ausreichend Bewegung,
  • Vermeidung von Alkohol und scharfen Gewürzen.

Medikamente:

  • Sogenannte Alpha-Rezeptorblocker (z.B. Alfuzosin, Silodosin, Tamsulosin, Terazosin): verringern den Widerstand am Blasenausgang und an der Prostatamuskulatur und führen damit zu einer Verbesserung des Harnstrahls und der Blasenentleerung.
  • Pflanzliche Extrakte (z.B. aus Kürbiskernen): scheinen bei manchen Patienten positiv zu wirken, obwohl ihre Effekte bislang nicht wissenschaftlich belegt sind.
  • 5-Alpha-Reduktasehemmer (z.B. Finasterid, Dutasterid): verringern die Bildung von aktiven Testosteron-Abkömmlingen. Dadurch kann sich die Prostata wieder verkleinern.

Hinweis Fühlt sich der Betroffene weiterhin durch häufigen Harndrang und oftmaliges Wasserlassen sehr gestört, sollte ein operativer Eingriff in Erwägung gezogen werden.

Stadium II

Stadium IIIn den meisten Fällen erfolgt die operative Entfernung von überschüssigem Prostatagewebe mit einem Operationsblasenspiegel (transurethrale Resektion der Prostata, TUR-P). Dieser Eingriff wird über die Harnröhre z.B. unter Vollnarkose oder durchgeführt. Danach wird für einige Tage ein Katheter in die Harnblase gelegt. Meist ist ein etwa achttägiger Krankenhausaufenthalt erforderlich.

In den meisten Fällen erfolgt die operative Entfernung von überschüssigem Prostatagewebe mit einem Operationsblasenspiegel (transurethrale Resektion der Prostata, TUR-P). Dieser Eingriff wird über die Harnröhre z.B. unter Vollnarkose oder in Spinalanästhesie durchgeführt. Danach wird für einige Tage ein Katheter in die Harnblase gelegt. Meist ist ein etwa fünftägiger Krankenhausaufenthalt erforderlich.

Nur sehr große Vorsteherdrüsen müssen mittels einer Bauchschnitt-Operation entfernt werden. Andere Verfahren basieren auf Laserenergie. Diese können auch bei Patienten angewendet werden, die eine Blutverdünnung nicht absetzen können.

Stadium III

Stadium III

Zunächst ist die Einführung eines Katheters erforderlich, um die Harnblase zu entleeren und die Nieren zu entlasten. Danach erfolgt eine Operation (meistens eine TUR-P).

Welche Komplikationen können nach einer Prostataoperation auftreten?

Folgende Komplikationen bzw. Folgeeffekte können nach einer Prostataoperation u.a. auftreten:

  • Entleerungsstörungen der Harnblase: bei etwa jedem zehnten Patienten, teilweise vorübergehend;
  • dauerhafte Harninkontinenz: in sehr seltenen Fällen;
  • beeinträchtigte Erektion: sehr selten;
  • gestörte Zeugungsfähigkeit: generell, weil die Entleerung des Samenergusses nach der Operation in die Harnblase erfolgt;
  • Blutungen oder Vernarbungen der Operationswunde: können eine Nachoperation erfordern.

Wie erfolgt die Nachsorge nach einer OP?

Nach der Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung können u.a. folgende Maßnahmen zweckmäßig sein:

  • Engmaschige Kontrollen: Sie sind sowohl bei medikamentöser Therapie als auch nach der Operation erforderlich.
  • Beckenbodengymnastik: Durch Training unter fachkundiger Anleitung können Blasenentleerungsstörungen häufig gebessert werden.
  • Antimikrobielle Therapie: Im Harn vorhandene Keime verschwinden meist rasch durch eine entsprechende medikamentöse Therapie und bei gutem Harnabfluss.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Blasenentleerungsproblemen können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Urologie und Andrologie.

Wie erfolgt die Übernahme der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Informationen zu Kosten bei einem Spitalsaufenthalt finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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